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TuS 08 Lintorf empfängt Kettwig, TV Ratingen die SG Überruhr

Handball : Für Lintorfs Torhüter steht Schwerstarbeit an

Der TuS 08 Lintorf empfängt den SV Kettwig, der noch an die Tabellenspitze der Handball-Verbandsliga will. Eine weitere Top-Mannschaft ist beim TV Ratingen zu Gast: die SG Überruhr. Derweil steht für die SG Ratingen II ein Kellerduell an, das sie unbedingt gewinnen will.

Tobi Töpfer weiß genau, was am Samstag auf ihn zukommt. Der Handballtorwart des TuS Lintorf erwartet mit seiner Verbandsligatruppe den Tabellenzweiten SV Kettwig (18 Uhr), dem die Tabellenspitze winkt. Denn sollte dem SVK in Lintorf der neunte Sieg in Folge gelingen und gleichzeitig die Panther-Reserve in Horst straucheln, dann stehen diese Kettwiger ganz oben, denn ihr Rückstand beträgt nur einen Punkt. Und ganz klar, viel wird beim TuS 08 auf die Torleute ankommen. Wie ist die Form von Tobi Töpfer und von Aaron Hallfeldt, dem zweiten Keeper? Töpfer: „Wir sind gut drauf. Wir beide werden viel zu tun bekommen. Das freut uns jetzt schon, und das ist es doch, was jeden Torwart herausfordert.“

Der 31-Jährige ist im Außendienst tätig, im EDV-Bereich. Im Hinspiel war das Duo Hallfeldt/Töpfer einfach extraklasse. Die Lintorfer machten ihr „Spiel des Jahres“, sie siegten 28:18, und vor allem der überragende Hallfeld hatte seinen Kasten zugenagelt. Töpfer erinnert: „Wir waren auch in Überruhr zuletzt nicht schlechter, eine unglückliche Schiedsrichter-Entscheidung brachte uns um den verdienten Punkt. Da haben wir deutlich aufgezeigt, dass wir ganz oben mithalten können.“

Gegen Kettwig müssen diesen Worten nun erneut Taten folgen. Acht Heimspiele standen bisher auf dem Plan, es gab vier Niederlagen, und das allein ist es, weshalb die Grün-Weißen (Tabellenfünfter) oben nicht mit dabei sind. Die Mannschaften kennen sich genau. Lintorfs Trainer Markus Wölke ist Ur-Kettwiger, er ist dort als Trainer im Jugendbereich tätig (weibliche B-Jugend), und so freut er sich auf dieses Nachbarderby: „Alles deutet darauf hin, dass der Meister unter der Panther-Reserve oder dem SV Kettwig zu finden ist. Für uns ist dieses Spiel jedenfalls eine Riesen-Herausforderung.“ Es fehlt Marius Haverkampf, der Bankkaufmann ist beruflich bedingt in Dresden tätig. Sonst sind alle dabei. Bei den Gästen steht wie seit Jahren der baumlange Florian Kundt im Kasten, er ist ganz schwer zu überwinden. Aber das kennt man, nur gezielt gute Würfe helfen weiter. Die Rückraumspieler Marc Bring und Lennart Möller können an einem Sahnetag jedes Spiel allein entschieden.

Im Kampf um die Titelvergabe der Handball-Verbandsliga ist der TV Ratingen nur noch das berühmte „Zünglein an der Waage“. Am Samstagabend kommt der Tabellenvierte SG Überruhr an den Europaring (19.30 Uhr), der Tabellenvierte, der noch gewisse Aussichten hat, ganz oben ran zu kommen. Vier Punkte beträgt dessen Rückstand zum Tabellenführer Bergische Panther II, aber beide Spiele gegen diesen Konkurrenten gingen verloren, und so darf sich Überruhr kaum noch einen Punktverlust erlauben, wenn es mit dem sofortigen Wiederaufstieg klappen soll.

Die Ratinger sind also gewarnt. Zudem haben sie einiges gutzumachen, denn die Niederlage zuletzt in Dümpten (25:26), die war total enttäuschend. Nun ist auch das Punktekonto des Tabellensechsten wieder negativ, die letzten beiden Spiele gingen verloren, das Hinspiel in Überruhr ebenfalls (25:29), und so sind die Grün-Weißen es ihren Fans einfach schuldig, wieder einmal eine starke Leistung zu bieten. Wenn Überruhr mit dem zweitbesten Angriff der Liga bezwungen wird, wäre immerhin einiges geradegerückt. So sieht es auch Cheftrainer Jörg Schomburg: „Überruhr stellt die spielstärkste Mannschaft der Liga. Aber gerade gegen solche Gegner haben wir in der Regel gute Spiele geboten.“ Immerhin gab es so den Coup der Saison, als der TV das Top-Team Bergischer HC II in dessen Halle 34:30 schlug und in der Woche darauf daheim dem Spitzenreiter Bergische Panther II nur hauchdünn 28:29 unterlag. Dann aber kam die Pleite bei Kellerkind Dümpten. Das Spiel hinterließ bei Schomburgs Schützlingen deutliche Spuren, die erlittenen Blessuren sind kaum aufzuzählen. Vielleicht setzt der Trainer daher nun den einen oder anderen A-Junior ein, das wird noch abgesprochen.

Bei der SG Ratingen II liegen längst die Taschenrechner griffbereit. Wenn die Rot-Weißen am Samstagnachmittag, 15.30 Uhr, Gothaer Straße, ihr Verbandsliga-Heimspiel gegen den Vorletzten TB Solingen gewinnen, sind sie dann schon durch? „Nein“, stellt Trainer Rene Osterwind umgehend klar. „Auch Dümpten müssen wir bezwingen. Dann erst können wir uns über die weitere Liga-Zugehörigkeit unterhalten.“ Also erst einmal gilt die volle Konzentration dem Solingen-Heimspiel. Die Bergischen, in der Hinrunde 30:27 bezwungen, wehren sich, zuletzt bekam das die TG Cronenberg zu spüren (32:28 für Solingen). Zudem sind dem Vorletzten bisher zwei Auswärtssiege gelungen, bei SW Essen und in Wülfrath. Die SG-Reserve ist also gewarnt, es kommt zwar der Vorletzte, aber kein einfacher Punktelieferant.

Osterwind glaubt nicht daran, dass er wieder eine Idealbesetzung bieten kann wie beim Nachbarsieg in Wülfrath. Cheftrainer Ace Jonovski will sich ganz auf das nachfolgende Regionalligaspiel der „Ersten“ konzentrieren, und das ist verständlich. „Wir werden uns aber darüber unterhalten, welche Möglichkeiten es gibt zur Verstärkung,“ so der Reserve-Coach. Noch hat seine Truppe (Tabellen-Achter) gegenüber den Gästen einen Vier-Punkte-Vorsprung, Spannung pur also im Verbandsliga-Abstiegskampf.