Jobticket bei der Stadt Sie steigen um auf Bus und Bahn

Die Stadt Ratingen bietet ab April Jobtickets an. Wir haben künftige Nutzer nach ihrer Motivation gefragt.

 Martin Gentzsch (v.l.), Manuela Naber, Diana Schubert und Kathrin Kurscheid haben sich für den ÖPNV entschieden.

Martin Gentzsch (v.l.), Manuela Naber, Diana Schubert und Kathrin Kurscheid haben sich für den ÖPNV entschieden.

Foto: Blazy, Achim (abz)

Ab April steigen wie berichtet 137 Mitarbeiter der Stadt Ratingen aufs Jobticket um. Rund die Hälfte von ihnen sind Neukunden. Vier von ihnen haben wir nach ihrer Motivation gefragt, künftig das Auto gegen Bus und Bahn zu tauschen.

Martin Gentzsch, Stadtkämmerer: „Ich bin zugleich ja auch Umweltdezernent. Da habe ich mich gefragt, was ich selbst zum Klimschutz beitragen kann“, sagt er. Das Jobticket sieht er als Chance, seine Überlegungen nun in die Tat umzusetzen. Bislang fuhr er von seinem Zuhause in Breitscheid entweder mit dem Auto oder dem Fahrrad ins Rathaus. Ab April will der den Bus nutzen und sieht darin auch noch einen weiteren Vorteil. „Ich muss dann nicht selber fahren, sondern kann im Bus schon mal meine E-Mails checken.“ Über die Verbindungen zwischen Breitscheid und Ratingen hat er sich schon informiert. „Es gibt zwei Busverbindungen, eine direkt nach Ratingen, eine über Lintorf“, sagt er. 25 Minuten wird er unterwegs sein. Bisher, gibt er zu, sei er nicht häufig Bus gefahren. Doch er glaubt, dass diese Art der Mobilität stressfreier sein wird, als die Fahrt mit dem eigenen Auto.

Für alle, die jetzt schon mit dem ÖPNV pendeln, hat Gentzsch zudem eine gute Nachricht. Die Stadt wird Verhandlungen führen, um die Anbindungen aus den Stadtteilen in die Stadtmitte durch Taktverdichtungen noch attraktiver zu machen.

Manuela Naber, Wirtschaftsförderung: „Ich habe mir im vergangenen Jahr ein E-Bike zugelegt, um von Lintorf zur Arbeit zu fahren“, sagt die städtische Mitarbeiterin. Um künftig auch bei schlechtem Wetter auf das Auto verzichten zu können, hat sie sich für das Jobticket beworben. Der weitere Vorteil: Bei Terminen im Kreis Mettmann kann Manuela Naber dann künftig auch problemlos auf den öffentlichen Nahverkehr setzen. „Das ist stressfreier als mit dem Auto“, sagt sie. Und auch mit dem Bus wird sie von der Haltestelle „Lintorf Rathaus“ bis in die Stadt Mitte nur rund 15 Minuten unterwegs sein. „Das Schöne ist auch, dass man mit dem Ticket am Wochenende auch jemanden mitnehmen kann.“ Beispielsweise ihren Mann. Und mit dem Autobahnbus ist sie dann schnell auch in Düsseldorf, ganz ohne lästige Parkplatzsuche.

Kathrin Kurscheid, Architektin: „Die Anfrage nach dem Jobticket gab es schon mal. Da gab es aber nicht genug Interessenten“, sagt die städtische Mitarbeiterin. Damals hatte sie sich schon beworben, klar, dass sie es jetzt erneut versuchte. Kathrin Kurscheid lebt mit Mann und zwei Kindern in Tiefenbroich. Ökologische Themen werden in der Familie häufig diskutiert, so auch Kurzstreckenfahrten mit dem Auto. Bei schönem Wetter fährt Kathrin Kurscheid deshalb auch mit dem Fahrrad ins Büro. Bei schlechtem Wetter jedoch muss schon mal das Familienauto herhalten. Erste Erfahrung mit der Busverbindung von Tiefenbroich nach Ratimngen hat sie gesammelt, als das Auto kaputt war. „Ich habe Busfahren als sehr angenehm empfunden“, sagt sie. „Mich fahren zu lassen, entstresst.“ Deshalb findet sie das Jobticket super. Auch deshalb, weil die lästige Parkplatzsuche in der Ratinger Innenstadt dann künftig entfällt.

Diana Schubert, Landschaftsarchitektin: Eine Woche ÖPNV liegen hinter ihr. Denn auch ihr Auto musste im vergangenen Jahr für ein paar Tage in die Werkstatt. Stattdessen fuhr Diana Schubert von Düsseldorf aus mit der U 72 nach Ratingen und hat festgestellt, dass die Verbindung auf der Schiene gut klappt. „Vorher habe ich mit Bussen schlechte Erfahrungen gemacht“, sagt sie. Die kamen entweder zu spät oder auch mal gar nicht. Die U 72 dagegen hat auf ihrem Weg von der Graf-Recke-Straße bis zur Endhaltestelle in Ratingen fast nur Vorfahrt, weil sie auf eigener Trasse unterwegs ist. Gleichzeitig tue man noch etwas für die Umwelt, sagt Schubert. Und durch das Jobticket müsse man sich dann auch keine Gedanken mehr um die Tarife machen, die sich je nach Einstiegs-Haltestelle doch preislich deutlich unterschieden.

Die vier Umsteiger jedenfalls begrüßen alle das städtische Angebot, das sie dann möglichst auch in der Freizeit nutzen wollen. Das Fahrrad wollen Gentzsch, Naber und Kurscheid aber auch in Zukunft noch nutzen. Für Martin Gentzsch hat das nämlich noch einen sportlichen Aspekt.

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