SV Hösel hatte keine Schuld am Spielabbruch gegen den DSV 04

Sportgerichtsurteil : SV Hösel erhält die Punkte

Am Spielabbruch gegen den DSV trugen die Höseler keine Schuld, urteilt die Kreis-Spruchkammer. Damit ist der SVH nun wieder Spitzenreiter in der Kreisliga A und fährt so am Sonntag zum SSV Erkrath.

Am Sonntag fährt der SV Hösel als stolzer Spitzenreiter der Fußball-Kreisliga A zum SSV Erkrath. Denn das am 13. Oktober abgebrochene Punktspiel gegen den DSV 04, die Höseler führten nach 71 Minuten bei Überzahl mit 3:2, wurde nun von der Kreis-Spruchkammer ganz klar mit den drei Punkten und 2:0 Toren für die Blau-Weißen vom Neuhaus gewertet. Zudem muss der DSV 04 die Gesamtunkosten von 215 Euro tragen.

Diese Entscheidung wurde erst am zweiten Verhandlungstag getroffen, es standen in dieser Drei-Stunden-Sitzung die Zeugenaussagen an. Der Grund für den Spielabbruch des Düsseldorfer Schiedsrichters Florian von Ameln, der diesmal nicht erscheinen musste, weil er seine Aussage schon getätigt hatte, war, dass drei Höseler Jugendliche, alle 16 und 17 Jahre alt, beim 3:2-DSV-Anschlusstreffer einiges ins Spiel riefen, was nicht unbedingt sein musste. Es waren allerdings gängige Worte, die bei jedem Amateur-Fußballspiel fallen können und die eigentlich niemanden mehr sonderlich aufregen. Wohl aber einen Zuschauer, der beim DSV bei den Alten Herren spielt. Er schlug den Höseler B-Jugendspieler Fiete Kampmann, ein 16 Jahre altes Fliegengewicht, zu Boden und trat ihm dann übel gegen den Kopf. Auch dessen Freunde Jan Hinz und Philpp Hentschel wurden übel attackiert. Dann sprangen zunächst zwei DSV-Spieler über das Staket und mischten sich raufend in die inzwischen heftige Schlägerei ein. Als Hösels Co-Trainer Andreas Densborn hin eilte, um zu helfen und zu schlichten, wurde auch er geschlagen.

Die Spruchkammer-Vorsitzende Susanne Ossenbühl erklärte dann das Urteil. Keinem Höseler Fußballer konnte irgendeine Schuld zugesprochen werden, dass der Platz vorzeitig verlassen wurde oder dass durch sie geschlagen wurde. Dem Schiedsrichter sei es nicht gelungen, trotz mehrmaligem Pfeifen das Spiel weiterzuführen, weil einige DSV-Kicker längst unter den Zuschauern weilten. Kein Höseler Spieler war irgendwie an der Schlägerei beteiligt. Die Höseler um ihren Geschäftsführer Wolfgang Schulte nahmen das Urteil sichtlich erleichtert an, der Kampf um den Meistertitel wird also ungebremst fortgesetzt. Für vier DSV-Spieler wird ein separates Verfahren eingeleitet, aber auch Fiete Kampmann muss noch einmal antanzen, und zwar vor dem Jugendsportgericht. Ganz ausgestanden ist der Fall damit zwar nicht, aber für die Senioren ist nun die Tabellenspitze wieder erreicht.

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