So steht es um TuS 08 Lintorf, TV Ratingen und SG Ratingen II

Schwerpunkt Handball-Verbandsliga : TuS Lintorf hofft auf Klauses Comeback

Der TuS 08 Lintorf tritt in der Handball-Verbandsliga beim Solinger TB an, der TV Ratingen empfängt die Cronenberger TG. Für die Reserve der SG Ratingen wird es aus mehreren Gründen schwer in Überruhr, vor dem Anpfiff wird es dort bereits emotional sein.

Es passierte am zweiten Spieltag dieser Saison: Im Spiel seines TuS 08 Lintorf bei der SG Ratingen II zog sich Kai Klause einen Außenbandriss zu und fehlte dem Team fortan. Für die Partie am Samstag (19.30 Uhr) beim Solinger TB hofft Markus Wölke nun auf das Comeback des variablen Rückraumspielers: „Sein Fuß hält, er dürfte am Samstag wieder auf der Platte stehen“, sagt der Trainer über Klause und ergänzt: „Das wäre für unser Angriffsspiel extrem wichtig. Er ist sehr flexibel im Eins-gegen-Eins und bringt eine unheimliche Dynamik und Schnelligkeit mit. Diese Explosivität, mit der er auch Zeitstrafen beim Gegner ziehen kann, hat uns schon gefehlt.“

Nun waren die vergangenen Wochen nicht komplett verschenkt für die Lintorfer, die Ergebnisse zuletzt aber mit einer Niederlage gegen den TV Ratingen, einem Unentschieden beim TB Wülfrath und zuletzt einem Sieg gegen die MTG Horst Essen aber durchwachsen. Letzteres gibt aber Grund zur Hoffnung. „Gegen MTG sind wir über den Kampfgeist gekommen, und darauf muss auch jetzt unser Hauptaugenmerk liegen“, sagt Wölke. „Solingen hat sich nach dem Trainerwechsel stabilisiert, das ist eine erfahrene Mannschaft mit Leuten, die auch schon höherklassig gespielt haben. Deren Erfahrung müssen wir in den Griff bekommen, denn Solingen ist sicher ein Gegner, den wir schlagen können und schlagen sollten, wenn wir weiter ein Stückchen nach oben kommen wollen.“

Allerdings waren die Trainingseinheiten zuletzt nicht ganz nach Wölkes Geschmack, neben den Langzeitverletzten Tim Bauerfeld, dem „Herzstück unserer Abwehr“, wie der Trainer sagt, Philipp Becker und Carsten Obermayer fielen immer wieder Akteure krankheitsbedingt aus. „Wir kommen dienstags und donnerstags zwar immer auf zehn, elf Leute, auch durch unsere A-Jugendlichen, aber es sind oft nicht dieselben Spieler dagewesen. Dadurch ist es schwierig, die Abläufe zu automatisieren“, erklärt Wölke.

Diese Probleme hat der TV Ratingen nicht. „Wir stellen annähernd Bestbesetzung“, sagt Trainer Jörg Schomburg, der auf einen 17-Mann-Kader zurückgreifen kann, wobei die Talente Tobias Demming und Lars Friedrich hauptsächlich noch in der Landesliga-Reserve eingesetzt werden. Für die Heimpartie am Samstag (17.30 Uhr) gegen die Cronenberger TG ist nur der Einsatz von Ali Demir (Schulter) fraglich, Mats Wiedemann, der Zugang aus Werden, ist wieder an Bord. „Cronenberg ist immer schwierig zu bespielen“, warnt Schomburg. „Das ist ein unangenehmer Gegner, der zudem seinen Kader nun mit gut ausgebildeten Spielern aus der Jugend verstärkt und dadurch sein Spiel verändert hat und jetzt mehr über das Tempo kommt.“

Trainer Jörg Schomburg hat beim TV Ratingen einen großen Kader, der am Samstag komplett ist. Foto: Blazy, Achim (abz)

Das sollte der TV, der als Tabellen-Achter nur zwei Punkte vor der Abstiegszone steht, eindämmen. „Wir hatten einen schwierigen Auftakt und sind unter unseren Möglichkeiten geblieben“, sagt Schomburg und ergänzt: „Aber jetzt kommen wir so langsam und spielen uns ein. Die Abwehr gefällt mir sehr gut und bildet mit unseren Torhütern das Prunkstück. Wir müssen aber vorne konsequenter werden.“

Deutlich größere Sorgen hat die SG Ratingen II. „Wir sind wieder eine sehr kleine Truppe“, sagt Trainer René Osterwind vor der Partie bei der SG Überruhr. Marc Steppke kommt nur zu den Heimspielen, fehlt also ebenso wie Tim Zeidler, Dario Bevanda und Marcel Müller (Auszeit) sowie Timo Schmitz (festgespielt in der Regionalliga-Mannschaft) und Leo Loose, der ebenfalls Samstagabend mit der „Ersten“ in Siebengebirge antritt. Durch den Wegfall von Loose hat Osterwind ein Problem auf der Torhüter-Position: Stammkraft Benny Karmaat ist zwar dabei, da sich Alex Schmitz aber nach überstandener Schulterverletzung im ersten Training danach direkt einen Bänderriss im Fuß zugezogen hat, muss Jonas Lux aus der Kreisliga aushelfen. Auf die Torleute könnte es ankommen, steht im Ex-Bundesligaspieler Philipp Pöter doch auf der anderen Seite einer „der besten Spieler der Liga“, wie Osterwind findet. „Den musst du erstmal in den Griff kriegen, und dann laufen da ja noch ein paar andere Jungs rum, die Handball spielen können“, ergänzt der SGR-Coach.

Für Salim Bakhsh und die SG Ratingen II wird die Aufgabe in Überruhr schon vor dem Anpfiff emotional. Foto: Blazy, Achim (abz)

Für die Ratinger wird die Aufgabe aber noch aus einem völlig anderen Grund keine wie jede andere: Es ist das erste Heimspiel der SG Überruhr seit dem tragischen Tod von Lars Krüger vor drei Wochen. „Wenn ein Spieler mit Anfang 30 auf dem Feld zusammenbricht und nachher stirbt, fasst das jeden Sportler an“, sagt Osterwind und ergänzt: „Wenn wir in die Halle kommen, wird das sicher in den Köpfen der Spieler sein, zumal einige auch bei der Beerdigung waren. Unser Salim Bakhsh war ein langjähriger Mitspieler von Lars Krüger. Das beschäftigt uns natürlich, aber ich hoffe, dass sich nach dem Anpfiff alle recht schnell auf Handball konzentrieren können.“