Lokalsport: Verbandsliga fiebert Spitzenspiel entgegen

Lokalsport : Verbandsliga fiebert Spitzenspiel entgegen

Die Handballer des TV Ratingen treten am Samstag als Tabellenzweiter gegen den Ersten SG Langenfeld II an.

Mehr Gipfeltreffen geht kaum. Der Zweite erwartet den Ersten. Einer wird sicher Vizemeister, der andere sicher Meister - und Aufsteiger zur Oberliga. Das Kräftemessen in der Handball-Verbandsliga am Samstag (18 Uhr, Halle Europaring) zwischen dem Herausforderer TV Ratingen und dem Tabellenführer SG Langenfeld II (SGL) ist am viertletzten Spieltag wie ein Finale. Deshalb ist davon auszugehen, dass beide Teams alles in die Waagschale werfen. "Ich denke, dass wir ein Duell auf Augenhöhe sehen werden", findet TV-Trainer Ralf Trimborn. Zusammen mit seiner Mannschaft ist er nicht nur heiß auf das Spiel, sondern auch auf einen Sieg. In diesem Punkt denkt sein SGL-Kollege Olaf Schulz ähnlich: "Wir stehen jetzt schon lange oben. Wir wollen auf jeden Fall gewinnen."

Langenfeld hat 37:7 Zähler, der TV steht bei 36:8. Für die SGL sprechen das bessere Torverhältnis (plus 112/plus 63) sowie der bei Punktgleichheit am Ende entscheidende direkte Vergleich. Da bringen die Gäste ein 30:26 aus der Hinrunde mit. Also stellt Trimborn einen Zwei-Stufen-Plan auf: "Es geht um einen Sieg - und wir brauchen vier Tore Unterschied. Ganz Ratingen lechzt nach dem Aufstieg." Gewinnen die Hausherren, gehen sie mit einem knappen Polster in den Rest der Saison. Gewinnt Langenfeld, wäre der Vorsprung mit drei Punkten wohl groß genug für die restlichen Aufgaben gegen den Sechsten SG Ratingen II (28. April), beim Vorletzten TB Wülfrath (5. Mai) und gegen den Siebten Solinger TB (12. Mai). Ratingen tritt nach dem Spitzenspiel gegen den Achten LTV Wuppertal II (28. April), bei der SG Ratingen II (5. Mai) und gegen den TB Wülfrath an (12. Mai). Die Aufgaben sind nahezu deckungsgleich schwierig.

Das Duell der Hinrunde hatte Langenfeld ab der elften Minute (5:5) im Griff und der TV schien später entscheidend geschlagen zu sein - 12:19 (34.), 14:21 (39.). Dass sich sein Team etwas herankämpfte, fand Ratingens Coach beachtlich - wie die Leistung der damaligen Gastgeber: "Langenfeld hatte auf alles eine Antwort." Eine dieser Antworten war der starke Keeper Tobias Hanke. Trimborn hält drei Feldspieler für weitere SGL-Schlüsselfiguren: Steffen Hambrock, Matthias Herff und ganz besonders Andreas Nelte, der mit 35 Jahren die Handball-Leidenschaft eines Spielers zeigt, der am Anfang seiner Karriere steht. "So einen möchte jeder Trainer haben", gibt Trimborn zu, "ich habe großen Respekt vor den Leistungen der Langenfelder."

Beide Trainer wollen sich was einfallen lassen - was sie naturgemäß nicht vorher auszubreiten gedenken. Einer der Ideen der SGL dürfte es sein, Ratingens Rückraumspieler Jan-Moritz Metelmann besser in den Griff zu bekommen, dem im Hinrunden-Duell elf Treffer gelangen. In der offziellen Torschützenliste der Verbandsliga liegt Metelmann mit 135 Toren auf Rang vier - relativ klar vor Tobias Kolletzko (105), der als bisher bester Langenfelder Elfter ist. Bei den Siebenmetern ist Ratingens Jörg Schomburg sogar der Beste in der Verbandsliga (59 von 72 Versuchen verwandelt), während Langenfelds Matthias Herff (36 von 46) auf Platz fünf folgt.

Ratingen mit dem stärksten Angriff (650 Tore) fordert Langenfeld mit der stärksten Abwehr (519 Gegentreffer). Der TV kann außerdem für sich in Anspruch nehmen, dass er seit der Niederlage in Langenfeld am 9. Dezember 2017 nicht mehr verloren hat - 22:2 Punkte. Die SGL verlor Anfang 2018 zwei Mal. Anschließend holte sie acht Siege in Serie, während der TV jüngst beim 21:21 gegen Essen und beim 19:16 in Mülheim nicht überzeugte. "Das ist vergessen, das spielt keine Rolle mehr", findet Trimborn. Mit Schulz ist er sich total einig: Mehr Gipfeltreffen geht kaum. Es ist alles angerichtet für ein tolles Spiel.

(RP)
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