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Handball: Zündorfs makellose Bilanz

Handball : Zündorfs makellose Bilanz

Der TV Heiligenhaus hat im ersten Heimspiel der Vereinsgeschichte gegen den Nachbarn TuS Lintorf beim 26:28 keine Chance und steigt in die Landesliga ab. Der Vize-Meister dagegen jubelt.

Die Lintorfer Handballer hielten Wort. Im Verbandsliga-Nachbarderby beim TV Heiligenhaus, wo die Grün-Weißen bisher noch nie ein Punktspiel bestritten, setzten sie sich nach kämpferisch überzeugender Vorstellung 28:26 (15:14) durch. Dies bedeutet für die Hausherren den endgültigen Abstieg. Der TV Heiligenhaus bezog die vierte Niederlage in Folge und muss nach nur einem Jahr zurück in die Landesliga. Das Gastspiel kommenden Samstag in Kettwig ist nur noch für die Gastgeber von Bedeutung.

Die Lintorfer starteten ungemein druckvoll vor 100 Zuschauern und lagen nach sieben Minuten bereits 6:1 vorne. Vor allem Martin Zündorf wollte zeigen, dass sein Weggang für die linke Seite ein erheblicher Verlust bedeutet. Der 25-Jährige geht für ein Jahr zum Studium nach Schweden. Zwei feine Tempogegenstöße setzte er bereits in der Startphase dem machtlosen Asomaning in die Maschen und der musste anschließend raus. TVH-Coach Jürgen Tiedermann reagierte früh. Robin Wiebusch kam. Aber Zündorf trumpfte auch in der Folgezeit auf, hatte bei insgesamt sechs Toren keinen Fehlwurf.

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Für die Heiligenhauser spricht, dass sie nie aufgaben. Eine Führung gelang nie, aber es wurde spannend. Beim Stand von 9:9 (17.) durch Roman Tolstych waren die Hausherren dran. Biermann rief zur Auszeit, der TVH jubelte.

Entscheidend für dessen Niederlage, der sich bei einem Sieg vielleicht noch etwas hätte ausrechnen können, war der erneut schwache Start in den zweiten Durchgang. Wieder schlug Zündorf zweimal zu, zudem Stefan Sossalla und der in der Abwehr überzeugende Tim Bauerfeld. 19:14 (34.) für Vize-Meister Lintorf, der aus den letzten acht Spielen 15 Punkte einfuhr.

Heiligenhaus wirkte durch den genannten Rückstand unglaublich nervös. Tolstych scheiterte freistehend am starken Sven Voigtländer und der parierte gleich im nächsten TVH-Angriff den Siebenmeter von Dumschadt. Vorher hatten schon Franke und Mühlenhaupt Strafwürfe ausgelassen. Auch dies schmerzte bis zum Abpfiff.

Rote Karten gab es ebenfalls. Früh traf es den Heiligenhauser Alex Kimmel (20.), später den Lintorfer Markus Sossalla (51.). Es wurde sich auf beiden Seiten nichts geschenkt, dennoch blieb alles im Rahmen. 23:25 kam der TVH in der 54. Minute heran. Aber diese Aufholjagd kostete viel Kraft. In der Endphase wirkten die Gäste reifer, die ihre Chancen zu nutzen wussten, was dem TVH unter Zeitdruck nicht gelang.

Dessen Trainer Jürgen Tiedermann: "Es war mehr drin. Aber der Fehlstart kostete anschießend viel Kraft, zumal wir auf 4/2 umstellten. Es war für die Schiedsrichter nicht einfach bei diesen engen Situationen. Wenn man unten steht wie wir, dann spielt auch oft die Angst mit. Man will keinen Fehler machen und so etwas ist hemmend."

Die Lintorfer strahlten. Nun stehen sie zum Saisonabschluß noch vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger Überruhr, wo es im Hinspiel eine peinliche Niederlage gab. Diesen Gast können die Grün-Weißen runter in die Landesliga schießen, sofern sich der Erzrivale TV Ratingen in Cronenberg durchsetzt.

Trainer Lars Biermann: "Als wir uns früh mit sechs Toren abgesetzt hatten, schien alles gelaufen. Nur so ist der anschließende Schlendrian zu erklären. Dennoch waren wir jederzeit die bessere Mannschaft und insgesamt ist es in Ordnung, was wir gezeigt haben."

Seine Assistentin Nadine Heinemann: "Mit dem Ergebnis bin ich zufreiden. Nicht so ganz mit dem Gezeigten." Die Bestnoten neben Zündorf verdienten sich der diesmal viel im Innenblock verteidigende Philipp Hattig und der schussstarke Stefan Sossalla.

(w-m)