Lokalsport: Wütende Aliens erzwingen Spiel fünf

Lokalsport: Wütende Aliens erzwingen Spiel fünf

Nach der unglücklichen Niederlage am Freitag überrollt der Eishockey-Regionalligist Hamm im eigenen Stadion.

Tim Brazda konnte sich kaum einkriegen. "Unfassbar, das ist so eine Frechheit", sagte der Angreifer der Ratinger Ice Aliens am Freitag nach der unfassbar unglücklichen Heimniederlage des Eishockey-Regionalligisten gegen die Hammer Eisbären. Der Stürmer hatte kurz vor Schluss, als die Aliens bereits in Unterzahl spielten, eine zusätzliche Strafe bekommen, die höchst zweifelhaft war - in dieser verloren die Ratinger das Spiel nach einer 3:2-Führung tatsächlich noch mit 3:4. Gestern also konnte Hamm mit einem weiteren Erfolg ins Play-off-Halbfinale einziehen. Doch die wütenden Aliens hatten etwas dagegen und demontierten den Gegner in eigener Halle 4:0 (3:0, 0:0, 1:0). Morgen (20 Uhr) findet das fünfte und letzte Viertelfinalspiel in eigener Halle statt.

Zurück zu Freitag: 3:2 führten die Aliens. Dann verlor Pascal Behlau komplett die Nerven, streckte Hamms Oliver Kraft nach einem Torschuss mit einem Cross-Check nieder und durfte zurecht Duschen gehen. "Die fünf Minuten hätten wir aber überstanden", meinte Tobias Brazda. "Vielleicht hätten wir ein Gegentor gekriegt, aber niemals zwei." Weil Schiedsrichterin Ramona Weiß jedoch einen ziemlichen Blackout erlitt, spielten die Ice Aliens in den letzten Minuten sogar mit zwei Mann weniger. Ihr Assistent machte sie drauf aufmerksam, dass es einen versuchten Stockstich seitens Tim Brazda gegeben haben sollte. Den hatte außer ihm auf dem Eis nur keiner gesehen. Mit etwas Fingerspitzengefühl hätte die Schiedsrichterin das Spiel weiterlaufen lassen - so jedoch entschied sie es mit einer doppelten Zweiminutenstrafe zugunsten der Gäste.

"Das ist unfassbar. Ich bin ganz sicher kein Kind von Traurigkeit", meinte Tim Brazda. "Aber ein Stockstich ist unter meiner Würde, sowas mache ich nicht. Wenn, gehe ich einen Gegner mit offenem Visier an." Die Folge: Die Aliens fühlten sich um den Sieg betrogen - und waren richtig, richtig wütend.

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So wütend offenbar, dass sie in Hamm top motiviert antraten. "Wir werden am Sonntag in Hamm gewinnen, da bin ich mir völlig sicher", meinte Tim Brazda. Er sollte Recht behalten: Keine vier Minuten waren gespielt, da traf Milan Vanek zum 1:0. Der Stürmer war von hinter dem Tor von Dennis Fischbuch bedient worden. In der 14. Minute legten die Außerirdischen nach. Vom Bully weg kam der Puck zu Dustin Schumacher an der blauen Linie. Er zog per Schlagschuss unhaltbar ab. Und noch vor der Pause fiel der dritte Treffer der Ratinger: Benjamin Hanke tankte sich durch und traf zum 3:0. Das war schon die Vorentscheidung.

In der Folge verwalteten die Aliens das Ergebnis. Hamm kam selten gefährlich vor das Tor von Christoph Oster. Spätestens, als Stepan Kuchynka zu Beginn des Schlussdrittels einen Abpraller von Eisbären-Goalie Sebastian May zum 4:0 verwertete war klar, dass die Serie ihr Entscheidungsspiel bekommt - morgen, 20 Uhr am Sandbach.

(RP)