Lokalsport: Terminprobleme bei der SG: Dieses Spiel zählt doppelt

Lokalsport: Terminprobleme bei der SG: Dieses Spiel zählt doppelt

Man stelle sich vor, am 24, Spieltag der Fußball-Bundesliga spielt der FC Bayern München gegen Borussia Dortmund. So weit, so normal. Doch es gibt Terminprobleme. Und weil beide Teams auch im Pokalfinale aufeinandertreffen, wird das Spiel halt doppelt gewertet: Als Liga- und Pokalspiel. Klingt bescheuert? Ist es auch - aber genau das erwartet die SG Ratingen heute Abend (20 Uhr) im Spiel bei den Adlern Königshof. Aufgrund des Terminchaos im Handball wird die Partie doppelt gewertet. Das Ergebnis nach 60 Minuten fließt in die Tabelle ein - falls es unentschieden stehen sollte, wird für das Pokalspiel noch eine Verlängerung absolviert.

"So etwas habe ich noch nie erlebt", sagt SG-Trainer Khalid Khan. "Und ich muss sagen, dass es nicht gerade dazu beiträgt, unsere Sportart glaubwürdiger zu machen. Der Vorschlag der Doppelwertung seitens des Verbandes war aber sowas wie der letzte Versuch, die Partien überhaupt noch in diesem Jahr über die Bühne zu bringen. "Wir haben den Vorschlag letztlich mangels Alternativen angenommen", sagt Khalid Khan.

Denn eigentlich hätte Ratingen im Pokal Heimrecht gehabt. Doch das Spiel hätte a) unbedingt noch in diesem Jahr und b) unter der Woche ausgetragen werden müssen. Und das ist in Ratingens Hallenlandschaft völlig unmöglich. "Wir müssen bis spätestens 22 Uhr aus der Halle raus sein. Wie sollen wir da ein Pokalspiel mit eventueller Verlängerung austragen?", betont Khan. Es heißt, dass sich in solchen Dingen vor allem einer der Hausmeister immer wieder querstellt - auch wenn das keiner der Ratinger Verantwortlichen bestätigen würde.

Vereinschef Bastian Schlierkamp gibt sich diplomatisch - und hofft auf den "Neuen" im Sportamt der Start. Dort arbeitet jetzt der ehemalige Eishockeyspieler Oliver Piller. "Unser Kontakt ist sehr gut, er versucht, vieles möglich zu machen", betont Schlierkamp.

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Sportlich ist die SGR vor dem Doppel-Duell wieder halbwegs gut gerüstet. Bis auf Lennard Maesch sind alle Spieler wieder verfügbar. "Ob sie alle auch völlig fit sind, ist natürlich eine andere Sache", betont Khan. Er gab den Spielern nach dem Sieg in Köln-Wahn am Mittwoch erstmal frei, gestern wurde noch einmal trainiert. "Wir müssen ja wieder zu Kräften kommen", sagt Khan. Und in der Hinsicht ist es für den auf dem Zahnfleisch gehenden SGR-Kader doch ganz gut, dass er nicht noch zweimal in diesem Kalenderjahr gegen Königshof antreten muss.

Auch wenn das doppelte Pokal-Ligaspiel trotzdem wie eine unprofessionelle Farce anmutet.

(RP)