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Handball: Zündorf: Unterschiedliche Konzepte und Aufgaben

Handball : Zündorf: Unterschiedliche Konzepte und Aufgaben

Peter Zündorf, langjähriger Handballer des TuS 08 Lintorf, ist glücklich über die Situation in Ratingen. Gleich drei Herrenmannschaften sind in der Verbandsliga vertreten, der zweithöchsten Spielklasse der Senioren im Handballverband Niederrhein.

Hinzu kommen sogar noch eine A-Jugend in der Bundesliga, sowie viele weitere Herren-, Damen- und Jugendmannschaften. "Der Ratinger Handball lebt von genau dieser Vielfalt", sagt er. "Die Ansätze und Ressourcen, welche die einzelnen Vereine zur Verfügung stellen können, sind dabei recht unterschiedlich und das ist auch gut so."

Die SG Ratingen habe in kürzester Zeit eine Sonderstellung eingenommen, indem sie durch alle Altersklassen hindurch professionellen Leistungssport anbieten wolle. Die jüngste Vergangenheit hat belegt, dass dieser Weg nicht falsch sei, so Zündorf anerkennend. "Wenn man aber hier von Neid der anderen Vereine auf diese Leistung und Erfolge spricht, dann ist es mit Sicherheit der falsche Begriff", sagt er.

Leistung sei zwar inzwischen zur gesellschaftlichen Maxime geworden, doch das dürfe nicht die aller Handballvereine in Ratingen sein. "Die Sportvereine haben neben den Aspekten Leistung und Erfolg auch einen Sozialauftrag", argumentiert Peter Zündorf. "Es geht darum, Werte wie Disziplin, Teamgeist und Fairness zu vermitteln." Wichtig sei es außerdem, den Menschen die Ausübung einer Sportart zu ermöglichen, die diesen nicht unter dem Leistungsaspekt betreiben wollten und könnten. Die Nachwuchsarbeit der anderen Vereine als Form der Sozialarbeit zu bezeichnen, sei keineswegs falsch.

Dies dürfe jedoch nicht despektierlich geschehen, da sich ansonsten die vielen Trainer und ehrenamtliche Helfer vor den Kopf gestoßen fühlten. "Das macht es für die Vereine nicht leichter, Unterstützer für ihre Mannschaften zu finden und die sportliche Förderung weiterzuentwickeln", erklärt Peter Zündorf.

Viele Sportvereine haben sich nicht nur zu einer Sportart bekannt, sondern bieten ihren Mitgliedern eine Vielzahl von Sportmöglichkeiten in jedem Alter und jedem Leistungsstand. "Diese Vereine haben in der Vergangenheit schon nachhaltig bewiesen, dass sie ihrem Sozialauftrag nachkommen können", so Peter Zündorf, der froh ist, dass es verschiedene Konzepte und Ansätze, aber auch zur Verfügung stehende Ressourcen gibt, was zu akzeptieren und respektieren sei.

(RP)