Ratingen : Stadthalle steht bald ohne Pächter da

Ratingen : Stadthalle steht bald ohne Pächter da

Die gute Stube der Stadt wird mal wieder zur Baustelle: Gastronom Dirk Poensgen zieht sich zurück.

Auf seiner aktuellen Homepage wirbt Gastronom und Caterer Dirk Poensgen mit einem Wohlfühlambiente und einer guten Zeit, die man in seinem Restaurant im Kreise von Freunden und Bekannten verbringen kann. Doch damit ist es bald vorbei. Der Pächter zieht sich zurück und stellt die Stadt vor das nächste große Problem: Was wird aus dem Restaurant? Wie geht es mit der Stadthalle insgesamt weiter? Diese Fragen kommen nicht aus heiterem Himmel, man wusste um die Tatsache, dass der Standort mitsamt Restaurant trotz oder gerade wegen der Nähe zur Innenstadt mit ihrem attraktiven Marktplatz schwierig zu vermarkten ist.

Das soll sich nun ändern. Harald Filip, der zuständige Dezernent, hat auf Grundlage eines Gutachtens eine Vorlage gefertigt, die „endlich ein Entscheidungsvakuum füllen soll“. Mit anderen Worten: Man muss klipp und klar definieren, wie man vor allem den Gastronomiebereich dauerhaft beleben kann. Das Problem: Die Vorlage wurde erst am Montag in die Fächer der Fraktionen geworfen – aus Sicht der Bürger Union (BU) blieb da gar keine Zeit, sich auch nur ansatzweise dem Thema zu nähern. Bei der späteren Abstimmung enthielt man sich, weil man sich außerstande sah, dieses mit Zahlen und Grafiken unterfütterte Sofortprogramm angemessen zu bewerten.

Bürgermeister Klaus Pesch räumte ein, dass die Ausarbeitung auf den letzten Drücker verteilt worden sei, im Ältestenrat habe man das Thema aber schon zweimal besprochen. Mit einer deutlichen Mehrheit entschied sich das Stadtparlament unter anderem dafür, Planungsmittel in Höhe von 500.000 Euro bereitzustellen. Die will man für die Umgestaltung des Gastronomiebereiches nutzen. Das Gutachten spricht sich dafür aus, dass das Restaurant auch weiterhin von einem festen Pächter betrieben wird. Die Ausschreibung soll möglichst schnell erfolgen, denn im Spätsommer wird das Restaurant leerstehen, sollte man bis dahin bei der Akquise erfolglos gewesen sein. Die Tatsache, dass der Gastronomiebereich umgebaut wird, soll ein wesentlicher Bestandteil der Ausschreibung sein. Man will mit attraktiveren Räumlichkeiten werben. Ein aktives Hallenmanagement (Stadthalle, Stadttheater und Freizeithaus West) werde voraussichtlich zu einem Stellenmehrbedarf führen, so die Verwaltung.

Und nebenbei entschied man, dass der Begriff Dumeklemmer-Halle, der bei den Bürgern überhaupt keinen Anklang fand, verschwinden wird. Das Gebäude wird „Stadthalle Ratingen“ heißen. Der Angersaal und der Suitbertussaal behalten ihre Namen. Für die neuen Außenbeschriftungen am Gebäude muss man 12.000 Euro berappen. Aus Sicht von Dezernent Filip ist klar: Die Stadthalle steht am Scheideweg. Von einer Millionen-Entscheidung, wie die BU es formuliert hat, könne allerdings keine Rede sein.

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