Laub Streit um Pflege des Höseler Friedhofes

Eine Bürgerin beklagt in einem Schreiben den schlechten Zustand, die Stadt sieht das nicht so. Und ein Sicherheitsrisiko bestehe auch nicht.

 Der Friedhof in Hösel:  Bürger beklagen sich über sehr viel Laub auf und an den Gräbern.

Der Friedhof in Hösel:  Bürger beklagen sich über sehr viel Laub auf und an den Gräbern.

Foto: Blazy, Achim (abz)

 Friedhöfe sind sehr emotionale Orte. Deshalb ist eine Höseler Bürgerin (Name der Redaktion bekannt) auch besonders wütend über ein Problem, das sie seit langer Zeit plagt.

Sie beklagt sich nämlich in einem Schreiben an die Stadt, das auch der RP vorliegt, über den schlechten Zustand des Höseler Friedhofes.

Zum Hintergrund: Sie hat ein Doppelgrab seit Januar 1988 und hat damals für einen Zeitraum von 40 Jahren das Nutzungsrecht gekauft – dies auch in der Annahme, dass dieser Friedhof und der entsprechende Abschnitt, auf dem das Grab liegt, zumindest ab und zu gesäubert werden. Dies bedeutet vor allem: Rasen mähen und besonders Eichelfrüchte entfernen,  „da man darauf und auf nassen Blättern übel fallen und sich Gelenke brechen kann“, heißt es in dem Schreiben.

Die Anpflanzung von Eichenbäumen im Jahr 1988 entlang der Grenze zum Sinkesbruch und entlang der schon bestehenden Gräber sei insgesamt ein großes Ärgernis gewesen, eben wegen des Früchte- und Blätterabwurfes, kritisiert die Bürgerin.

Und sie habe seit einigen Jahren beobachtet, dass nicht einmal zu den Feiertagen und Totengedenktagen dieser Friedhof ordentlich gereinigt  werde, so besonders in diesem Jahr.

Wörtlich heißt es: „Weder zu Totensonntag noch jetzt zur Weihnachtszeit sehe ich Friedhofsmitarbeiter auf dem Friedhof in Hösel. Auch der hintere Eingang (neuer Friedhofsteil) ist kaum zu betreten, da ein dicker Blätterteppich sich dort ausgebreitet hat und durch die Nässe der vergangenen Wochen sehr rutschig ist. Man fürchtet sich, dort zu fallen. Meine Freundinnen, die leider fast alle auch auf dem Friedhof Angehörige begraben haben, beklagen die Zustände sehr, explizit in diesem Jahr. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir alle die Grabstätten mit viel Geld gekauft und auch die damit verbundenen Pflegearbeiten der Wege mit finanziert haben.“

Sie fordert die Stadt dringend dazu auf, „diese Missstände nunmehr endlich zu beseitigen und dafür zu sorgen, dass der Friedhof in Hösel wieder ein Ort der Trauer, Ruhe und Besinnung sein kann und nicht ein Ort der Wut auf die Stadtverwaltung wird“.

Und was sagt die Stadt dazu?  Michaela Maurer, die neue Amtsleiterin der Kommunalen Dienste, antwortete prompt.  Die Pflege des Friedhöfes Hösel sei an eine Firma vergeben worden, die regelmäßig dort tätig sei.

In  einem Schreiben, das der RP vorliegt, heißt es: „So war heute Morgen (also am vergangenen Montag, Anm. die Red.) eine Kolonne vor Ort, um den Friedhof zu reinigen. Vor drei Wochen wurde ebenfalls ein Reinigungsdurchgang mit Laubentfernung durchgeführt. Und gerade an den Totengedenktagen legen wir ein hohes Augenmerk auf den gepflegten Zustand der städtischen Friedhöfe.“

Die vergangenen 14 Tage seien geprägt gewesen durch Frost, Starkregen und Sturmböen, die zu verstärktem Laubabwurf und zu einer Laubansammlung in einigen Bereichen geführt hätten.  „Und genau diese Wettereinflüsse haben auch dafür gesorgt,  dass  die erforderlichen Arbeiten so kurzfristig nicht durchgeführt werden konnten. Der Friedhof Hösel hat einen wunderschönen Baumbestand mit vielen Eichen. Damit einher gehen dann jedoch auch Laub und Eicheln“, betonte Maurer.

Man bedauere es sehr, dass „der Pflegestandard des Friedhofes nicht den Vorstellungen und Wünschen der Bürgerin entspricht, die Verkehrssicherheit des Friedhofes ist jedoch gegeben“, fügte sie an.

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