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Vereine und Fußball-Verband Niederrhein sprechen über die Oberliga

Plan für den Neustart : Die Hinrunde soll beendet werden

Der Fußball-Verband Niederrhein hat mit den 23 Vereinen der Oberliga über die Fortsetzung der Saison konferiert. Eine Annullierung der Spielzeit wünscht niemand, vier Wochen Vorbereitung sind aber vor einem Neustart nötig.

Am Dienstagabend kamen die Vereine der Fußball-Oberliga, darunter auch Ratingen 04/19, mit dem Fußballverband Niederrhein (FVN) zu einer Konferenz zusammen, die weniger dazu gedacht war, schon zu konkreten Entscheidungen zu kommen, als vielmehr die Vereine darüber zu informieren, welche Möglichkeiten zur Abwicklung der Spielzeit 2020/21 es aktuell noch gibt – und natürlich die Meinung der Vereine zu hören. Immerhin ist die Spielklasse mit 23 Mannschaften so groß, dass sie nicht mehr bis Ende Juni komplett zu Ende gespielt werden kann. Sollten mindestens 50 Prozent der Spiele absolviert werden können, könnte es laut Durchführungsbestimmungen immerhin eine Wertung und damit auch Auf- und Absteiger geben. Klar ist, dass es aus der Regionalliga Absteiger in die Oberliga geben wird, weil hier schon die erforderlichen 50 Prozent der Spiele absolviert sind.

Zurück zum Dienstag: Zunächst einmal lobte FVN-Pressesprecher Henrik Lerch den Umstand, dass alle 23 Klubs bei der Video-Konferenz mit an Bord waren. Die zentrale Frage, bei der der FVN die Meinung der Vereine hören wollte, war logischerweise die nach dem Umgang mit der laufenden Spielzeit. Am Anfang gab es wohl doch die eine oder andere Stimme, die vom Verband einen klaren Zeitplan einforderte, bis wann wieder gespielt werden muss, soll zumindest die Hinrunde noch absolviert werden. Den Zeitplan kann es aber naturgemäß nicht geben, weil es ihn bedingt durch die Pandemie in keinem Lebensbereich gibt.

„Letztlich war es aber dann doch so, dass sich die überwiegende Zahl der Vereine klar dafür ausgesprochen hat, dass die Hinrunde unbedingt zu Ende gespielt werden soll, wenn das irgendwie möglich ist, anstatt die Saison zu annullieren“, schilderte Lerch. Ein Modell, das Staffelleiter Clemens Lüning vorgelegt hat, sieht vor, wie die Hinrunde bis Ende Juni zu Ende gebracht werden könnte, wenn ab dem 11. April wieder gespielt werden könnte. Ein paar Englische Wochen nehmen die Teams sicher gerne in Kauf – nach einer derart langen Pause.

Eine andere Frage war auch die nach dem Zeitpunkt des ersten Pflichtspiels, wenn etwa Anfang März das Training wieder erlaubt sein sollte. Einige Vereine argumentierten, dass die Pause dann ja immerhin deutlich länger gewesen sei als üblicherweise in der Sommerpause. Schon diese Frage zeigt, wie schwierig es auch hier wieder ist, es allen Parteien recht zu machen. Denn es könnte ja wie beim ersten Lockdown auch zunächst wieder ein körperloses Training erlaubt werden. Mehr als vier Wochen Vorbereitung wollte dann letztlich aber doch keiner der Klubs.

Die neuen Beschlüsse der Ministerpräsidenten-Konferenz am Dienstagabend brachten hervor, dass der Lockdown im Amateursport bis Mitte Februar verlängert wird. Die Aufnahme des Trainingsbetriebs wird also frühestens danach möglich sein – doch auch das bleibt weiterhin in der Schwebe. „Dem Verband sind dadurch ja auch die Hände gebunden“, sagt Martin Hasenpflug mit Verständnis für den FVN. Der Trainer von Ratingen 04/19 ergänzt: „Die Verlängerung des Lockdowns ist für uns natürlich schade, auf der anderen Seite wollen wir alle natürlich auch, dass die Bevölkerung gesund wird und die Zahlen der Infektionen wieder so weit zurückgehen, dass wir wieder unser soziales Leben und unseren Sport zurückbekommen können.“

Hasenpflug betont: „Die schlechte Nachricht ist nicht die Verlängerung des Lockdowns, sondern, dass die Zahl der Infektionen nicht so zurückgegangen ist, wie man das gehofft hat. Wir wünschen uns alle, dass es ab Mitte Februar wieder einen Schritt Richtung Normalität gibt. Ich versuche, da so optimistisch wie möglich zu bleiben.“