Rat Heiligenhaus macht Pause

Wichtige Themen bleiben im Gepäck: Der Stadtrat geht in die großen Ferien

ANALYSE Die Wirtschaftsförderer formieren sich neu, die Bad-Planer auch. Die A44 führt bis Hofermühle. Und der neue Beigeordnete ist endlich da. Das entzerrt die Arbeit.

Rein politisch ist das erste Halbjahr 2018 geprägt von guten Ideen. Die müssen dringend weiterverfolgt werden. Denn allein die Einfälle garantieren noch nicht den allseits gewünschten Erfolg. Drei Themen-Schwergewichte werden wohl im Feriengepäck der Kommunalpolitiker stecken.

Das erste: Nicht erst, seit ein wirklich schöner Sommer angebrochen ist, richten sich auch sorgenvolle Blicke auf das über 50 Jahre alte Heljensbad. Park, Veranstaltungsort, Arena – das riesige Gelände an der Hülsbecker Straße erfüllt viele Funktionen. Davon kann man sich am Freitag dieser Woche wieder ein Bild machen – beim Open-air-Rock mit der Party-Band „Halber Liter“. Die Frage ist, wie lange das noch so bleiben wird. Denn die Planungen für das Heljensbad 2.0 laufen seit dem ersten Halbjahr 2018 auf vollen Touren – und nicht immer auf den Punkt zusammen. Unabhängig davon sollte aber eines nicht vergessen werden: Wenn es eine finanziell nicht auf Rosen gebettete 27.000-Einwohner-Stadt schafft, ein rundum nutzbares Frei-/Hallenbad neu hinzustellen, dann wäre das ein Riesenerfolg. Hinter diesem Ziel dürften Detail-Streitereien einmal zurückstehen. Die Leitfragen sind dagegen so einfach gestellt wie schwer zu beantworten: Was muss das Bad pflichtgemäß bieten (wie die Gelegenheit zum Schulschwimmen)? Wie sehen die typischen Bad-Kunden der Zukunft aus? Was ist finanzierbar? Braucht es zwingend ein Bad am alten Standort? Hier dürfte vor einer Entscheidung im Rat jede Menge Überzeugungsarbeit zu leisten sein. Ein neues Bad und ausnahmslos zufriedene Gesichter? Das wäre wohl reines Wunschdenken. Aber die Planer sind aus einem simplen Grund zum Erfolg verdammt: Bau und Technik des alten Bades werden es nicht mehr allzu lange machen. Und nichts wäre unnützer, als ein leeres, altes Bad, in dem nur noch die Aussicht ins Angertal intakt geblieben ist.

Bürgermeister Michael Beck
Bürgermeister Michael Beck Foto: Achim Blazy

Das zweite: Lärmschutz ist seit Jahr und Tag das Haupt-Ärgernis im winkligen Stadtteil Hofermühle. Jetzt führt die A44 sozusagen direkt vor die Haustüren. Und wenigstens ein erster Schritt hilft weiter: Es gibt eine Tempo-30-Zone. Es braucht keine prophetischen gaben um vorherzusehen, dass Lärmschutz dennoch ein Dauerthema bleiben wird auch an der Hülsbecker Straße und, nicht zu vergessen, in Hetterscheidt. Dass es auf der anderen Seite entlang der zuvor jahrzehntelang überlasteten Hauptstraße ruhig zugeht, ist schön. Hilft aber anderswo nicht weiter. Verkehrslärm ist schließlich kein Kompensationsgeschäft.

Der Autobahnanschluss an die A44 bei
Der Autobahnanschluss an die A44 bei Hofermühle macht den Anliegern Sorge. Inzwischen hilft im winkligen Stadtteil ein Tempolimit Foto: Blazy, Achim (abz)
  • Analyse : Heljensbad: Pläne werfen Standortfrage auf

Das dritte: Die Wirtschaftsförderer stellen sich neu auf. Dafür gibt es gute Gründe – die ihrerseits zu einem Teil mit den Chancen zusammenhängen, die die A44 verheißt. So, wie ein neues Heljensbad zum Schmuckstück der Infrastruktur werden könnte, sio verspricht der allmählich Wirklichkeit werdende Innovationspark ein Stück Aufschwung. Goldgräberstimmung, das wäre wohl zu viel gesagt. aber auch eine Nummer kleiner bliebe den Wirtschaftsförderern genug Arbeit mit dem Schürfen zu tun. Das Konzept verrät vor allem einen ausgeprägten Willen zu Formalisierung wiederkehrender Arbeitsabläufe.

Darüber hinaus wird aber insbesondere auch die Pflege persönlicher Kontakte in den Fokus gerückt. Unternehmer vor Ort werden das Angebot dankbar zur Kenntnis nehmen.