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Das berichtet Lea Hoffmann aus ihrem Alltag als Sicherheitsfachkraft

Portrait : Objektschutz ist auch eine Frauensache

Angefangen hat alles auf der Ausbildungsmesse „Speed-Dating“ der IHK in Ratingen vor rund drei Jahren. „Ich war damals mit einer Freundin und ihrem Vater da und wollte mich einfach nur über Ausbildungsangebote informieren“, erinnert sich Lea Hoffmann.

Dass die 21 Jahre alte Düsseldorferin aber am Stand der Firma „Heckermann Objektschutz“, die damals auch auf der Messe präsent war, kleben blieb, lag auch an der Intervention des Vaters ihrer Freundin. „Er machte mich auf Heckermann aufmerksam“, sagt Lea, die eigentlich nicht so genau wusste, was sie beruflich machen will. Schnell fand die gebürtige Haanerin aber das Berufsfeld Sicherheit und den damit verbundenen  Ausbildungsberuf interessant. „Es klang spannend und hörte sich sofort sehr abwechslungsreich an.“

Eine Frau in der sehr maskulin dominierten Sicherheitsbranche? Für Lea kein Problem. Sie machte zuerst ein Praktikum bei Heckermann, bewährte sich und fing dann eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit bei dem Sicherheitsunternehmen, das es in Ratingen seit mehr als 30 Jahren gibt, an. „Uns war schnell klar, dass sie die richtige Wahl für eine Ausbildung ist“, sagt Geschäftsführer Rainer Heckermann. Lea war nicht nur in der Berufsschule sehr gut, wo sie fast nur Einsen hatte, sondern insbesondere auch in der Praxis. „Sie ist top und vielfältig einsetzbar, das zeigte sich rasch“, sagt Heckermann und erklärt, dass Lea ihre Ausbildung sogar um ein ganzes Jahr verkürzen konnte.

Folglich hat Heckermann die junge Fachkraft, die in ihrer Freizeit gern reitet oder Wasserski fährt, übernommen. Wohl wissend, dass es in Zeiten des Fachkräftemangels sowie des gegenwärtigen Ansturms auf Hochschulen und Universitäten nicht einfach ist, gute junge Menschen für die Sicherheitsbranche zu bekommen. „Frau Hoffmann macht bei uns vieles. Von der Notrufzentrale, der Planung der Mitarbeiter über Patrouillenfahrten bis hin zur Unterstützung des Einsatzleiters“, lobt Heckermann seine noch junge Mitarbeiterin. Er könne sich langfristig vorstellen, sie zur Führungskraft aufzubauen.

Ob denn Lea schon mal in heikle, brenzliche Situationen geraten ist? „Ja, gerade nachts. Ich fahre zwar selten nachts Patrouille, aber wenn man da auf Jugendliche trifft, kann es hitzig werden“, sagt Lea. Sie wisse sich dann jedoch mit einer klaren Ansprache und einer deeskalierenden Körpersprache zu helfen.

Deeskalierend einzuwirken sei generell sehr wichtig, sagt ihr Chef. Er spricht aus 30-jähriger Erfahrung. „Meine Leute haben keine Waffen, das lehne ich grundsätzlich ab. Wir beschränken uns auf präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Straftaten.“ Der Rest sei Aufgabe der Polizei, sagt er.