Handball TVR lässt erfolgreiche Lintorfer ziehen

LINTORF · Ohne Moritz Metelmann ging es nicht. Ein geschwächter TV konnte die Erfolgsserie des Tabellenzweiten nicht stoppen.

 Voller Körpereinsatz zum Sieg: Kai Uwe Klause (am Ball; TuS Lintorf) gegen Chris Schweinsberg (l.) und Max Beckmann (TV Ratingen)  Foto: Achim Blazy

Voller Körpereinsatz zum Sieg: Kai Uwe Klause (am Ball; TuS Lintorf) gegen Chris Schweinsberg (l.) und Max Beckmann (TV Ratingen) Foto: Achim Blazy

Foto: Blazy, Achim (abz)

Die Erfolgsserie des TuS Lintorf in der Handball-Verbandsliga konnte der TV Ratingen nicht stoppen. Den Gästen fehlte in der proppenvollen Sporthalle am Breitscheider Weg ihr Denker und Lenker Moritz Metelmann; der Beruf hatte Vorrang. Und so waren die Lintorfer, im Hinspiel noch unterlegen, nun immer einen Tick voraus. Ihr 23:18-Sieg ist der Achte in Folge und Platz zwei in der Handball-Verbandsliga ist verteidigt.

Einer im Siegerteam freute sich besonders: Co-Trainer Dirk Bauerfeld. Der hatte sich im Vorfeld über den Turnverein mächtig geärgert und erklärte: „Die Ratinger wollten das Derby absagen. Allen Ernstes. Sie gaben Personalsorgen als Grund an, wollten uns in Wirklichkeit irritieren. Und dann kommen die hier mit einem 18-Mann-Kader an. Das gehört sich einfach nicht. Das ist unsportlich.“ Freunde waren sie nie, die Handballer aus Lintorf und des Turnvereins, und das werden sie wohl auch nie. Lintorfs Cheftrainer Markus Wölke kennt den Konkurrenzkampf nicht so genau, er hat nur davon gehört, aber als „Kettwiger Junge“ kümmert ihn das nicht sonderlich. „Es war harte Arbeit. Der Turnverein hat uns wie erwartet nichts geschenkt“, so der 49-Jährige. „Es war immerhin ein toller Abend, mit einer brechend vollen Halle und viel Stimmung. Unsere Siegesserie wurde ausgebaut und auch die Revanche ist uns gelungen. Das alles ist einfach Extraklasse. Wir spielen eine bärenstarke Saison.“ Alle um ihn herum nickten begeistert und die Mannschaft feierte den Derby-Sieg, als sei die Meisterschaft gelungen.

Die Gastgeber hatten vor allem im Abwehrspiel einen Vorteil: Tim Bauerfeld zeigte eine Glanzleistung, Mathis Friedrich neben ihm war, wie erwartet, kaum zu überwinden, ebenso wenig wie der im Wechsel spielende dritte Mann im Innenblock. Und da auch noch die Torhüter Laurits Gerdes und Tobi Töpfer Klasseleistungen zeigten, war die Aufgabe für den Turnverein hart.

TV-Boss Marcus Otten meinte: „Wir mussten mit einem geschwächten Kader antreten und haben uns achtbar geschlagen. Mit Max Wasse kam ein 17-Jähriger zum Einsatz, der spielt noch in der A-Jugend, und hat dann fast ohne Pause ganz toll mitgehalten. Da sieht man, welch gute Jugendarbeit wir leisten.“ Spielertrainer Jörg Schomburg, der in Lintorf als Lehrer tätig ist, lockte viele seiner Schüler in die Halle. Die waren bereits beim Mannschaftseinlaufen mit viel Begeisterung dabei und fieberten mit, als ihr Lehrer auf der Platte agierte.

Die Gäste hatten einen guten Start, führten 3:1, konnten dieses hohe Tempo aber nicht lange durchhalten. Nach 15 Minuten lagen die Linorfer 8:4 vorne. Wirklich eng wurde es für sie kaum noch. Allerdings blieb der eifrige TV auf Tuchfühlung. Nur 14:13 für Lintorf durch den Siebenmeter von Schomburg (43.) und wenig später 16:15 durch den starken Chris Schweinsberg. Der 32 Jahre alte Routinier und sein zehn Jahre jüngerer Torwart Max Scholz verdienten sich die Bestnoten. Auch erfreulich war, wie Max Wasse schon mithielt. Und das auf der Königsposition. Wasse hatte am Vortag noch in der A-Jugend gespielt, in der Oberliga, allerdings im Lintorfer Trikot.

Die letzten zwölf Minuten standen dann ganz im Zeichen des TuS 08, der Turnverein konnte nicht mehr mithalten, hielt das Ergebnis aber bei aller Unterlegenheit ordentlich in Grenzen.

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