Lokalsport: Trotz Rückstand: Angermund nimmt die Verfolgerrolle ernst

Lokalsport: Trotz Rückstand: Angermund nimmt die Verfolgerrolle ernst

Sechs Punkte liegt der Handball-Oberligist hinter Spitzenreiter Dinslaken zurück. Heute wartet mit Oppum eine große Hürde.

Der Spitzenkampf in der Handball-Oberliga war längst als Langweiler erster Güte abgestempelt. Der MTV Dinslaken stand dominant ganz oben und es sah so aus, als könne niemand den Titelgewinn in Frage stellen. Aber nun hat der TV Angermund die Festung der Sporthalle Doubermann gemeistert und damit aufgezeigt, dass noch nichts entschieden ist. Bis auf sechs Punkte sind die Blau-Weißen an Dinslaken aufgerückt, zehn Spiele stehen noch aus. Am Sonntag muss der Tabellenführer, der alle sieben Auswärtsspiele gewonnen hat, zum Aufsteiger LTV Wuppertal.

Und die Angermunder müssen als Tabellendritter ihre feine Verfolgerrolle bestätigen. Der TV Oppum mit dem Ex-Ratinger Sebastian Bartmann, dem sicherlich besten Kreisläufer dieser Liga, kommt in die Walter-Rettinghausen-Halle (18 Uhr). Die Gäste mit ihrem Trainer Ljubomir Cutura, der in seiner aktiven Zeit auch das TVA-Trikot trug (Regionalliga), haben ihre letzten vier Spiel gewonnen und sind Sechster. Zwei Punkte trennen sie vom TVA. Mehr Spannung geht kaum. Das Hinspiel gewannen die Krefelder 29:22 - Angermunds höchste Saisonniederlage.

Auch das erhöht die Spannung. Trainer Uli Richter: "Wir haben einen guten Lauf. Das muss fortgesetzt werden." Immerhin brachten die letzten sieben Spiele stolze 13 Punkte. Er bangt allerdings um seinen Kreisläufer Nico Merten. Der angehende Lehrer hat Schulter-Probleme und konnte schon in Dinslaken nicht eingesetzt werden. Er wäre der ideale Mann, mit seiner Schnelligkeit das "Kraftpaket Bartmann" am eigenen Kreis zu stoppen. Julian Duval, der kürzlich 30 Jahre alt wurde, und Nici Töpfer sind wieder fit. Auch Jan Schiffmann ist wieder dabei.

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Teuer bezahlen muss dafür Björn Thanscheidt den Auswärtssieg beim Oberliga-Spitzenreiter Dinslaken. Der 26 Jahre alte Student verdrehte sich in der heiß umkämpften Endphase das Knie und da schon ahnten die Verantwortlichen, dass Schlimmeres passiert ist. Nun die Diagnose: Beide Menisken sind kaputt, zudem ein Kreuzband gerissen. Sein Mannschafts-Torwart Joscha Peltz wusste Rat. Dessen Onkel ist ein bekannter Orthopäde, und der erklärte sich noch in dieser Woche bereit, die Operation durchzuführen. Bruder Nils Thanscheidt: "Jetzt sind wir schon zuversichtlicher."

Dass Angermunds Manager Andreas Franken das Handball-Geschäft bestens versteht, kennt man seit über zwei Jahrzehnten. Er nutzte jetzt den tollen Lauf seiner Mannschaft zu Gesprächen für die neue Spielzeit. Erster Ansprechpartner war Uli Richter und der gab umgehend sein Okay. Dann folgten die Spieler und nun steht fest: Keiner geht. Verstärkungen hat Franke einige im Auge, Namen wollte er freilich nicht nennen, nur so viel: "Es sollen Ergänzungen her."

(w-m)