Sportkegeln: Sportkegler starten gebeutelt in die Play-offs

Sportkegeln: Sportkegler starten gebeutelt in die Play-offs

Pünktlich zur Meisterrunde schlägt das Verletzungspech in Heiligenhaus zu. Die „Red Lions“ müssen nun daheim glänzen.

Am ersten Play-off-Spieltag um die Deutsche Meisterschaft kamen die Heiligenhauser Sportkegler gerade noch mit einem blauen Auge davon. Im beschaulichen Mosel-Ort Riol (1200 Einwohner) begann der Wettkampf gleich mit dem ersten Schreckmoment. Marcel Schneimann befand sich in seinem Durchgang auf einem sehr guten Kurs, als er falsch auftrat und ihm für alle Zuschauer erkennbar ein stechender Schmerz durch den Fuß ging – von da an konnte er seinen Ablauf nicht mehr richtig durchziehen und er brachte seinen Durchgang mit durchschnittlichen 857 Holz ins Ziel. Der Plan, der starken Konkurrenz Feuer zu machen, erlitt somit früh einen Dämpfer, denn Holger Mayer (911) und Bernardo Immendorf (924) nutzten die Möglichkeit, sich abzusetzen.

So stand André Laukmann vor der Aufgabe, diese Lücke bestmöglich zu schließen, was ihm mit 887 auch gelang. Einen noch besseren Tag erwischte Kapitän Marcel Grote, der mit 907 Holz die Tagesbestzahl der Heiligenhauser erzielte. Allerdings präsentierte sich vor allem der Deutsche Rekordmeister KF Oberthal sehr stabil, so dass die Red Lions nie an den Saarländern vorbeiziehen konnten. Der amtierende Meister Riol verwaltete seine Führung solide und ließ sich auch von einer schlechten Zahl von Marjan Leis (835) nicht aus der Ruhe bringen. Kerim Demirbag (864) und Robin Holler schafften es in der Folge nicht (842) den Druck aufrecht zu halten. Schlimmer als die Tatsache, dass die Heiligenhauser immer mehr Boden auf Oberthal und Riol verloren war, dass auch der Vierte im Bunde, SK Düsseldorf an den Heiligenhausern vorbeizog. Dirk Albertz musste sich nun also gleich gegen alle drei Schlussspieler wehren.

Sein Durchgang endete wie der erste Durchgang begann – schlimmer noch – Albertz musste nach 86 Kugeln ausgewechselt werden, so dass Auswechselspieler Knut Martini in der heißesten Phase des Spiels einen Kaltstart hinlegen musste. Der KSV Riol brachte die Tageswertung souverän ins Ziel (5394) Holz, gefolgt von KF Oberthal (5241). Heiligenhaus blieb hauchdünn (5190) vor Düsseldorf (5182), so dass zumindest zwei Punkte in der Tageswertung ins Ziel gebracht wurden. In der Gesamtwertung liegt Oberthal nun mit sieben Punkten in Front. Heiligenhaus und Riol folgen mit jeweils fünf Punkten. Düsseldorf liegt mit zwei Punkten an vierter Stelle.

„Es ist ein ärgerlich, dass wir in den entscheidenden Spielen um die Meisterschaft personell nicht aus dem Vollen schöpfen können. Zuerst mussten wir den Ausfall von Holger Parassini kompensieren. Hinzu kommen nun noch Marcel und Dirk, wo wir bei beiden noch nicht wissen, ob wir sie bis zum Wochenende fit bekommen. Hinzu kommt noch der unglückliche Umstand, dass unsere zweite Mannschaft am Samstag zeitgleich ihr Endspiel um die Meisterschaft in der Rheinland-Liga hat und einen entscheidenden Schritt Richtung Aufstieg machen kann“, sagt der Kapitän, den ärgste Personalnöte plagen. Und das ausgerechnet vor dem voraussichtlich vorentscheidenden Doppelspieltag, am Samstag ab 12 Uhr in Düsseldorf und am Sonntag um 10 Uhr mit dem sportlichen Highlight, dem Play-off-Heimspiel in Heiligenhaus.

Dennoch macht Grote deutlich: „Das soll für uns keine Ausrede sein! Wir werden kommendes Wochenende nochmal alles raushauen und versuchen, den Abstand zur Spitze irgendwie zu verkleinern. Vor allem möchten wir uns am Sonntag mit einem großartigen Heimspiel belohnen.“ Der Ur-Heiligenhauser verspricht einen stimmungsgeladenen, sportliche Leckerbissen, den man in Heiligenhaus so noch nicht gesehen hat: „Der gesamte Verein hat sich mit in die Planung eingebracht. Wir werden ein kleines Festzelt aufstellen, ein DJ wird für Stimmung in den Spielpausen sorgen – sogar eine Tombola wurde organisiert.“

Ab 10 Uhr rollen die Kugeln am Sonntag an der Selbecker Straße in Heiligenhaus. Die Red Lions freuen sich auf zahlreiche Zuschauer und Sportbegeisterte. Der Eintritt ist wie immer frei.

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