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TV Ratingen freut sich auf TuS Lintorf

Handball : TV Ratingen freut sich auf TuS Lintorf

Nur 60 Zuschauer dürfen wegen der Corona-Pandemie aktuell das Verbandsliga-Duell des TV Ratingen gegen den TuS Lintorf in der Halle am Europaring sehen.

Spricht man Chris Schweinsberg auf das Handball-Derby am Samstag zwischen seinem TV Ratingen und dem TuS Lintorf an, dann sprudelt es beim Ratinger Co-Trainer nur so heraus: „All die Whats-Apps, die zwischen den Spielern beider Mannschaften umhergehen, die kann niemand zählen. Viele haben schon in Neuss oder Düsseldorf miteinander gespielt, sie sind bestens befreundet. Dieses Spiel will keiner verlieren. Und wir als Außenseiter erst recht nicht.“ Der 34 Jahre alte Spediteur rät allen Ratinger Handballfans, rechtzeitig zum Europaring zu kommen (Anwurf 17.30 Uhr), denn es dürfen nur 60 Zuschauer in die Halle einschließlich der 20 Lintorfer Fans. Richtig schade, denn wenn diese beiden Traditionsvereine aufeinander prallen, dann war die Hütte immer proppenvoll und schon ein Parkplatz absolute Mangelware. Diesmal hätte es nicht anders ausgesehen.

Die Ratinger sind nach Kräften bemüht, dieses Derby auch über das Internet anzubieten. Zum Beispiel über You Tube. „Wir bekommen das schon irgendwie hin“, sagt Schweinsberg. Doch Moritz Metelmann ist privat verhindert und fehlt. Tristan Beckmann soll dessen Rolle an der halbrechten Seite ausfüllen und wenn der 31-jährige Rechtshänder eine Pause benötigt, soll Neuzugang Jonas Krücken dort einspringen. Sonst hat der Tabellenelfte keine Personalsorgen und hofft, auch das zweite Verbandsliga-Heimspiel siegreich zu gestalten. Schweinsberg dazu: „Als wir in der letzten Saison in Lintorf antreten mussten, da hat keiner auf uns gesetzt. Und am Ende befanden sich beide Punkte in unserem Gepäck.“ Derbys haben bekanntlich stets ihre eigenen Gesetze und Cheftrainer Jörg Schomburg kannte schon damals das ideale Konzept, wie Lintorf zu bezwingen ist.

Die Lintorfer kommen als Tabellenführer an den Europaring und sind bestens drauf. Die zahlreichen Neuzugänge haben alle voll eingeschlagen und Trainer Ralf Trimborn kennt den Turnverein wie seine Westentasche. Hier war er sechs Jahre tätig und wäre es wohl heute noch, wenn er nicht die Jugendarbeit vorgezogen hätte. „Doch“, so der 54-Jährige, „es schmerzt, gegen meine alte Mannschaft zu spielen. Wir können sie in den Keller schießen, aber Jubel wird es von mir nicht geben. Wir müssen unserer Favoritenrolle gerecht werden und wenn wir gewinnen, genieße ich es schweigend.“ Er hat alles an Bord und die Qual der Wahl, wer auf der Platte steht. Der Trainer weiter: „Von den wenigen Lintorfer Zuschauern wird der Funke nicht auf uns rüberspringen, die Mannschaft muss es alleine richten.“ Aber eine so starke Truppe hatte der TuS 08 ewig nicht mehr.

Die Lintorfer Reserve hofft am Sonntagnachmittag beim SV Hüls, Anwurf 16 Uhr am  Reepenweg in Krefeld, nach drei Spieltagen auf den ersten Punktgewinn. Von einem Fehlstart freilich will man beim Aufsteiger nichts wissen, man wusste, was auf diese junge Truppe in der neuen Umgebung der Verbandsliga-Gruppe 1 zukommt. Mitaufsteiger SV Hüls, der einen Drei-Siege-Start hinlegte, dürfe in eigener Halle kaum zu bezwingen sein, denn mit Christian Rommelfanger und Niklas Sinnwell, die beide früher für die SG Ratingen aktiv waren, ist der Gastgeber vorzüglich besetzt. Trainer Ralf Trimborn: „Wir brauchen unbedingt ein Erfolgserlebnis. Je eher, desto besser.“ Er sieht sein Team in Krefeld keineswegs chancenlos.