TV Angermund hat Marco Bauer von der SG Ratingen verpflichtet

Handball-Analyse : Bauer soll TVA aus dem Keller werfen

Im Sommer sah alles so rosig aus beim TV Angermund: Es gab kaum einen Abgang, aber sechs Zugänge. Doch dann schlug das Verletzungspech zu, sodass es in der Handball-Oberliga so gar nicht lief. Nun soll ein Akteur helfen, der von der SG Ratingen kommt: Marco Bauer dürfte schon am 18. Januar spielberechtigt sein.

Es sah in diesem Sommer alles goldig aus beim TV Angermund. Es gab beim Handball-Oberligisten, der die vergangene Spielzeit mit Platz vier abgeschlossen hatte, keinen nennenswerten Abgang, aber sechs Neue kamen in die Walter-Rettinghausen-Halle. Zudem wurde in Eric Busch ein neuer Trainer geholt. Große Teile der Mannschaft kannten ihn bestens, er war der eindeutige Wunschtrainer als Nachfolger von Uli Richter.

Dann begann die Vorbereitung, und das Drama war schnell eingeläutet. Florian Hasselbach und Martin Gensch zogen sich komplizierte Armverletzungen zu, die noch längst nicht auskuriert sind. Die seit Jahren besten Werfer fielen damit direkt aus, und wann sie je zurückkommen, in alter Form, steht in den Sternen. Hasselbach kann immerhin in der Abwehr wieder eingesetzt werden, aber seine wuchtigen Rückraum-Tore, die Lebensversicherung des TVA, man kennt sie vom 26-Jährigen seit dessen A-Jugendzeit, die werden schmerzlich vermisst. Dann kamen vom Aufsteiger TSV Aufderhöhe Dennis van Wesel und Daniel Plöger. Beide zogen sich Knieverletzungen zu, und ob sie jemals das blau-weiße Trikot überstreifen werden, ist längst zweifelhaft.

Immerhin hat Linksaußen Andre Behmer, der im Herbst ebenfalls nicht fit war, inzwischen ordentlich eingeschlagen. Der 33-Jährige, vom SV Neukirchen gekommen, beherrscht auch den Siebenmeter-Wurf, und so ist hier Patrik Ranftler nicht mehr ganz auf sich allein angewiesen. Eine Verstärkung ist der 27 Jahre alte Polizeibeamte Dominik Sieberin, zusammen mit Matthias Jakubiak ist der TVA damit auf der Torwart-Position gut aufgestellt. Seine sofortige Hilfe angeboten hat kürzlich der 43 Jahre alte Linkshänder Oliver von Ritter, und der TVA nahm dankend an.

Der TVA hat den zweitschwächsten Angriff der Liga. Nur das Schlusslicht HSG Neuss/Düsseldorf II traf dreimal weniger. Aber hier ist an der Anger berechtigte Hoffnung angesagt. Denn der mit den Thanscheidt-Brüdern Nils und Björn bestens befreundete Marco Bauer ist höchstwahrscheinlich schon im letzten Hinrundenspiel in Homberg (18. Januar) dabei. Sie alle spielten einst bei der HSG Düsseldorf, auch Patrik Ranftler war dort aktiv, und so wurde dieser Coup in die Wege geleitet, den Rückraumspieler, der bei Regionalligist SG Ratingen mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden war, an die Anger zu lotsen. Bauer saß schon im Kellerduell in Neuss direkt hinter der Bank und feuerte sein künftiges Team frenetisch an. TVA-Boss Wolfgang Richter sagt: Ich kenne Marco von Jugend an, ein toller Typ. Der wirft uns dort unten weg.“ Und Martin Paukert, der Mittelfeld-Motor, ergänzt: „Wir als Mannschaft haben dafür gesorgt, dass Marco zu uns kommt. Wir alle haben um ihn gekämpft.“ Paukert, der 33 Jahre alte Unternehmens-Berater, ist in seiner langen Handballer-Laufbahn – nun im fünften Jahr beim TVA – noch nie abgestiegen, und das soll auch so bleiben.

Am 11. Januar steht erneut ein Kellerduell an, dann kommt Aufsteiger Aufderhöhe an den Freiheitshagen. Egal wie die Konkurrenz spielt, der Verlierer stürzt in den Keller oder bleibt dort. Beide haben erst vier Punkte auf dem Konto. Sogar die Rote Laterne leuchtet grell.