Projekte : Stadt hat in einem Jahr 21 Straßen saniert

Projekte : Stadt hat in einem Jahr 21 Straßen saniert

Das städtische Tiefbauamt hat erstmals unter Vollsperrung fräsen und asphaltieren lassen. Es war ein strammes Programm im Jahr 2019.

Ratingen, die Stadt der Baustellen: Das hat im bald abgelaufenen Jahr nicht jeden begeistert. Doch es musste wohl so sein. Laut Bürgermeister Klaus Pesch hat man die Strategie geändert und jede Maßnahme sozusagen voll durchgezogen. Ergebnis: Es ging schneller und war auch günstiger.

Schöne glatte Straßen, ultraschnelles Internet, umweltschonende Fernwärme – das alles sieht wohl jeder gern in seiner Stadt. Doch eine gute Infrastruktur muss gebaut und instandgehalten werden, und das bedeutet: Baustellen. Auch im Jahr 2019 gab es in Ratingen davon nicht wenige, nicht zuletzt, weil die Stadt ein ehrgeiziges Programm zur Sanierung von Fahrbahndecken abgearbeitet hat.

Dabei hat das städtische Tiefbauamt erstmals unter Vollsperrung fräsen und asphaltieren lassen. Das neue Konzept habe sich unter dem Strich sehr gut bewährt, so die Bilanz. Der Hauptvorteil dieser Methode: Die Bauarbeiter können ihr Werk weitgehend ungestört verrichten. Das geht deutlich schneller als unter Verkehr mit Inselbaustellen, die alle separat abzusichern sind. Die sichtbare Folge: Alle 21 Straßen des Sanierungsprogramms 2019 konnten weitgehend pünktlich fertiggestellt werden, als letzte die Kreuzstraße. Selbst Hauptverkehrsadern wie die Homberger Straße oder der Freiligrathring waren in der Regel nach einer Woche oder zwei Wochen fertig.

Nur bei einzelnen Maßnahmen gab es punktuelle Verzögerungen von wenigen Tagen wegen schlechten Wetters oder unvorhergesehenen Mehraufwands.

Auf der Gegenseite bedeutet eine Vollsperrung aber natürlich auch einen stärkeren Eingriff in den Verkehr. Vor allem Anwohner mussten sich auf die Situation einstellen. „Wir haben uns aber bemüht, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten und in Härtefällen auf die Belange der Betroffenen dezidiert einzugehen“, sagt Tiefbauamtsleiter Ekkehard Deußen.

So waren die Vollsperrungen für Anlieger in der Regel zwischen 17 und 7 Uhr aufgehoben, so dass die Anwohner ihre Häuser abends mit dem Auto erreichen konnten. „Die Resonanz war überwiegend positiv“, urteilt Deußen.

„Trotzdem kann man trotz noch so guter Vorbereitung nicht immer alle Einzelprobleme voraussehen. In solchen Fällen haben wir aber meistens eine befriedigende Lösung gefunden.“

Bürgermeister Pesch, der die Baustellen in Ratingen stets mit wachsamem Blick beobachtet, äußert sich sehr zufrieden: „Baustellen nerven, also sollten sie so schnell wie möglich abgeräumt werden. Das haben wir durch die Vollsperrungen erreicht. Ein herzliches Dankeschön gebührt den Verkehrsteilnehmern für ihre Geduld, der ausführenden Baufirma für ihre gute Arbeit und ihre Flexibilität sowie den Mitarbeitern des Tiefbauamtes für das gute und bürgernahe Management der Baustellen.“

Es war durchaus ein finanzieller Kraftakt, den die Stadt auf den Weg gebracht hat. Als eines der letzten Projekte des umfangreichen „Innenstadtpaketes“ war die Kleiststraße an der Reihe. Diese Straße war in diesem Jahr noch gar nicht für eine Sanierung vorgesehen.

Und die Maßnahmen an der Grabenstraße und Lintorfer Straße (Hauser Ring bis Angerbad) sind verschoben worden. An diesen Straßen stehen im nächsten Jahr weitere Tiefbauarbeiten an, die sinnvollerweise mit den Asphaltarbeiten kombiniert werden. Stattdessen wurden nun die Kleiststraße und die Kreuzstraße vorgezogen.

Auf dem kurzen Abschnitt der Kleiststraße wurde wie bei allen diesjährigen Maßnahmen unter Vollsperrung gearbeitet. Es handelte sich um eine Unterhaltungsmaßnahme, daher mussten die Anwohner keine Straßenbaubeiträge bezahlen. Immer wieder musste das Tiefbauamt auf die starke Abhängigkeit vom Wetter bei der Herstellung der neuen Fahrbahn hinweisen. Das Problem: Wenn es regnet, kann nicht asphaltiert werden. Insofern konnten sich immer wieder Abweichungen von genannten Terminen ergeben. Fazit: Man kann mit dem Maßnahmenbündel zufrieden sein.