Fussball: SSVg setzt weiter auf die Fußball-Karte

Fussball : SSVg setzt weiter auf die Fußball-Karte

Auch unter dem neuen Vorsitzenden soll der Heiligenhauser Klub in der Landesliga spielen – aber mit weniger Geld.

Ausverkauf bei der SSVg Heiligenhaus? Das weist Wolfgang Mülller, der neue Vorsitzende des 1400 Mitglieder starken Großvereins, zurück: „Es werden einige Spieler gehen. Das ist bekannt. Aber es kommen auch Neue. Wenn wir die Landesliga halten, dann wird auch in der nächsten Spielzeit eine ligataugliche Mannschaft auflaufen. Und wenn wir absteigen, dann wirft das den Verein bestimmt nicht um. Dann geht es in der Bezirksliga weiter. Dort wird auch guter Fußball gespielt. Die derzeitigen Spieler sind alle vertraglich bis zum 30. Juni gebunden, sie alle erhalten die zugesicherten Bezüge und wir sind fest überzeugt, dass die Mannschaft alles gibt, um in der Landesliga zu bleiben.“

Das Budget, so Müller, ist schmaler in der nächsten Spielzeit. Er hat sich darüber mit dem nach der Saison gehenden Trainer Imre Renji lange unterhalten. „Imre versicherte mir, dass er sogar in der Oberliga mit einem noch schmaleren Etat auskommen musste. Aber unsere Ziele werden geändert. Unsere Jugendarbeit wird mehr gefördert und ausgebaut. Wir wollen möglichst viele Heiligenhauser Jungs in der Ersten Mannschaft haben, nicht nur in der Reserve. Ich denke, das ist eine interessante Herausforderung.“

Vielleicht schon am Wochenende, mit dem Landesliga-Heimspiel gegen den Nachbar Rather SV, hofft der Vorsitzende, den neuen Trainer vorstellen zu können. Er hat mit zwei Kandidaten gesprochen, mehrmals sogar, und nun soll die Entscheidung her: „Die Spieler wollen wissen, mit wem sie es künftig zu tun haben. Das ist verständlich. Und noch einmal zum Thema ´Ausverkauf`. Ich habe mit allen Spielern gesprochen, die wir halten wollen. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass uns eine Mehrheit verlässt.“

Der neue SSVg-Chef ist 55 Jahre alt, Vater von vier Kindern und beruflich bei der Heiligenhauser Firma WSS in der Entwicklung tätig. Er kennt sich aus im Fußballgeschäft, er war lange Zeit im Verein Fußball-Abteilungsleiter. Doch vor 20 Jahren, kamen Drillinge auf die Welt und die Familie hatte den Vorrang. Das ist zwar lange her, aber Müller war immer ganz nah dran am Fußball. Die Heimspiele zu besuchen war stets erste Pflicht. Mit seinem Vorgänger Heinz Dedenbach hat er damals schon zusammen gearbeitet, und, wie er sagt, viel von ihm im Bereich Vereinsführung gelernt. Müllers Vater Peter wird in diesem Jahr 91 Jahre alt, er ist immer dabei, wenn an der Talburgstraße die Kunststoffkugel rollt. All die Ehrungen, die er hinter sich hat, kann man überhaupt nicht aufzählen. Und sein Sohn Daniel leitet das Clubhaus auf der Sportanlage, sorgt dafür, dass alles in Ordnung ist. Mehr Vereinspatriotismus geht nicht. Und wenn am Sonntag beim Heimspiel gegen den Rather SV, 15 Uhr, Talburgstraße, die Punkte an der Talburgstraße bleiben, dann ist wieder alles offen im Abstiegskampf. Dann kann man auch erfahren, wer alles im Verein bleibt und auf welche Spieler künftig gebaut wird.

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