Wer wird Regionalliga-Meister?: „Showdown“ für die SG Ratingen

Wer wird Regionalliga-Meister? : „Showdown“ für die SG Ratingen

Der Handball-Regionalligist will unbedingt aufsteigen. Doch dafür ist Schützenhilfe nötig – und ein eigener Erfolg in Essen.

Und am Samstag sind sie alle Fan des TV Korschenbroich – das zumindest dürfte für die Spieler der SG Ratingen gelten. Die Korschenbroicher, Tabellenfünfter der Handball-Regionalliga, sind am letzten Spieltag das Zünglein an der Waage für das Löwenrudel: Punktet der TVK Samstag ab 19.30 Uhr gegen den MTV Dinslaken, kann die SG Ratingen Meister werden und somit in die Relegation um den Aufstieg in die Dritte Liga einziehen. Dafür jedoch müsste das Löwenrudel dann am Sonntag um 17 Uhr sein Spiel bei TuSEM Essen II gewinnen.

Wie schwer die Aufgabe allein schon ist, unterstrichen die Essener am vergangenen Wochenende. Da spielte die Zweitvertretung bei Spitzenreiter Dinslaken. Der hatte schon eingekauft für die große Meisterfeier. Das Bier stand kalt – am Ende wurde es ein Frustsaufen mit den Fans. Essen siegte ganz knapp 28:27 und sorgte damit  überhaupt erst für den Showdown am letzten Spieltag – und für die große Hoffnung bei der SGR.

Doch noch wartet ein hartes Stück Arbeit auf das Löwenrudel. Denn selbst wenn Dinslaken in Korschenbroich Federn lässt, muss Ratingen erst einmal die Aufgabe Essen meistern. Das wird nicht leicht. Denn TuSEM, immerhin Tabellendritter der Liga, steigerte sich in 2019 erheblich und verlor seit Jahresbeginn erst ein einziges Spiel – ausgerechnet beim TV Korschenbroich.

„Wir wissen, dass alles mit dem Spiel zwischen Korschenbroich und Dinslaken steht und fällt“, sagt Kapitän Kai Funke. „Und selbst wenn Dinslaken Punkte lässt, liegt der Druck bei uns. Damit müssen wir ja erstmal umgehen.“ Das gelang dem Löwenrudel in der aktuellen Spielzeit nur bedingt. Im Spitzenspiel gegen Dinslaken zum Beispiel führte die SGR fast das ganze Spiel, um dann doch noch 22:23 zu unterliegen. Das sind jedoch nicht die Punktverluste, die den Ratinger so wirklich weh tun – da sind eher die Niederlage in Rheinbach oder die Unentschieden in Siebengebirge oder beim VfB Homberg für verantwortlich.

So oder so endet am Sonntag eine für die SGR denkwürdige Hauptrunde. Eine, in der das Team als klarer Titelfavorit an den Start ging, dieser Rolle aber nur bedingt gerecht werden konnte. Eine, in der die SGR Kantersiege mit unterirdischen Leistungen abwechselte. Und eine, in der sogar der erste Trainer-Rauswurf der Löwen-Geschichte stattfand. Im Januar trennte sich Geschäftsführer Bastian Schlierkamp nach acht Verlustpunkten in 13 Spielen von Khalid Khan. Seine Nachfolger Ace Jonovski und Marcel Müller machten es zumindest rein rechnerisch besser: Sie verloren „nur“ vier Zähler – doch jeder Punkt war schmerzhaft, angesichts der Tatsache, dass Dinslaken seine Spiele immer wieder souverän über die Bühne brachte. Bis zuletzt. Denn ausgerechnet auf der Zielgeraden schwächelt Rheinwacht. Und da liegt die Hoffnung der Ratinger, dass der MTV in Korschenbroich noch ein letztes Mal Federn lässt.

Das Spiel werden einige von der SGR begutachten, unter anderem Basti Schlierkamp. „Wir werden da mit vielen aus dem Verein hinfahren“, sagt er. „Nervös sind wir aber nicht, da wir von Korschenbroich abhängig sind. Falls der TVK aber punkten sollte, sind wir natürlich in der Pflicht.“

Egal unter welchen Vorzeichen – es erwartet die Ratinger ein schweres Spiel in Essen. „Essen hat eine junge, wirklich top ausgebildete Mannschaft“, sagt Kapitän Funke. „Das Spiel wird eine große Herausforderung, aber wir haben auf diese Situation gehofft, freuen uns darauf und werden da sein.“