Stadtranderholung Heiligenhaus

Kristian Slyczuk ist Chef der Stadtranderholung – und freut sich auf den eigenen Urlaub: Wie ein Team ganztags für 80 Kinder sorgt

Bisher lief die Premiere super. Kristian Slyczuk leitet erstmals die Stadtranderholung, als Nachfolger von Thomas Dichiser. 

Im Teamraum wird gearbeitet, das sieht der Besucher auf den ersten Blick. Gut, dass es eine Tafel gibt – mit Kreide angeschrieben sind die Termine für die Teambesprechungen (Mittwoch und Freitag, 16.30 Uhr). Dazu die Handynummer vom Chef. Kristian Slyczuk heißt der Mann hinter der Organisation der Stadtranderholung. Und sein Dienstraum auf Zeit ist in der Gesamtschule, in Sichtweite zu seinem üblichen ganzjährigen Arbeitsplatz. Der 37-jährige Düsseldorfer Pädagoge arbeitet seit Februar diesen Jahres hauptamtlich im Heiligenhauser Jugend- und Freizeitheim. Den Stadterholungs-Job übernahm er von seinem Vorgänger Thomas Dichiser gleich mit.

Durch den Teamraum führt der Weg direkt in die Küche. Das wissen natürlich die Kinder beim Frühstück in den Gruppen. Folglich führt ihr Nachschubweg direkt durchs Büro. Dort nimmt man es gelassen – wuseliger Alltagsbetrieb eben, täglich ab 8 Uhr. Dann kommen die Kinder an.Offiziell ist der Tag gegliedert in Gruppen- und Freispielphasen. Aber der eine Tagesfahrplan sagt noch nicht wirklich etwas aus.

Rund ein Dutzend junge Leute gehören zum Team, das Slyczuk vorab an zwei Wochenenden gründlich geschult hat. Mit einem Ziel: „Die Team-Mitglieder sollen von ihrem Einsatz auch etwas haben – sie erhalten die Jugendleiterkarte, vielfältig einsetzbar.“ Er selbst hat jahrzehntelange Erfahrung als Gruppen- und Freizeitleiter, kennt die Schulungsthemen aus dem Effeff: Programmgestaltung, Versicherungsschutz, Aufsichtspflicht, Präventionsschulung – es kommt ein dickes Bündel zusammen.

Und die Umsetzung im Alltag? „Der Ausflug zum Hildener Funky Town war etwas stressig“, sagt Gruppenleiterin Yasemin Gündogdu. Denn es ging mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin. „Und es ist gar nicht so leicht, alle in den richtigen Bus reinzubekommen – und wieder vollzählig nach Hause. Die Tour selber war toll, das hat Spaß gemacht.“

Slyczuk selbst hat noch diverse Nebenbeschäftigungen, die der erstaunte Besucher nicht unbedingt mit seinem Stellenprofil verbindet: mit einer Maschine den Schulhof kehren zum Beispiel. Aber für ihn ist das in Ordnung: „Sauber soll es schon bleiben und für Sicherheit sorgen müssen wir auch.“ Beispiel Nummer zwei ist der Hitzewelle geschuldet: Um die 150 Liter Wasser müssen pro Woche herangeschafft werden – in Kunststoff-Pfandflaschen. Auch das braucht eine sehr spezielle Logistik, denn es soll ja eine preiswerte Versorgung geben. „Tee und Kakao, schön kühl, das geht außerdem immer gut“, weiß Kerstin Schäfer. Sie betreut den kompletten Bereich „Küche“.

Fest zum Programm gehören auch diverse Besuche mit Abordnungen aus Parteien und Organisationen. Slyczuk freut sich drüber. „Das Rote Kreuz war da, hat mit den Kindern eine Art Schnellkurs in Erster Hilfe gemacht, das war wirklich eine gute Sache, für solche Angebote sind wir sehr dankbar.“ Neue Ideen hat der neue Frontmann auch schon für das kommende Jahr. Er will das Anmeldesystem etwas präziser gestalten. Aber bevor er das angeht, wird er sich ab übernächster Woche erstmal selbst in einen zweigeteilten Urlaub abmelden: Es geht zunächst zu einem Hardcore-Metal-Festival nach Niedersachsen, von da aus weiter mit dem VW-Bus an die mecklenburgische Seenplatte.