Heiligenhaus: Straßenbaustellen kosten Millionen

Heiligenhaus: Straßenbaustellen kosten Millionen

Kettwiger Straße, Jahnstraße und Talburgstraße sind Sanierungsfälle. Teile der Kosten tragen die Anlieger.

Ein dickes Paket kommt im Frühjahr auf die Verkehrsplaner um Tiefbauchef Michael Krahl zu. Der Inhalt des Pakets steht heute, 18 Uhr, im Verkehrsausschuss zur Diskussion.

Es geht im Kern um drei größere Sanierungsvorhaben: Kettwiger Straße - von der Straße Am Vogelsang bis zur Butterwelle, Jahnstraße - zwischen Hauptstraße und Südring sowie Talburgstraße - zwischen Rheinlandstraße und Grubenstraße. Alle drei Vorhaben haben eins gemeinsam: Es handelt sich um Bauarbeiten, die nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) angerechnet werden. Heißt: Die Anlieger zahlen mit. Im Ausschuss zur Diskussion stehen Planungsvarianten und Details, über die noch zu entscheiden ist. Dazu dienen sollen auch in allen drei Fällen Bürger-Infoabende im April und Mai (siehe Grafik). Den Beratungen voran steht eine Bestandsaufnahme der Verwaltung, die auch die Kosten nennt. Mit dem Vorgehen folgt die Stadt einem bewährten Verfahren, wie es bereits im Nonnenbruch praktiziert wurde.

800.000 Euro kosten die Arbeiten an der Kettwiger Straße. Sie ist auf der gesamten Länge der geplanten Arbeiten "verbraucht". Risse, Absackungen und Schlaglöcher machen die Fahrbahn untauglich. Die Gehwege sind nach Verwaltungsangaben "zerstört" - unter anderem durch das Wurzelwerk von Winterlinden und Bergahorn. Schon seit 14 Jahren ist die Strecke deswegen verkehrsberuhigt, heißt es weiter. Auch die Stadtwerke werden zum Zug kommen: Erneuerung von Leitungen und einigen Hausanschlüssen für Gas und Wasser stehen an. Weiterhin wird die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt. Das Sondervermögen Abwasser wird den Kanal ergänzen und abdichten.

Auf 170.000 Euro beziffern die Straßenbauer die Kosten für die Sanierung der Jahnstraße. Hier geht es darum, Altersschäden zu beseitigen.

"Die Substanz stammt aus den 60er Jahren" - mit anderen Worten: Die Straße ist bautechnisch komplett verbraucht. Auch hier müssen neue Versorgungsleitungen her, der 100 Jahre alte Kanal ist dagegen schon wieder abgedichtet.

Weitere 800.000 Euro kosten die Arbeiten an der Talburgstraße. Das klingt nach einer Menge Geld für die 400 Meter lange Baustelle. Auch hier ist die Fahrbahn mit weiteren Flicken nicht mehr zu retten. Weitere Themen hier: Gehwege und Bushaltestelle.

Von besonderer Bedeutung ist die Talburgstraße in mehrfacher Hinsicht: Sie erschließt den Ortsteil Wassermangel und das Gewerbegebiet Talburgstraße/Grubenstraße. Eine Ortsbuslinie nutzt die Straße. Außerdem muss hier für sichere Zu- und Abfahrten für den PanoramaRadweg und zum Sportplatz gesorgt bleiben. Für die Bilanz von Parkplätzen und Bäumen stehen mehrere Varianten zur Diskussion.

Hintergrund: Nach dem KAG müssen Anlieger (Hausbesitzer) einen gestaffelten Teil der Sanierungskosten übernehmen. Bei der Erneuerung der Fahrbahn sind das 45 Prozent, bei Parkplätzen und Bürgersteigen 65 Prozent. Die einzelnen Abrechnungen verlassen, wie Jürgen Hollenberg (Kämmerei) bei einer vorangegangenen KAG-Maßnahme erklärte, erst dann das Rathaus, wenn alles fertig ist.

(RP)