1. NRW
  2. Städte
  3. Ratingen
  4. Lokalsport

TuS Breitscheid will noch mehr für Sportler und den Stadtteil tun

Vereins-Porträt : „Wollen eine sportliche Heimat schaffen“

Der TuS Breitscheid befindet sich in einem Verjüngungsprozess, viel wurde bereits angestoßen, der Klub will aber noch mehr für seinen Stadtteil tun. So lässt er auch den karitativen 24-Stunden-Lauf trotz Corona stattfinden – eben virtuell.

Der TuS Breitscheid arbeitet daran, sich zu verjüngen. „Auf Mitgliederversammlungen war das Durchschnittsalter irgendwann jenseits der 80“, sagt Vorstandsmitglied Rüdiger Welsch. „Der ganze Verein veralterte – aber in den letzten zwei Jahren hat sich viel getan.“ Unter anderem mit einem neuen und verjüngten Vorstand.

Nachdem der langjährige Vorsitzende Jürgen Bock vor eben jenen zwei Jahren seine lange Ankündigung wahrgemacht und aufgehört hatte, gab es drei Alternativen für den TuS: auflösen, sich dem TuS 08 Lintorf anschließen oder ein neues Vorstandsteam finden. „Der TuS 08 hätte uns gegen Gebühr verwaltet, er hat aber eine völlig andere Beitragsstruktur“, erläutert Welsch und wirbt: „Bei uns liegt der Monatsbeitrag bei neun Euro, egal, ob man nur einmal die Woche zum Walken kommt oder täglich Kurse besucht.“ Da also weder Angliederung noch Auflösung Optionen waren, bildete der TuS eine Findungskommission aus rund einem Dutzend Personen, die einen neuen Vorstand suchen sollten – und ihn schließlich mehrheitlich stellten (siehe Info-Kasten).

Seitdem hat sich schon viel getan, unter anderem wurde die Vereinsanlage modernisiert, der Internet-Auftritt durch Peter Kotseronis und Oliver Bohris erheblich verbessert oder das Kursangebot ausgebaut. Dennoch sagt Vorstandsmitglied Klaus Stemmer: „Wir sind ein Verein im Umbruch. Es ist eine Riesenaufgabe, den Verein zu entwickeln, ihn zu professionalisieren und für die Jugend attraktiver zu machen. Da ist zum Beispiel ein Jugendtreff ein Thema, das wir im Kopf haben. Da läuft in Breitscheid total wenig.“

Auch das eigene Angebot wurde einer Verjüngungskur unterzogen, mit Kursen wie „Selbstverteidigung für Kinder und Jugendliche“, dafür fielen ältere weg. „Chantal hat das mit ihrer diplomatischen Art aber unseren rund 700 Mitgliedern gut erklärt und beworben“, sagt Stemmer mit Blick auf die 2. Vorsitzende Chantal Gobrecht. „Wir wollen attraktiver für Kinder und Jugendliche werden, die Erwachsenen kommen dann automatisch dazu“, sagt Stemmer. „Der TuS ist ein wesentliches Element der Stadtteil-Arbeit, des sozialen Lebens in Breitscheid. Wir wollen, dass Familien, auch auf einem hohen sportlichen Niveau wie beispielsweise unsere Triathleten, die in der Regionalliga in der dritthöchsten Liga antreten, eine Heimat finden“, beschreibt Welsch. „Wir wollen den TuS noch mehr mit Breitscheid verankern“, ergänzt Stemmer.

Dazu gehören Veranstaltungen wie der 24-Stunden-Lauf zugunsten der Helen-Keller-Förderschule (HKS) für geistige Entwicklung. Seit 2003 ist das Event unter dem Motto „Laufend etwas Gutes tun“ etabliert, in diesem Jahr musste es aufgrund der Coronavirus-Pandemie in seiner ursprünglichen Form abgesagt werden – behinderte und nicht-behinderte Teilnehmer über 24 Stunden an einem Ort zusammenzubringen und laufen zu lassen, wäre wenig kompatibel mit der Corona-Schutzverordnung gewesen. Zudem gehören viele Schüler der HKS sogenannten Risikogruppen an. Die bereits gemeldeten Teilnehmer und der TuS waren erst einmal enttäuscht. Die Breitscheider mochten aber trotz oder gerade in diesen schwierigen Zeiten nicht auf die Unterstützung für die HKS verzichten, und so löste Svenja Bock-Fischer bei ihrer Premiere als Organisatorin das Dilemma kreativ: Der 24-Stunden-Lauf wird nun von Freitag, 21. auf Samstag, 22. August virtuell von 18 bis 18 Uhr durchgeführt.

Bock-Fischer erklärt: „Wir wollen Gemeinschaft fernab der Gemeinschaft erleben. Dazu läuft jeder in den vorgegebenen 24 Stunden eine selbst gewählte Strecke. Das individuelle Lauferlebnis darf sehr gerne über Social Media begleitet werden. Im Ergebnis sollen alle Teilnehmer und Zuschauer die zahlreichen individuellen Leistungen gemeinsam erfahren.“ Nähere Informationen, auch Tipps, wie die Social-Media-Begleitung am besten funktioniert, gibt es auf der Homepage www.tus-breitscheid.de zu finden. Dort besteht ebenso die Möglichkeit, sich eine Startnummer auszudrucken und sie zu individualisieren.

Neben dem sportlichen Erlebnis soll aber der karitative Charakter dieses Laufformats nicht zu kurz kommen. Alle Teilnehmer und auch weitere Sponsoren sind zu einer Spende zugunsten der HKS aufgefordert. Und da neben dem realen 24-Stunden-Lauf auch das Sommerfest der HKS ausfallen musste, hofft der TuS auf Unterstützung: „Vielleicht finden Teilnehmer ja ihrerseits einen Sponsor, der einen zuvor festgelegten Betrag pro gelaufenem Kilometer spendet“, sagt Bock-Fischer. „Auf diese Weise wurden in den Vorjahren viele Spenden gesammelt.“ Der Förderverein der HKS würde sich über Eingänge auf sein Konto bei der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert mit der Iban DE95 3345 0000 0042 1387 76 sowie dem Verwendungszweck #24hlauf freuen. Ganz im Sinne des TuS: Laufend etwas Gutes tun