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Triathlet Sven Wies qualifiziert sich in Tallinn für Ironman Hawaii 2021

Auf nach Hawaii : Wies qualifiziert sich für die WM

Sven Wies hat sich im estnischen Tallinn zum zweiten Mal in Folge für den Ironman, die Weltmeisterschaft der Triathleten, auf Hawaii qualifiziert. Es war kein einfacher Wettkampf, als Sechster seiner Altersklasse ist der 33-Jährige aber glücklich, es trotz aller Widrigkeiten geschafft zu haben.

Es war nicht der Traum-Triathlon für Sven Wies, aber der ehemalige Geschäftsstellenleiter des Handball-Regionalligisten SG Ratingen hat sich mit dem Wettkampf im estnischen Tallinn seinen Traum erfüllt: Er startet im kommenden Jahr beim Ironman Hawaii und damit zum zweiten Mal in Folge bei dieser Weltmeisterschaft. Nach 8:55:10 Stunden kam er ins Ziel, wurde damit Sechster seiner Altersklasse M30 bis 34 und 17. der Gesamtwertung. Er benötigte 51:14 Minuten über die 3,86 Kilometer lange Schwimmstrecke, 4:47:48 Stunden für die 180,2 Kilometer Radfahren und 3:10:49 Stunden für den abschließenden Marathon über 42,195 Kilometer.

Angesichts der holprigen Vorbereitung in der Coronavirus-Pandemie und einem Fußbruch sagt Wies: „Wenn mir vor 14 Wochen, als ich den Bruch hatte, jemand gesagt hätte, dass ich mich wieder für Hawaii qualifiziere und die Muskulatur das trotz der Pause mitmacht, hätte ich das sofort unterschrieben.“

Nun trotzte der 33-Jährige den Widrigkeiten und lief bei seiner erst dritten Langdistanz zum dritten Mal unter neun Stunden. Als Sechster seiner Altersklasse musste er noch bangen, da es nur fünf Startplätze für Hawaii gab. „Der Erstplatzierte ist aber direkt zu mir gekommen und hat gesagt, dass er schon qualifiziert ist und sich freut, mich auf Hawaii zu sehen“, berichtet Wies, der um 15.52 Uhr am Sonntag den Anruf bekam, dass er definitiv dabei sein kann.

In Tallinn hätte es sogar noch deutlich besser laufen können, den Wettkampf nannte Wies innerhalb der Corona-Problematik „echt super organisiert“. Dazu gehörte, dass die Athleten versetzt starteten, ausschlaggebend dafür war die Schwimmzeit. Und da der ehemalige Bundesliga-Wasserballer ein guter Schwimmer ist, startete er in der ersten Gruppe und kam auch als Erster aus dem Wasser. Seinen Vorsprung baute er bis zum Wendepunkt auf dem Rad sogar noch aus, ließ sich da aber von einem Streckenposten irritieren, verbremste sich, musste absteigen und verlor auch noch die Kette seines Rads.

Das kostete Zeit, die bittere Erfahrung, dass sich mangels Schiedsrichtern an der Strecke einige nicht an das Verbot hielten, im Windschatten zu fahren, zehrte zudem an den Nerven ganz alleine auf dem Rad. Und in der Wechselzone fand er seinen Beutel so verknotet vor, dass er ihn nicht öffnen konnte, sondern aufreißen musste, um an seine Schuhe zu kommen. Alles suboptimal vor dem abschließenden Marathon durch die zwar schöne, aber mit Kopfsteinpflaster ausgelegte Altstadt Tallinns.

Letztlich überwog aber: „Ich bin super glücklich. Auf einen Schlag ist dieses Jahr mit einem Rennen wieder ein gutes Jahr, weil ich die Quali schon unter Dach und Fach habe“, sagt Wies.