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Fußball: Stieghorst setzt auf Solidität

Fußball : Stieghorst setzt auf Solidität

Frauenfußball erlebt in Deutschland einen Hype. In Ratingen hingegen befindet er sich im Jammertal – abgestürzt, verschwunden. Die SSVg Heiligenhaus ist in die Bezirksliga aufgestiegen.

Frauenfußball erlebt in Deutschland einen Hype. In Ratingen hingegen befindet er sich im Jammertal — abgestürzt, verschwunden. Die SSVg Heiligenhaus ist in die Bezirksliga aufgestiegen.

In Deutschland wird den Fußballerinnen zugejubelt. Die Stadien sind anlässlich der Weltmeisterschaft voll, die Einschaltquoten im Fernsehen traumhaft. Doch handelt es sich nur um einen Hype oder um ein Ereignis, das einen neuen Trend nachhaltig untermauert?

In Ratingen hat der Frauenfußball bessere Zeiten erlebt. Höhepunkt war das Jahr 2006, als die Mannschaft für Ratingen 04/19 in der Regionalliga spielte und erstmals ein DFB-Pokalspiel hier stattfand (1:4 gegen Lokomotive Leipzig). Von 2007 bis 2010 spielte der neu gegründete 1. FFC Ratingen, der es sogar bis in die Niederrheinliga schaffte. Er wurde inzwischen wieder aufgelöst. Und die große Tradition beim ASC Ratingen West endete 2009, als die Mannschaft aus der Landesliga ausschied. Inzwischen ist Ratingen auf der Landkarte ein weißer Fleck.

Die einzige Mannschaft im Umkreis, die überhaupt noch wahrgenommen wird, ist die der SSVg Heiligenhaus. Die Niederbergischen sind Kreismeister geworden und in die Bezirksliga aufgestiegen.

Mädchenmannschaften gibt es aber nicht nur in Heiligenhaus, sondern auch beim TV Angermund (B- und C-Jugend), ASC Ratingen West und TuS Homberg (C-Jugend) sowie bei Rot-Weiß Lintorf (D-Jugend).

Für Ratingen 04/19 kann das Thema im Herbst wieder akut werden — wenn die neue Bezirkssportanlage genutzt werden kann. "Vorher haben wir einfach die Möglichkeiten nicht", sagt der RSV-Vorsitzende Jens Stieghorst. Zum einen weil der Platz an der Kaiserswerther Straße überlastet ist, zum anderen weil die Kabinen und sanitären Anlagen für die Mädchen schlichtweg unzumutbar sind.

Die Ratinger werden aber höchstwahrscheinlich auch keine Frauenmannschaft melden, wenn die neue Anlage steht. "Wir wollen auf keinen Fall mehr solche Strukturen, wie sie früher mal geherrscht haben", sagt Stieghorst. Damals kamen die jungen Frauen überall her, waren aber weder in der Stadt, noch im Verein verwurzelt.

"Ich stehe einem Neuanfang offen gegenüber, aber er ist an bestimmte Kriterien gebunden", sagt Jens Stieghorst. "Eine solche Abteilung müsste neu aufgebaut werden, mit kompetenten Trainern. Und ich würde gerne sehen, wenn wir mit den Mädchen beginnen und dann etwas wächst. Ich bin gespannt, was sich da entwickelt."

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(RP/rl)