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Heiligenhaus: Stephan Nau übernimmt das Kulturbüro

Heiligenhaus : Stephan Nau übernimmt das Kulturbüro

Das ist aber nur eine seine Aufgaben. Seine bisherigen Themen nimmt er mit: Wirtschaftsförderung und Tourismus.

Eher selten ist im Rathaus öffentlich zu hören, dass der Chef einen Mitarbeiter als "eierlegende Wollmilchsau" in einen neuen Aufgabenbereich einführt. Selten auch, dass der so Gelobte dies mit ungequält-breitem Lachen quittiert. Gestern war einer dieser seltenen Anlässe. Stephan Nau (46) hat zum Jahresbeginn die Leitung des Kulturbüros übernommen.

Er hatte sich selbst auf die eben freigewordene Stelle beworben und damit die Sorge aus der Welt geschafft, das Kulturbüro müsse ohne Leitung weiterarbeiten. So hatte es einige Zeit ausgesehen, nachdem sich der bisherige Leiter, Henrik Schulze Neuhoff, beruflich neu orientiert hatte. Ihn zog es nach knapp fünf Jahren Heiligenhaus Richtung Köln.

Bürgermeister Heinisch und Kämmerer Michael Beck machten gestern aber auch schnell klar: Von der Schaffung einer neuen Stelle könne gar keine Rede sein - schon der rein haushaltsrechtlichen Vorgaben wegen. Daran hat nicht einmal die Kommunalaufsicht an rathaus-internen Lösungen etwas zu beanstanden. Und um die ging es bei dieser markanten Personalie.

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Im Ergebnis steht eine Lösung, die beim ersten Hören stark nach Quadratur des Kreises klingt: Man besetze eine Stelle, streiche eine andere - und spare auf diesem Weg der Wiederbesetzung ganz nebenbei noch rund 50 000 Euro Personalkosten. So etwas freut nicht nur die Aufsicht. Der Bürgermeister erklärte es ganz rätselfrei so: "Wir haben das Ganze etwas umorganisiert." Das Ganze, das ist in diesem Fall der Fachbereich von Peter Parnow. Zu dessen Aufgaben gehört neben Wirtschaftsförderung, Tourismus, (und Öffentlichkeitsarbeit) jetzt eben auch das Kulturbüro. Für Teile dieses Themenpakets, noch zu ergänzen durch "Städtepartnerschaften", war der neue Kulturbürochef bisher im weitesten Sinne auch schon tätig. Der studierte Ingenieur kam 2009 zur Stadtverwaltung - als Quereinsteiger. Formal ist Nau jetzt Abteilungsleiter für Kultur in Parnows Fachbereich. Seine ehemalige Stelle kann nach Vorstellungen der Verwaltung künftig wegfallen.

Doch es waren nicht nur die Formalien, die gestern in den Blickpunkt gerieten. Dazu gab es eine relativ frohe Kunde: "Der Kulturbetrieb mit seinen gewohnten Angeboten wird weiterlaufen wie bisher", kündigte Nau an. Einen Beweis legte er gleich auf den Tisch: den druckfrischen Veranstaltungskalender für 2015 - knallrot und noch ungefaltet.

Ab Freitag wird er im Kultur- und im Bürgerbüro ausliegen. Ein weiterer Beweis: Während im ersten Stock des Rathauses die Zukunft des Kulturbüros erläutert wurde, waren im Büro selbst Jürgen Weger und Veronika Kautz bei der Alltagsarbeit. Nau will und kann weiter "auf die zwei sehr erfahrenen Mitarbeiter" zählen. Die personelle Besetzung des Kulturbüros bleibt bestehen, wie sie ist. Ob dies künftig auch für die Öffnungszeiten des Büros gelten wird, ist nicht zuletzt Gegenstand der Beratungen über den erstmals fälligen Nachtragshaushalt für die Stadt. Dem Fachausschuss wird die Verwaltung für seine März-Sitzung eine detaillierte, rückblickende Bestandsaufnahme vorlegen. Ein Stück Aufgabenkritik also, so viel nahm Heinisch schon vorweg.

Nau setzt inhaltlich auf ein neues Zusammenspiel der Bereiche Kultur und Tourismus. "Sie passen gut zusammen - und beide sind für mich auch kein Neuland." So will man schon im Frühjahr den Panoramaradweg in noch besseres Licht rücken, Heiligenhaus wird Stempelstation einer überregionalen RadRallye.

Und man hat sich- schon mit Teilerfolg - auf die Suche nach anderen deutschen Städten begeben, deren Name mit "Heiligen-" beginnt. Was aus einer solchen Gruppenfindung erwachsen kann, bleibt vorerst offen. Mindestens bis zum Stadtfest Anfang Juni.

(RP)