Ratingen: Stadt will Hofkindergarten retten

Ratingen: Stadt will Hofkindergarten retten

Die Elterninitiative "Schönheitsmühle" benötigt Geld für die Sanierung des Gebäudes.

Die Stadt Ratingen will die Elterninitiative "Hofkindergarten Schönheitsmühle" unterstützen. Die Einrichtung wurde 2003 gegründet und bietet derzeit 20 Plätze für Kinder unter drei Jahren. Die Gebäude sind in die Jahre gekommen, eine Sanierung ist notwendig. Außerdem ist eine Erweiterung um neue U3-Plätze geplant. "Die Einrichtung ist ein wichtiger Mosaikstein der Jugendhilfeplanung und leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherstellung des Rechtsanspruches auf einen Betreuungsplatz", so das Jugendamt.

Im vergangenen Jahr verstarb die Gründerin der Initiative. Danach wurde die Hofanlage an eine Eigentümergemeinschaft verkauft, was aber der Fortfühung nicht im Wege steht. Die Betriebserlaubnis wurde erst im Oktober vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) erneuert: "Gleichzeitig sah der LVR einen deutlichen und baldigen Instandsetzungs- und Sanierungsbedarf der zur Betreuung der Kinder genutzten Gebäudeteile und der Stallungen für die Tiere, um den Bestand der KiTa langfristig zu sichern. Es wurde jedoch nach bereits punktuell vorgenommenen Reparaturinvestitionen schnell deutlich, dass der Trägerverein mit Durchführung der Gesamtmaßnahme finanziell überfordert ist. Rückstellungen zur (Teil-)Finanzierung konnten nicht gebildet werden. Der in den zurückliegenden 14 Jahren eingetretene Sanierungsstau wurde daraufhin durch ein vom Trägerverein beauftragtes Architekturbüro analysiert und in eine Sanierungsplanung umgesetzt", erklärt das Jugendamt.

Ein Wohngebäude, das bislang mitgenutzt wurde, steht seit dem Eigentümerwechsel nicht mehr zu Verfügung. Auch die Aufstellung eines Waldkindergartenbauwagens auf der Wiese war mal diskutiert worden, um den Erhalt zu sichern. Durch die nun geplante Raumerweiterung werde es zukünftig auch möglich sein, das Betreuungsangebot zukunftsfähiger aufzustellen. Es wurde besprochen, neben der Verlängerung der Betreuungs - und Öffnungszeiten von 35 auf 45 Stunden, der Anpassung der pädagogischen Konzeption an aktuelle Vorgaben und den fachlichen Empfehlungen auch eine zusätzliche Di-Mi-Do-Spielgruppe im U-3-Segment anzubieten. Hierdurch wird es möglich sein, neun weitere U-3-Plätze in Ratingen zu schaffen. Im Gegensatz zu einer zusätzlichen U-3-Gruppe verändert die Di-Mi-Do-Gruppe nicht die Voraussetzungen der bestehenden Betriebserlaubnis.

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Die Gesamtkosten, allerdings ohne Reserve für "unvorhergesehen Kostensteigerungen", betragen rund 276 000 Euro. Es wurden bereits Fördermittel in Höhe von 119 000 Euro von der Stadt beantragt.

Die Stadt will die Einrichtung auf jeden Fall erhalten wissen, so begründet sie ihr finanzielles Engagement: "Die notwendigen Investitionen sind von den Eltern nicht zu leisten." Um die Investitionen abzusichern, werden derzeit mit den Eigentümern Gespräche unter anderem über eine Grundbucheintragung und eine garantierte Mindestnutzungsdauer von zehn bis 15 Jahren geführt.

(JoPr)