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TV Angermund muss trotz der Pause durch das Coronavirus planen

Handball : TVA: Duval will wieder Spieler sein

Der Handball-Oberligist TV Angermund muss für die nächste Saison einen neuen Trainer suchen, weil der aktuelle Coach Julian Duval dann wieder Spieler sein möchte – sofern sein lädiertes Knie hält. Bislang gibt es zwei Abgänge: Patrik Ranftler und Dominik Sieberin. Wann und wie es weitergeht, weiß derzeit niemand.

Wie so viele Menschen auf der gesamten Welt bewältigt Julian Duval gegenwärtig seine tägliche Arbeit von daheim aus. Also Homeoffice. Der 32 Jahre alte Handballtrainer des TV Angermund ist Projektleiter bei Aldi Nord in Essen, immerhin entfällt derzeit die oft schwierige Anfahrt über die A 52. Aber neben seinem Job schweben seine Gedanken ständig um seinen TVA. Der hat in der Oberliga noch sieben Spiele vor der Brust, ist Drittletzter und steht bei zwei Direktabsteigern mitten im Abstiegskampf – sofern die Saison zu Ende gespielt wird.

Kontakt zu seinen Spielern freilich hat der gebürtige Mettmanner gegenwärtig nur über die digitalen Wege. „Wir sitzen alle auf heißen Kohlen“, so der 32-jährige Familienvater. „Sollte es plötzlich weitergehen, wovon gegenwärtig freilich keine Rede sein kann, dann muss die Mannschaft fit sein.“ Dann macht er eine Pause und lässt wenig später seinen Gedanken freien Lauf. „Sinnvoll ist eigentlich nur, die Saison umgehend abzubrechen“, findet Duval, der seit Kurzem stolzer Vater von Zwillingen ist. Eigentlich wurde er 2016 als Rückraumspieler an den Freiheitshagen geholt. Als dann aber zum Rückrundenbeginn Eric Busch sein Traineramt niederlegte und Duval wegen seiner Knieprobleme nicht spielen konnte, da baten ihn seine Mannschaftskameraden, als Trainer weiterzumachen. Er gehörte ohnehin stets zu den Wortführern, alle im Umfeld des TVA hören genau hin, was er zur sportlichen Lage so zu sagen hat.

Und nun sagt er: „Wird irgendwann weitergespielt, zieht sich diese Saison bis in den Juni hinein. Eine unmögliche Situation. Die Spieler haben alle längst ihren wohlverdienten Urlaub geplant, die Mannschaftstouren ohnehin, und so wäre es ein völlig verzerrter Wettbewerb.“ Deutliche Worte, sie kann man nur bestätigen.

Über seinen Schreibtisch gehen aber längst die Planungen für die kommende Spielzeit. Hoffentlich Oberliga, es wäre für die Blau-Weißen das fünfte Jahr in Folge. Nicht mehr dabei sind dann der Torjäger Patrik Ranftler, der eigentlich als Linkshänder unersetzlich ist, und Torwart Dominik Sieberin. Ihn, den 28 Jahre alten Polizeibeamten, zieht es zu seinem Stammverein SG Überruhr zurück, und Ranftler wechselt zum wahrscheinlichen Oberliga-Meister HC Wölfe Nordrhein. Die Regionalliga reizt den 30-Jährigen, sie ist noch einmal eine Riesen-Herausforderung. „Stand jetzt bleibt es bei diesen beiden Abgängen“, so Duval.

Er selbst will dann wieder als Spieler dabei sein: „Wenn es mein lädiertes Knie zulässt.“ Der TVA muss sich also in jedem Fall einen neuen Trainer suchen. „Bei uns geht das über folgende Wege“, so Duval. „Der Vorstand schlägt einen Trainer vor, wir Spieler sprechen darüber, und dann wird eine gemeinsame Entscheidung getroffen.“ Der 32-Jährige wird in keinem Fall als Spielertrainer zur Verfügung stehen: „Das passt einfach nicht zu mir.“ Es wird dann schon seine fünfte Saison am Freiheitshagen.