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Ratingen: Streik-Ausfälle: Eltern betreiben Kitas selbst

Ratingen : Streik-Ausfälle: Eltern betreiben Kitas selbst

Die Ratinger Eltern sind mittlerweile so verzweifelt, dass sie nun in Eigenleistung die Notfallbetreuung in Kitas organisieren, um Notstände durch die Streiks in den kommenden Wochen abzufangen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Jugendamtselternbeirats hervor.

In einem am Samstag kurzfristig einberufenen Treffen mit Jugendamt, Bürgermeister, Kämmerer und Jugenddezernenten ging es um die Ausfälle in den Kitas: Elterninitiativen, die die Betreuung einiger Kinder organisieren können und möchten, sollen Kita-Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt bekommen.

Bis Sonntagnachmittag mussten Kitas, deren Eltern diese Notlösung befürworten und sich an der Betreuung beteiligen, alle Details und Kleinigkeiten organisieren, damit die Stadt heute die Räumlichkeiten öffnen, Infrastrukturen und auch städtische Mitarbeiter, soweit verfügbar, zu Verfügung stellen kann.

So betreiben Eltern aus Breitscheid heute den städtischen Kindergarten am Mintarder Weg komplett in Eigenregie. Dirk Warten, Sprecher der Elterninitiative "Nicht auf dem Rücken unserer Kinder": "Bei der Krisensitzung am Samstag haben sich mehrere Eltern als Betreuer gefunden, die den Kindergarten die ganze Woche über zwischen 8 und 14 Uhr offen halten wollen. Damit ist die Betreuung von insgesamt 25 Kindern gewährleistet, inklusive Essensversorgung. Es kann gut sein, dass noch andere Eltern in anderen Kitas der Stadt nachziehen."

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Die Bürger-Union (BU) hat bei Bürgermeister Klaus Konrad Pesch die sofortige Einberufung einer Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses mit dem Tagesordnungspunkt "Schaffung von Betreuungsmöglichkeiten während des Kita-Streiks" beantragt. Die Betreuung durch Eltern in städtischen Einrichtungen dürfte nicht ausreichend sein, um alle Kinder unterzubringen.

Die BU will den Stadtsportverband mit einbeziehen, damit von dort die Unterstützung durch Sportverbände/vereine organisiert werden könne. Es müsse ein Notfallplan mit verschiedenen Lösungen erstellt werden. Die Tarifvertragsparteien sollten aufgefordert werden, schnellstmöglich eine Kompromisslösung zu finden.

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