Ratingen : Streit um neuen Garten der Sinne

Ratingen : Streit um neuen Garten der Sinne

FDP fordert: Der Blinden- und Sehbehindertenverein soll in die Pläne zur Neugestaltung einbezogen werden.

Der politische Streit ist da: Die FDP-Fraktion ist schlichtweg entsetzt über den Antrag der Grünen, den Garten der Sinne mit den vier Jahreszeiten des Blinden- und Sehbehindertenvereins (BSV) an der Wallstraße in ein sogenanntes Urban Gardening-Programm einbinden zu wollen. „Es kann nicht sein, dass dieses Grundstück, das 2008 für die Einrichtung eines Sinnesgartens von der Stadt dem BSV zur Verfügung gestellt worden ist und vom BSV mit 10.000 Euro zur Nutzung und Gestaltung des Areals erworben wurde, ohne Einbindung des BSV einer anderen Nutzung zugeführt werden soll“, meinte Hannelore Hanning, Fraktionsvorsitzende der FDP.

Hochbeete, Taktiltafeln, Säulen mit Pyramidenschrift, Summstein und  Häuserstein gehörten zu dem lebendigen Inklusionsprojekt des BSV Ratingen mitten in der Stadt und seien im Jahr 2008 mit großem öffentlichen Interesse eröffnet und von Schülern des Berufskollegs mit gestaltet worden. Inzwischen sei der Garten der Sinne ein wesentlicher Bestandteil an der Wallstraße.

Die FDP-Fraktion will sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass der Blinden- und Sehbehindertenverein eine entsprechende Einbindung in die weitere Überplanung bei Wallstraße und Mehrgenerationenpark erfährt.

„Wenn aufgrund der Neukonzeption des gesamten Areals an der Wallstraße der Garten der Sinne angetastet werden muss, ist als erstes der Blinden-und Sehbehindertenverein mit einzubeziehen, damit dieses Projekt in den Mehrgenerationenpark so integriert wird, wie es der BSV auch für akzeptabel hält“, betonte Hanning.

Wie bereits berichtet, hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen angeregt, dass auf den Flächen, die als Gärten der Sinne konzipiert sind, Urban Gardening umgesetzt wird. Edeltraud Bell, sachkundige Bürgerin im Stadtentwicklungsausschuss, betont: „Der Ansatz, in einem städtischen Park Apfelbäume oder Kirschbäume zu pflanzen, ist ganz hervorragend. Die Bürger können die Entwicklung von zarten Blüten, die von Insekten besucht werden, bis hin zu leckeren Früchten verfolgen und diese selbst ernten.“

Das Angebot an Obst- und Gemüsepflanzen in den Gärten der Sinne sollte erweitert werden, so dass hier Ratingen als „essbare Stadt“ erlebbar wird, so die Grünen.

Mit dem Anpflanzen von Kräutern im aktuellen Garten der Sinne sei schon ein Anfang gemacht worden, der um Erdbeerpflanzen, Kohl- und Salatpflanzen ergänzt werden kann, auch Beerensträucher seien unkompliziert und könnten die in Grünflächen üblichen Ziersträucher ersetzen. Ratsherr Christian Otto, umweltpolitischer Sprecher der Grünen, ergänzt: „Alt und jung, ganz im Sinne des Mehrgenerationenparks, sollen dorrt den Pflanzen beim Wachsen zusehen, bei Interesse bei der Pflege mithelfen und mit Genuss die Früchte ernten können.“

Nach Vorstellung der Grünen soll die Stadtverwaltung federführend sein, aber ergänzend zum bürgerschaftlichen Engagement einladen, so wie es auch im jüngst verabschiedeten „Integrierten Handlungskonzept für Ratingen Mitte“ vorgesehen ist. „Gärtnern in der Stadt ist voll im Trend, da es den Blick auf lokale und saisonale Lebensmittelerzeugung eröffnet und für Nachhaltigkeit steht“, erklärt Bell.

Daher haben die Grünen einen Antrag für die nächste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und demografischen Wandel gestellt: Im Mehrgenerationenpark sollen mindestens zwei der vier Gärten der Sinne mit Blick auf Urban Gardening bepflanzt werden.

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