Homberg: St. Jacobus bekommt einen neuen Hut

Homberg: St. Jacobus bekommt einen neuen Hut

Die Kirche in Homberg ist seit vier Wochen eingerüstet. Das Dach des Kirchturms wird neu mit Schiefer eingedeckt.

Petersdom spricht sich flotter als katholische Kirche Sankt Jacobus der Ältere. Selbst die Abkürzung d. Ä. ändert nichts daran. Homberg ist besonders, und Homberg pflegt seine Preziosen. So wird die katholische Kirche derzeit mit neuen Schieferschindeln gedeckt.

Die Stadt Ratingen schreibt stolz über St. Jacobus. d. Ä.: "Die Kirche in der heutigen Form wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut und in den folgenden Jahrhunderten immer wieder grundlegend renoviert und restauriert, zuletzt 2003/04. Nach gründlicher Außen- und Innensanierung präsentiert sich St. Jacobus heute in äußerst purifizierten, geradezu modernen Formen. Die Pfarrkirche St. Jacobus der Ältere ist neben der katholischen Ratinger Stadtkirche St. Peter und Paul das älteste erhaltene Gotteshaus in Ratingen, eines der ältesten im Kreis Mettmann überhaupt."

Während der Zeit der Arbeiten ist die Kirche eingerüstet. Im Juni soll alles fertig sein. Foto: Blazy Achim

Darauf kann man stolz sein. So war unter anderem der Kirchenvorstand auch noch froh, dass das Dach offenbar die heftigen Stürme der jüngeren Vergangenheit unbeschadet überstanden hatte. Irrtum. Das Dach musste neu eingedeckt, der Haupteingang vorübergehend mit einem Schutzdach versehen werden, damit die Gläubigen bei ihrem Kirchgang sicher waren. St. Jacobus liegt etwas erhöht im Zentrum des Dorfes, inmitten eines alten, zum Teil mit einer Mauer umgebenen Friedhofs, der seit 1808 nicht mehr belegt wird.

Seit vier Wochen nun ist die Kirche eingerüstet und macht sich eine Fachfirma aus dem Koblenzer Raum daran, dem Gebäude einen neuen Hut aufzusetzen. Für die Planung zeichnet die Ratinger Architektin Kathrin Beckmann (Büro Lücker/Beckmann) verantwortlich, betreut wird die Baustelle unter anderem von Architektin Anke Vollmer und Willi Rummel, dem örtlichen Bauleiter. Alle zusammen - natürlich auch Kirchenvorstandsmitglied Reinhold Haferkamp - hoffen, dass im Juni alles geschafft sein wird. Und was die Finanzierung des aufwendigen Unternehmens betrifft, so wird bei einem solchen Schnellschuss auch nicht vergeblich in Köln angefragt.

  • Ratingen: Zweieinhalb Stunden umjubeltes Programm : Neujahrskonzert vor begeisterten Zuhörern

Dechant Daniel Schilling erklärte übrigens zum "c" in Jacobus (das von korrekten Schäfchen der Gemeinde nachdrücklich eingefordert wird), dass St. Jacobus als frühmittelalterliche Kirche die latinisierte Form des Namens für sich in Anspruch nimmt, während andere Pfarreien mit diesem Patronat meist jünger sind. Egal - beide sind nach Jakobus, dem Donnersohn, benannt.

Und nun zu den Abmessungen der Homberger Kirche. Die vergoldete Kugel an der Turmspitze liegt auf einer Höhe von rund 42,70 Meter über Gelände, die Spitze des Kreuzes bei etwa 45,70 Meter über Gelände. Da die Traufe des Turms in 23,50 Metern Höhe angebracht ist, bleibt für die nun zu verschiefernde Haube eine Höhe von 19,20 Metern.

Das "abgeschleppte Fußwalmdach" erhebt sich mit acht Flächen über einer quadratischen Turm-Grundfläche mit neun Metern Kantenlänge. Und zuletzt - es sind 350 Quadratmeter Schieferplatten anzubringen. Dieser Schiefer heißt Moselschiefer. Er entstand vor 350 bis 400 Millionen Jahren durch Ablagerung von Tonschlamm.

(RP)
Mehr von RP ONLINE