Heiligenhaus: Streit um Linden an der Friedhofsallee

Heiligenhaus : Streit um Linden an der Friedhofsallee

Dort sollen Bäume gefällt und nach Straßenbaumaßnahmen neu gepflanzt werden. Naturschützer vom Bund kritisieren die Pläne.

Auf etwa 600 Metern ist die Friedhofsallee eine von Bäumen gesäumte Straße - eben eine Allee. Geht es nach den Stadtplanern, soll sie das auch bleiben, allerdings sehen die Pläne der Maßnahmen rund um die Entwicklung des Gewerbegebiets Innovationspark eine Umgestaltung vor. Eine Umgestaltung, die auch die Fällung der vorhandenen Linden vorsieht, allerdings auch Baum-Neupflanzung.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) Heiligenhaus kritisiert die Fällung und fragt nach dem Warum. "Der Baumbestand auf der Friedhofsallee ist durch Pfingststurm Ela 2014 stark beschädigt. Zum Teil mussten wir dort schon fällen, oder auch Baumkronen so stark beschneiden, dass sie nicht mehr so werden, wie sie waren", sagt der technische Dezernent Siegfried Peterburs, und fügt an, dass die Allee so nicht mehr den Wert habe, den man von eine Allee erwarte.

"Unser Ziel ist, den ursprünglichen Zustand wieder her zustellen", sagt Stadtplanerin Nina Bettzieche. Geplant ist im Zuge der Verkehrserschließung des Gewerbegebietes eine weitere Fahrbahn östlich der Friedhofsallee zu errichten, parallel zur vorhandenen Straße. Dafür müssten die Baumreihen am Straßenrand nach und nach in jährlichem Abstand entnommen werden, und jeweils anschließend durch insgesamt rund 50 junge Bäume ersetzt werden, die dann in drei Baumreihen (zwischen den Fahrbahnen soll eine Mittelinsel mit Grünstreifen und einer zusätzlichen Baumreihe entstehen) versetzt voneinander stehen sollen. Auch Fahrradstreifen sowie Parkplätze sollen hier Platz finden. Die Straßenerschließung liegt bereits planungsrechtlich fest.

"Die Bäume, ebenfalls wieder Linden, werden dann schon mit einer Höhe von drei bis vier Metern eingesetzt", sagt Peterburs. Das gebe den Baumkronen mehr Raum und biete auch den Fledermausarten, die hier heimisch sind, gute Bedingungen. Der Bund kritisiert die Planungen: Mit landschaftgärtnerischen Maßnahmen sei es möglich, den Baumbestand von nach Bund-Aussagen 103 Bäumen zu sichern. "Bei der geplanten Ausführung kann man nur von Straßenbäumen oder Straßenbegleitgrün sprechen und nicht von einer Allee." Die geplante Neupflanzung hebe den Alleencharakter vollständig auf.

Am Mittwoch wird sich der Beirat der Unteren Naturschutzbehörde Mettmann mit dem Thema befassen, denn im Landesnaturschutzgesetz ist verankert, dass Alleen an öffentlichen oder privaten Verkehrsflächen und Wirtschaftswegen gesetzlich geschützt sind. Die Untere Naturschutzbehörde muss dann entscheiden, ob die geplanten Maßnahmen zulässig sind. "Entscheidet man sich dort dagegen, wirft uns das in unseren Planungen mindestens ein halbes Jahr zurück", sagt der technische Dezernent Peterburs, der von der Friedhofsallee als "Rückgrat des Innovationsparks" spricht. Entschieden wird hier am Mittwoch, 25. April, 15.30 Uhr im Mettmanner Kreishaus.

(RP)