Fußball : von Gersums Erfahrung

Ratingen 04/19 bleibt auch im vierten Punktspiel nach der Winterpause ungeschlagen. Nach einem 0:2-Rückstand beim SV Sonsbeck treffen Yannic Melis und Daniel Rehag zum Ausgleich.

An Daniel Rehag scheiden sich die Geister. Wenn er den Ball mit der Sohle mitnimmt, dreimal den Übersteiger macht, tänzelt wie eine Primaballerina, ohne dass etwas dabei herum kommt; oder wenn er den Freistoß zum wiederholten Mal in die Wolken drischt. Einige fordern dann seine Auswechslung, weil ihm an einem solchen Tag nicht klappt. Diese Ansicht vertrat gestern auch der Vorsitzende Jens Stieghorst. Dem widersprach der Ehrenvorsitzende Erich von Gersum: "Warte ab, der macht noch ein Tor." Und auch Trainer Alfonso del Cueto war hin- und hergerissen, entschied sich aber, Rehag auf dem Feld zu lassen. Tatsächlich dankte es der 26-Jährige mit dem Ausgleich kurz vor Schluss. Kris Leipzig hatte ihn auf die Resie geschickt, Rehag wimmelte seinen Gegenspieler ab, umkurvte den Torhüter und schoss zum 2:2 ein. Und hätte Müller den Ratinger nicht Sekunden vor Schluss unfair gestoppt und dafür rot gesehen, so hätte Rehag wahrscheinlich sogar noch den Siegtreffer erzielt. Aber das wäre auch wirklich zu viel des Guten gewesen, denn sowohl Rehag, als auch seine Mitspieler überzeugten nicht.

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Die Gäste fanden überhaupt nicht ins Spiel und lagen nach einer halben Stunde 0:2 zurück. Nach einem Fehlpass von Prengel im Aufbau stand Pastoors völlig blank und traf aus zwölf Metern zur Führung. Dann kreuzte Rankl allein vor Torhüter Glenz auf, der ihn unsanft stoppte. Der Gefoulte verwandelte den Elfmeter selbst. Erst jetzt wurden die Ratinger aktiver und kamen mal über die Mittellinie. Der Anschlusstreffer durch Yannic Melis war allerdings ein Zufallsprodukt. Immerhin befolgte er den Rat des Trainers, der ihm vor dem Spiel gesagt zhatte: "Yannic, Du bist zwar ein Sechser, aber Du darfst trotzdem mal ein Tor machen."

Nach dem Wechsel schliefen beide Mannschaften fast ein. Nach einem Foul an Hecht zeigte der Unparteiische nicht auf den ominösen Punkt, doch schickte er drei Spieler in einem keineswegs unfairen Spiel vorzeitig in die Kabinen. Rot für Terlinden nach einem Foul im Mittelfeld an Kirschstein und Müller, gelb-rot für den Ratinger Velija nach Handspiel und späterem Foul.

Enttäuschend war, dass die Ratinger in der chancenarmen Begegnung weit hinter ihren Möglichkeiten blieben. In Überzahl waren meist fünf Spieler hinter dem Ball, kaum einer ging in den gegnerischen Strafraum.

So herrscht Ratlosigkeit: Soll man mit dem einen Punkt zufrieden sein oder nicht? Und soll Rehag ausgewechselt werden oder nicht?

(RP)