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Vereine erarbeiten Konzepte für die Regionalliga Nordrhein

Aussetzung durch die Pandemie : Handball-Pause könnte bis nach Ostern dauern

Die Regionalliga-Klubs haben sich online auf eine Beschlussvorlage für den Handball-Verband verständigt. Sicher ist: Schnell geht es nicht weiter. Die SG Ratingen gehört zu den Vereinen, die sich eine Perspektive in Form eines Aufstiegs wünschen. Absteiger soll es nicht geben.

Am Mittwochabend haben sich die 15 Vereine der Regionalliga Nordrhein online zusammengefunden und sich rund zwei Stunden über die Fortführung des Spielbetriebs ausgetauscht – trotz Einladung war von den zuständigen Handball-Verbänden niemand dabei. „Das ist schon eine Geschichte, die alle bemängelt haben – dass es keine richtige Mitsprache gibt und die Vereine auch nicht gehört werden“, berichtet Bastian Schlierkamp.

Der Geschäftsführer der SG Ratingen war einer der Initiatoren des Treffens, dem ein Positionspapier vorangegangen war, in dem er mit seinen Mitstreitern Alexander Zapf (HG Remscheid) und Simon Breuer (BTB Aachen) Konzepte für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs ausgearbeitet hatte. Diese hatten sie den anderen Vereinen vorab geschickt und das Online-Treffen für Mittwochabend vereinbart – am selben Tag waren die Verbände nach und nach der Entscheidung des Deutschen Handball-Bundes (DHB) gefolgt, den Spielbetrieb in ihren Amateur-Ligen bis mindestens Januar 2021 auszusetzen.

So hatte das Treffen noch einmal etwas Dynamik gewonnen, hatte es doch bislang aufgrund der seit 2. November geltenden politischen Beschlüsse „nur“ den Monat November betroffen, in dem kein Nicht-Individual-Amateursport möglich sein sollte. Nun ist die Zwangspause ausgedehnt. In einer ersten Abfrage unter den Vereinsvertretern stellte Schlierkamp fest, dass „die Interessenslage schon sehr differenziert ist“.

Letztlich gab es aber einen Konsens: „Wir haben es auf den kleinsten gemeinsamen Nenner heruntergebrochen“, sagt Schlierkamp und erläutert: „Es muss auf jeden Fall eine Perspektive geben mit einem Aufstieg. Und es sind sich alle einig, dass es in dieser besonderen Situation keinen Abstieg geben kann.“ Wichtig ist den Klubs zudem, dass „man mit Blick auf die Gesundheit der Spieler mindestens vier bis sechs Wochen Vorlauf hat, bis die Saison nach der Freigabe durch die Politik wieder losgeht“, betont Schlierkamp und ergänzt mit Blick auf regionale Besonderheiten: „Das heißt auch, dass es Vertreter geben kann, die erst einmal keine Halle haben, wie Duisburg, aber da gibt es eine gewisse Solidarität, dass man Hallenzeiten teilt.“

Aus diesen Aspekten wurde eine Beschlussvorlage aufgeschrieben, die der Remscheider Alexander Zapf allen Vereinen zukommen ließ. Zudem wurden drei Vertreter der Liga gewählt (siehe Info-Kasten), die mit dem Verband nun eine Lösung finden sollen. „Jetzt gucken wir mal, dass wir da vorankommen. Es sind natürlich unterschiedliche Interessen vertreten, welcher Modus nachher gespielt werden soll. Da konnten wir uns noch nicht so richtig drauf einigen, weil keiner weiß, wann es wirklich weitergeht und es ja auch den X-Faktor eines Impfstoffes geben kann“, sagt Schlierkamp. „Das sind alles Themen, die wir nicht beeinflussen können. Wir glauben aber schon, dass es in irgendeiner Form nach Ostern weitergehen kann.“ Zur Erinnerung: Ostern ist im Jahr 2021 Anfang April – bis dahin hätte die Regionalliga ursprünglich schon 22 Spieltage gehabt, nun sind es gerade einmal vier.

Nach der Vorleistung der Vereine liegt der Ball bei den zuständigen Handball-Verbänden, wobei es im Bereich Niederrhein vermutlich nicht hilfreich ist, dass in Michael Girbes unlängst der Leiter der Technischen Kommission nach Unstimmigkeiten mit seinem Präsidium zurückgetreten ist. Die Vereine wollen im Dezember ein zweites Online-Meeting veranstalten, um sich über die Lage auszutauschen – vielleicht ist ja dann schon etwas vonseiten des Verbandes zu hören oder einer seiner Vertreter nimmt immerhin an der Konferenz teil.