Svenja Bock und Jan Fischer lernten sich beim Ratingen Triathlon kennen

Leichtathletik : Triathlon-Traumpaar reicht sich die Hand

Bei der vierten Auflage des Ratingen Triathlons lernten sich Svenja Bock und Jan Fischer kennen – Anfang dieses Jahres machte er ihr einen Antrag, bald wird geheiratet. Die Ratingerin startet am Sonntag bei der elften Auflage im Angerbad, ihr Verlobter muss verletzungsbedingt zuschauen.

Es ist ein kalter Wintertag Anfang dieses Jahres, als Svenja Bock zum Angerbad kommt. Auf dem Parkplatz wartet ihr Freund Jan Fischer im Triathlon-Einteiler, denn er hat etwas vorbereitet: Die Wiederholung des Super-Sprint-Zieleinlaufs des Ratingen Triathlons aus dem Jahr 2012 bildet den Rahmen für seinen Heiratsantrag. Denn bei der damals vierten Auflage haben sich die beiden beim da erstmals ausgetragenem Paar-Rennen kennengelernt, sieben Jahre später reichen sie sich die Hand zum Bund der Ehe, bald wird im Standesamt Essen-Kettwig geheiratet.

Dabei hätte es leicht ganz anders kommen können, denn als Laufpartner für Svenja Bock war eigentlich damals Profi-Triathlet Clemens Coenen vorgesehen. Der hatte die Idee des Paar-Rennens über 200 Meter Schwimmen, zehn Kilometer Radfahren und 2,5 Kilometer Laufen toll gefunden und Organisator Georg Mantyk gefragt, ob der nicht eine Partnerin für ihn finden könne – die Wahl fiel auf Svenja Bock. Doch dann musste Coenen den Wettkampf wegen einer Verletzung absagen. „Das fand ich natürlich sehr schade“, sagt Svenja Bock.

Es sollte aber noch ein Glücksfall für die heute 31-Jährige werden, denn über ihren Bruder Niclas, der selbst Profi-Triathlet war und bei der allerersten Auflage des Ratingen Triathlons als U19-Europameister seine Altersklasse gewann, kam der Kontakt zu Jan Fischer zustande. So starteten die Breitscheiderin und der Hennefer 2012 gemeinsam und kamen als Vierte über die Ziellinie. In Erinnerung an diese Szene hatte Fischer bei seinem Heiratsantrag im Übrigen die inzwischen leicht vergilbte Startnummer mit dem Namen „Clemens“ mitgebracht, den Vornamen von Coenen aber handschriftlich gegen seinen eigenen ausgetauscht. So sagte Svenja Bock „Ja“ zum richtigen Partner.

Svenja Bock und Jan Fischer 2015 nach dem Marathon in New York. Der Sport nimmt in ihrem Leben eine große Rolle ein und lässt sie auch die Welt erleben. Foto: privat

Nach dem Ratingen Triathlon 2012 sahen sich Jan Fischer und Svenja Bock auf Sportveranstaltungen und bei gemeinsamen Bekannten immer wieder, so entwickelte sich die Beziehung, in der der Sport weiterhin eine große Rolle spielt. „Es passt natürlich sehr gut, dass wir dieses Hobby gemeinsam teilen und dann auch das Verständnis für den anderen aufbringen. Wir machen viel Sport gemeinsam und haben uns dadurch im Triathlon auch weiterentwickelt“, sagt Svenja Bock, die auch Jugendwartin des TuS Breitscheid ist, deren Vorsitzender ihr Vater Jürgen lange Zeit bis Anfang dieses Jahres war.

Während Svenja Bock am Sonntag über die Mitteldistanz beim elften Ratingen Triathlon startet, also die 76,5 Kilometer lange Distanz mit Schwimmen, Radfahren und Laufen meistert, muss ihr Verlobter zusehen. Jan Fischer hat nach zwei Langdistanzen in diesem Jahr Probleme mit dem Knie und muss sich daher noch schonen.

Ein gemeinsamer vorhochzeitlicher Zieleinlauf des Triathlon-Traumpaares soll aber möglich sein, denn Organisator Mantyk hat ein großes Herz für solch schöne Geschichten. „Ich habe den beiden gleich einen Startplatz angeboten, als ich von der Verlobung und vor allem der Art und Weise des Antrags gehört habe“, sagt Mantyk und ergänzt: „Man sieht: Triathlon ist nicht nur ein gesunder Sport, er verbindet auch Menschen.“ Im Fall von Svenja Bock und Jan Fischer führt diese Verbindung sogar bis ins Standesamt.

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