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Fußball: Ratingen gegen Wuppertal: Spielabsage wegen Sicherheitsbedenken

Fußball: Ratingen gegen Wuppertal : Spielabsage wegen Sicherheitsbedenken

Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze stuft die Partie in der Fußball-Oberliga gegen Wuppertal am Sonntag als Risikospiel ein. Das Ratinger Stadion erfülle nicht die Sicherheitsstandards. Ersatz wurde so schnell nicht gefunden.

Der Jubel bei Mannschaft und Offiziellen war groß, als der Spielplan veröffentlicht wurde. Erster Spieltag, Heimspiel gegen den Wuppertaler SV. "Das ist ein echter Traditionsverein, der viele Zuschauer mitbringt. Die Hütte wird voll", freute sich Ratingens Trainer Alfonso del Cueto. Mit "Hütte" war das Ratinger Stadion gemeint. Doch der Auftakt in die Fußball-Oberliga am Sonntag (15 Uhr) muss verlegt werden, darf nicht am Stadionring stattfinden.

Das entschied die Sicherheitskonferenz Mittwochnachmittag. Die Polizei befürchtet, dass das hohe, teils gewaltbereite Fanaufkommen des Wuppertaler SV zu Problemen führen könnte. Damit findet der Heimauftakt der 04/19 nicht statt. "Ich finde die Entscheidung unmöglich. Ratingen hat ein optimales Stadion", erklärte 04-19 Vorstandsvorsitzender Jens Stieghorst. "Ich wehre mich auch dagegen, die Wuppertaler Fans in eine Schiene zu drängen. Wir haben viel mit dem Verein geredet. Die haben ihre Fans im Griff."

Bis Mittwoch hatten die Verantwortlichen noch gehofft, dass Spiel wenigstens am Sonntag austragen zu können. Als Ersatzspielort wurde das Stadion Sonneblume in Velbert ins Auge gefasst. Doch die entscheidende Sitzung mit Polizei und Vertretern aller beteiligten Vereine in Velbert brachte die Ernüchterung. "Es sind zwei Werktage bis zum Spiel, selbst mit der Unterstützung der SSVg Velbert und der Stadt hätten wir zwei Wochen gebraucht, um das Spiel vorzubereiten", sagte Stieghorst.

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Das Problem: Die Auflagen seitens der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) aus Duisburg sind hoch — die höchste Stufe, Kategorie vier. Zugänge müssen gesichert werden, das Ordnungspersonal muss auf 80 Leute aufgestockt werden. Die Kreispolizei hatte sich vorher noch bemüht, das Spiel trotz der Bedenken in Ratingen stattfinden zu lassen. "Aber die Duisburger Kollegen sehen das anders. Ich habe beim Staffelleiter eine Verlegung des Spiels beantragt. Wir haben keine andere Möglichkeit", sagte Stieghorst.

Auf große Begeisterung stieß diese Entwicklung auch bei Coach del Cueto nicht, der die Nachricht im Gespräch mit der Rheinischen Post erfuhr. "Drei Tage vor dem Spiel. Das ist schon der Hammer. Jetzt muss ich zusehen, dass wir noch ein Freundschaftsspiel gegen einen Landesligisten am Wochenende organisiert bekommen", erklärte der Trainer und wunderte sich über das Vorgehen: "Verband und Polizei wissen seit drei Wochen, dass wir gegen Wuppertal spielen. Das müssen die doch vorher entscheiden können."

(RP)