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Stadt Ratingen will Digitalisierung weiter vorantreiben

Digitalisierung : Auf dem Weg zur Smart-City Ratingen

Das Strategiepapier Ratingen.digital 2025plus ist im Ausschuss für Digitalisierung eingebracht worden und wird in der nächsten Sitzung desselben Gremiums nach der Sommerpause beraten.

(RP/kle) Das Thema  hat bereits im Vorfeld der vergangenen Kommunalwahl breiten Raum eingenommen. Und nun rückt es wieder in den Blickpunkt. Die Digitalisierung praktisch aller Bereiche des Lebens ist seit Jahren im Gange, und das Tempo des Wandels steigt. Gleiches gilt für die Ansprüche der Menschen an die Leistungsfähigkeit digitaler Tools und Prozesse. Die Aufgaben werden immer komplexer, es wird für jede Organisation anspruchsvoller, Schritt mit der technischen Entwicklung zu halten.

Daher hat die Stadt Ratingen bereits im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen großen Schritt getan und die Übertragung ihrer IT-Infrastruktur an einen großen IT-Dienstleister, die Regio IT, eingeleitet. Die formelle Anbindung wurde im Mai 2021 vollzogen.

Nun hat die Stadtverwaltung eine Digitalisierungsstrategie für die nächsten Jahre erarbeitet. Die Regio IT und eine IT-Beratungsgesellschaft waren dabei beratend tätig. Stadtkämmerer Martin Gentzsch, zurzeit der zuständige Fachdezernent, hat das 40-seitige Strategiepapier „Ratingen.digital 2025plus“ jetzt dem Digitalisierungsausschuss des Rates vorgestellt.

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„Gerade in der Corona-Pandemie ist uns allen endgültig und nachdrücklich vor Augen geführt worden, wie essenziell eine gute digitale Infrastruktur ist, angefangen bei den technischen Grundlagen über das Anwendungs-Know-how bis hin zur Bereitschaft, digitale Dienstleistungen in großem Stil anzubieten“, sagt Bürgermeister Klaus Pesch.

„Das Strategiepapier Ratingen.digital 2025plus ist unser Fahrplan für die nächsten Jahre. Ein großes Lob an Kämmerer Gentzsch und die Kollegen aus dem neu strukturierten Amt für Digitalisierung und Informationstechnologie unter der Leitung von André Dietze, die in kurzer Zeit diesen fundierten Handlungsrahmen erarbeitet haben.“

Das Papier beginnt mit einer Vision. Am Ende der Reise in diese schöne digitale Welt muss niemand mehr ins Amt kommen, weil praktisch alle Verwaltungsanliegen auch online erledigt werden können, und zwar nicht nur diejenigen der Stadt Ratingen: Über ein persönliches Bürgerkonto lassen sich auch Leistungen anderer Behörden abrufen, weil es ein großes Serviceportal-Netzwerk gibt.

Es gibt praktisch kein Papier mehr in den Behörden, weil Akten digital geführt werden. Gebäudetechnik ist smart und trägt dazu bei, viel Energie zu sparen, Ampeln und Abfallbehälter im öffentlichen Raum sind interaktiv, ganz Ratingen ist ans Glasfasernetz angebunden, die Schulen haben die Technik für reibungslosen digitalen Unterricht. Dies sind nur einige Beispiele.

„Einige der hier vorgestellten Visionen sind zum Greifen nah, um andere zu realisieren, werden wir einen längeren Weg zurücklegen müssen“, sagt Gentzsch. So wird der flächendeckende Glasfaserausbau in Ratingen durch die KomMITT schon bald abgeschlossen sein, und in den Schulen sei ein hoher technischer Ausstattungsgrad erreicht worden, der zudem kontinuierlich ausgebaut werde. „Wir haben jetzt unsere Ziele, Maßnahmen und konkreten Schritte für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche gesammelt und nach Priorität geordnet.“

Ein wichtiges Handlungsfeld ist die Umsetzung des Online-Zugangsgesetzes und des E-Government-Gesetzes. Diese ermöglichen eine rechtswirksame und funktionale Durchführung von Online-Dienstleistungen von Behörden.

So sollen bis Ende 2022 viele Verwaltungsdienstleistungen online angeboten werden. Ermöglicht wird das durch den Anschluss an das Kommunalportal NRW. Eine weitere große Aufgabe ist die Erneuerung der städtischen Website mit dem Ziel, noch mehr und übersichtlicheren Wissenstransfer sowie nützliche Anwendungen anzubieten. „Hier ist bereits sehr viel aufgebaut worden und verfügbar, wir wollen aber ständig besser werden und diese Verbesserungen in dem hier skizzierten strukturierten Prozess erzielen“, betont Gentzsch.

Hinzu kommen Fachanwendungen für alle Bereiche der Verwaltung, und das geht teilweise weit über interne Dienstprozesse hinaus. Schließlich werden aus der Verwaltung heraus zahlreiche Funktionsbereiche administriert, die sich unmittelbar im städtischen Leben auswirken, beispielsweise im Verkehr, beim Umwelt- und Klimaschutz, bei der Entsorgung oder der Stadtreinigung.

„Die Herausforderung ist deshalb so gewaltig, weil die Aufgabenvielfalt einer Stadtverwaltung außergewöhnlich groß ist“, sagt Gentzsch.

Neben den innerhalb der Stadtverwaltung umzusetzenden Digitalisierungsschritten soll sich in den nächsten Jahren auf breiterer Ebene die Smart-City Ratingen fortentwickeln und definieren.

Hierzu möchte die Stadtverwaltung ihren Beitrag leisten und mit weiteren Akteuren des digitalen Wandels, zum Beispiel den Stadtwerken, der Kommitt, der Standortinitiative InWest, Ratingen Marketing sowie interessierten Ratinger Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern zusammenarbeiten.