1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen

Ratingen: Stadt setzt mehr als 700 Wahlhelfer ein

Ratingen : Stadt setzt mehr als 700 Wahlhelfer ein

Den Wahlsonntag wollen die Ratinger lieber im Grünen oder sonstwo verbringen - jedenfalls nicht im Wahllokal. Von den etwa 68.000 Wahlberechtigten haben über 18.000 die Möglichkeit zur Briefwahl genutzt.

Die Erststimme, die über den Direkteinzug eines Kandidaten in den Bundestag entscheidet, können die Ratinger, Heiligenhauser, Velberter und Wülfrather im Wahlkreis 105/Mettmann II insgesamt acht Bewerbern geben. Um die Zweitstimmen, die über die Zusammensetzung des Bundestages entscheidet, werben 24 Parteien. Der Wahlzettel ist nicht ganz so lang wie beispielsweise bei der Europawahl, doch viele Bürger wollen sich den in Ruhe anschauen und nicht erst in der Wahlkabine.

Wegen des Booms bei der Briefwahl hat Meißner bereits das Personal in einigen der 24 Ratinger Briefwahlbezirken aufgestockt. Traditionell sehr viele Briefwähler gebe es in Mitte und Lintorf, während in West eher weniger Briewahl beantragten. Seit gestern Abend ist das Briefwahlbüro geschlossen. Bis Sonntag, 24. September, 18 Uhr, können die Wahlzettel im roten Briefkasten, Minoritenstraße (ehemaliges Technisches Rathaus) eingeworfen oder im Bürgerbüro abgegeben werden. "Wichtig: Der Briefwahlumschlag kann nicht in einem Wahllokal abgegeben werden", so Meißner. Für besondere Fälle, in den denen beispielsweise eine plötzliche Erkrankung den Gang zur Wahlurne verhindert, steht am Sonntag bis 15 Uhr beim Bürgerbüro ein Kurierfahrer bereit, der Wahlunterlagen notfalls auch ins Krankenhaus bringt und den Umschlag mit dem Stimmzettel wieder mitnimmt.

Immer wieder habe es Nachfragen nach angeforderten Briefwahlunterlagen gegeben, so Meißner. Tatsächlich seien die Briefe innerhalb Ratingens drei Tage unterwegs gewesen. Man selbst bringe die Briefe zur Ratinger Post, doch von dort gehe es erstmal zum Briefverteilzentrum in Langenfeld. So sei es vorgekommen, dass die Unterlagen außerhalb von Ratingen schon mal eher zugestellt würden als in der Stadt selbst.

Der neue Rekord bei der Briewahl führt nicht dazu, dass Wahllokale überflüssig werden. Für 72 Wahllokale Helfer für jeweils zwei Schichten zusammenzubekommen, ist jedesmal eine wahre Sisyphus-Arbeit fürs Bürgerbüro. Meist müssen Mitarbeiter der Stadtverwaltung "dran glauben". Anfang der Woche sah es noch ganz gut aus, doch dann trudelten immer mehr Krankmeldungen ein. Dazu komme in diesem Jahr, dass einige erfahrene Wahlvorstände wegen Ruhestand nicht mehr dabei seien. Sie seien nicht einfach kurzfristig zu ersetzen, sie benötigten eine Schulung. So kann es also am Sonntagmorgen passieren, dass Wähler zwangsverpflichtet werden, wenn nicht mindestens drei Wahlhelfer erschienen sind. Bei der Landtagswahl habe es zwei Fälle gegeben: In der Sparkasse Homberg sei nett gefragt worden, in Tiefenbroich machte ein Vorstand zwei Schichten. Als Erfrischungsgeld gibt es für Beisitzer 40 Euro, für Schriftführer 50 und für den Vorstand 60 Euro "Erfrischungsgeld". Etwa ab 22 Uhr rechnet Meißner mit einem Endergebnis. Wegen der angeblich unsicheren Software "PC Wahl", die von den meisten Kommunen zur Weitergabe der Ergebnisse genutzt wird, müsse alles noch einmal per Hand in Tabellen eingegeben werden, das koste etwa eine halbe Stunde, so Meißner.

(RP)