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Lokalsport: Swara ratlos: Wer ist denn Tim-Arne Sidenstein?

Lokalsport : Swara ratlos: Wer ist denn Tim-Arne Sidenstein?

Das war Burkhard Swara auch erst ganz selten in seiner langen Zugehörigkeit zur Läuferszene passiert: "Ich kann Ihnen im Moment überhaupt nicht sagen, wer der junge Mann mit der Startnummer 1302 ist, der gerade in Führung liegt", musste der sonst so wortgewandte Moderator des Neujahrslaufs zugeben, als die Spitzengruppe nach etwas mehr als zehn Minuten zum ersten Mal wieder den Marktplatz passierte.

Und auch nach der zweiten Runde war Swara noch nicht klüger. Und da der Unbekannte zu diesem Zeitpunkt bereits recht deutlich führte, schickte Swara seine Leute eiligst auf die Suche nach dem Namen des Schnellsten im Feld: "Das ist mir so noch nie in Ratingen passiert", gab Lauflegende Swara dann auch zu.

Doch kurz bevor der toptrainierte Läufer, dann nach etwas über 32 Minuten die Ziellinie auf der Düsseldorfer Straße passierte, gab es die Erlösung: Der Name war gefunden. Tim-Arne Sidenstein aus dem sauerländischen Wenden hatte sich erst kurzfristig angemeldet— doch das hinderte den 24-Jährigen nicht daran, der Konkurrenz förmlich davon zu laufen. Der Mittelstreckenläufer ist in der Szene alles andere als ein unbeschriebenes Blatt, erreichte in der vergangenen Saison zum Beispiel den fünften Platz bei der Deutschen Meisterschaft im Halbmarathon: "Das ist für mich wirklich gut gelaufen. Ich hatte zwischendurch zwar das Gefühl, auch eine Zeit um die 31 Minuten laufen zu können, habe es dann aber doch etwas langsamer angehen lassen", so der Sieger, der rund drei Minuten vor dem besten Dumeklemmer ins Ziel kam.

Und für den gab es besonders großen Jubel. Kein Wunder, denn Alexander Gossmann hatte lange verletzungsbedingt pausieren müssen— und freute sich deshalb natürlich umso mehr die erste Wertung für den Ratinger Laufcup gewonnen zu haben. Auf den zweiten Platz in der Stadtwertung kam Enrico Dietrich, dicht gefolgt von Routinier Robert Jäkel. Beste Frau aus der Dumeklemmerstadt wurde einmal mehr Gladys Just. Die Krankenschwester aus dem Düsseldorfer Augusta-Krankenhaus kam vor Claudia Rey vom TuS 08 Lintorf ins Ziel. Gesamtsiegerin wurde Christel Dörschel, die sich damit ein wunderbares Geburtstaggeschenk bescherte.

Im vergangenen Jahr war sie unter ihrem Mädchennamen Viehbahn noch Zweite geworden. Diesen Platz holte sich 2014 mit Silke Optekamp die derzeit beste deutsche Marathonläuferin, für die dieser Wettkampf nur eine bessere Trainingseinheit gewesen sein dürfte. Wie dem auch sei, schön war es, im Zieleinlauf zu beobachten, dass die Läuferszene offensichtlich eine große Familie ist. Jeder klatsche jeden unmittelbar nach dem Zieleinlauf ab und freute sich über das Ergebnis des Anderen.

Mit rund 1400 Teilnehmern konnte der ASC Ratingen West als Veranstalter auch einen neuen Rekord vermelden, seit er den Lauf organisiert: Noch nie waren seit der Jubiläumsauflage zum 25. Lauf vor elf Jahren so viele Läufer am Start wie in diesem Jahr. Ein Grund: Das schöne Wetter sorgte für eine enorme Zahl von kurzfristigen Nachmeldungen. Aber auch die Zahl der Voranmeldungen hatte mit über 1000 schon auf eine sehr gute Beteiligung hingedeutet. Beim Organisationskomitee um Jürgen Robbel vom ASC gab es nach einem anstrengenden Tag aufgrund des tollen Erfolgs fröhliche Gesichter. Und am Ende konnte auch Burkhard Swara wieder lachen, als er den Sieger aus dem Sauerland am Mikrofon begrüßte: Denn der war ja am Ende zum Glück dann nicht mehr namenlos.

(wol)