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Handball: TuS 08 bangt vor Derby um Bagel und Hattig

Handball : TuS 08 bangt vor Derby um Bagel und Hattig

Lintorf erwartet Ratingen. Der Verlierer steckt ganz tief im Abstiegskampf der Handball-Verbandsliga.

Für diese Verbandsliga-Saison hatte sich der TuS Lintorf viel vorgenommen. Nach der Vizemeisterschaft zuletzt, wo sich die starken Bergischen Panther als Überflieger erwiesen und souveräner Meister wurden, sollte es diesmal mehr sein als Platz zwei. Schließlich wurde mit dem jungen Lukas Haertler vom Nachbarn TV Angermund eine wertvolle Verstärkung verpflichtet und auch der Torwartposition kam mit Nijas Boskailo ein starker Mann dazu.

Aber plötzlich, da sich die Hinrunde dem Ende neigt, gehen die Lintorfer Blicke in Richtung Abstiegszone — obwohl es nur einen Absteiger geben wird, weil Wermelskirchen zurück gezogen hat. Erst sieben Punkte hat der TuS 08 eingefahren. Der Zug nach oben ist ohne ihn abgefahren.

Dabei waren die Heimspiele, in denen nur die SG Ratingen am Breitscheider Weg siegen konnte, alle ordentlich. Aber auswärts, vom Spiel in Haan (26:26) abgesehen, sie waren alle Leistungen schwach.

Nun kommt der Lokalrivale TV Ratingen, dessen Sorgen vor dem Derby keineswegs geringer sind. "Wir haben eine völlig ungewohnte Situation", sagt Lintorfs Trainer Lars Biermann. "Abstiegssorgen, die gab es hier ewig nicht mehr. Ich hoffe, wenn die Spieler auf die Tabelle schauen, dass sie begreifen, wie wichtig dieses Derby ganz plötzlich geworden ist. Der Verlierer hängt ganz tief unten drin."

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Woher die unfassbare Auswärtsschwäche kommt, kann auch der 42 Jahre alte Oberstudienrat nicht so richtig erklären. "Wir haben zwei Leader", so Biermann. "Das sind Hattig und Bagel. Wir müssen einfach erkennen, dass sie nicht zu ersetzen sind. Gerät die Mannshaft in Stresssituationen, verliert sie ohne die beiden den Kopf."

Ob Hattig und Bagel am Samstag dabei sind, ist fraglich. Die Schmerzen in Hattigs Schulter lassen nicht nach, er trainiert deshalb nur dosiert, und Bagel plagt die Grippe. Boskailo feht mit Sicherheit. Eine Lungenentzündung mit Krankenhausaufenthalt hat ihn niedergestreckt.

Die Situation beim TV Ratingen ist noch bedenklicher. Erst sechs Punkte stehen auf der Habenseite. Auswärts wurde nur in Ohligs gut gespielt. Bei der SG Ratingen, diese Niederlage wurde einkalkuliert, aber in Cronenberg und vor allem zum Auftakt in Radevorwald, da hatten die Grün-Weißen nichts zu bestellen.

Gelingt durch einen Sieg in Lintorf der Sprung in halbwegs sichere Gefilde? "Alle", so Trainer Peter Zander, "von Platz fünf bis zum Letzten, alle stehe dicht zusammen. Da ist jedes Ergebnis möglich. Und dass wir gewinnen wollen, muss ich nicht erwähnen." Der Coach lag über das Wochenende im Krankenhaus, eine Knieoperation war unumgänglich. Das gestrige Training konnte er aber wieder leiten. Der TVR tritt in Lintorf in Bestbesetzung an.

(w-m)