Stimme der Wirtschaft : Der richtige Weg ins Berufsleben

Fast jeder dritte Student bricht sein Studium in der Frühphase ab.

Seit einer Woche laufen sie wieder – die schriftlichen Abiturprüfungen. Und in einer Woche werden auch die letzten schriftlichen Prüfungen vorüber sein. Fakt ist: Immer mehr Schülerinnen und Schüler machen Abitur. Und wer es in der Tasche hat, der will auch studieren. Das wollen schon die Eltern, denn: „Wofür haben wir dich denn so lange zur Schule gehen lassen?“ Schon 2017 haben mehr als eine halbe Million Studierende ihre akademische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Und die Zahl steigt weiter an.

Worüber weniger gesprochen wird: Auch die Zahl der Studienabbrecher steigt. Fast jeder dritte Student bricht sein Studium in der Frühphase ab. Besonders hoch ist die Zahl der Studienabbrecher in mathematisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen mit rund 40 Prozent.

Viele Unternehmen versuchen auf unterschiedlichen Wegen, solche Studienabbrecher für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen. An der Uni Düsseldorf gibt es an jedem ersten Donnerstag im Monat eine offene „Zweifel-Beratungssprechstunde“. Studenten sollen ihre Studiensituation reflektieren und sich über Alternativen informieren.

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Sicher: Es ist immer noch besser, nach möglichst wenigen Semestern umzusatteln auf die richtige „Berufung“ als erst nach Jahren. Trotzdem könnten viel Frust und volkswirtschaftliche Kosten vermieden werden, wenn man gleich einen besseren Weg in den Beruf einschlägt.

Fakt ist auch: Viele Studenten hängen nach dem Bachelor noch den Master dran. Denn in den Unternehmen können die Absolventen mit Bachelor-Abschluss häufig noch lange nicht so eingesetzt werden wie es Personalchefs gern hätten. Hingegen werden Absolventen, die direkt nach dem Abitur eine Berufsausbildung gemacht haben und erst danach noch ein Studium angeschlossen haben, mit Kusshand genommen. Weil sie nicht nur die Theorie, sondern auch die Praxis kennen.

Übrigens: Die Ansicht, dass Akademiker immer mehr verdienen als jemand ohne Studium, stimmt heute in dieser Allgemeinheit nicht mehr. Und die niedrigste Arbeitslosenquote haben Fachkräfte, die sich zum Meister oder Techniker weiterqualifiziert hatten. Also, liebe Eltern: Nicht jeder Abiturient ist hochbegabt – und vielleicht glücklicher mit einer beruflichen Ausbildung als mit einem Studium.
Dr. Axel Mauersberger

Geschäftsführer

Unternehmensverband Ratingen