Handball: SGR: Heimsieg ist eine schwere Geburt

Handball: SGR: Heimsieg ist eine schwere Geburt

Gegen den Vorletzten Königshof setzt sich der Handball-Regionalligist früh ab, macht es aber noch spannend – 30:28.

Endlich „echter“ Tabellenführer: Obwohl die SG Ratingen die Spitze der Handball-Nordrheinliga schon in der vorigen Woche übernommen hatte, bestand immer noch die Möglichkeit, dass der TSV Bonn, der ein Spiel weniger auf dem Konto hatte, vorbei zieht. Das hat sich nun erledigt: Die Bonner spielten beim TV Jahn Köln-Wahn „nur“ 20:20, während sich das Löwenrudel ein mühsames 30:28 gegen den Vorletzten Adler Königshof erkämpfte. Die SGR und Bonn haben nun gleich viele Verlustpunkte – und der direkte Vergleich geht an die Dumeklemmer, die zudem ein Spiel mehr und zwei Punkte mehr haben.

„Ich habe ja gesagt, die Liga ist sehr, sehr eng“, sagte Trainer Khalid Khan. „Köln-Wahn macht ein sehr gutes Spiel gegen Bonn, genau wie Königshof bei uns.“ Dazu hätte es allerdings gar nicht kommen müssen. Denn das Löwenrudel startete furios in die Partie gegen den Vorletzten und ging früh in Führung: 5:1, 7:2, 11:6. Dann jedoch der Bruch: Ace Jonovski, der Abwehrchef der Ratinger, zog sich erneut eine Muskelverletzung zu – und die Ordnung war dahin. „Bis dahin haben wir es richtig gut gemacht“, betonte Khan. „Königshof hat aus dem stehenden Angriff fast nichts getroffen“

Das sollte sich ändern. Vorne verwarfen die Ratinger nun Chance nach Chance, hinten patzte die Abwehr. „Mir ist unerklärlich, wie man das so schleifen lassen kann“, sagte Khan. Bis zum 18:13 war noch alles halbwegs okay, doch mit einem 2:7-Lauf gingen die Gäste plötzlich sogar in Führung. Filip Lazarov erwischte trotz fünf Treffern keinen guten Tag, im Rückraum spielte Marco Bauer quasi den Alleinunterhalter. „Wir haben das Spiel dank ihm, unserer Kreisläufer und Etienne Mensger gewonnen“, sagte Khan.

Nach der ersten Gästeführung berappelten sich die Ratinger zwar noch einmal und drehten den Spieß sofort wieder um, wirklich absetzen konnten sich die Hausherren jedoch nicht. „Königshof trat ohne Druck auf und hat gut gespielt“, betonte Khan. „Wir haben dafür vorne viel zu viel verworfen und einen ganz schlechten Rückzug gehabt.“

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Und so war es kurz vor dem Ende noch unerwartet eng. Erst der Treffer von Rückkehrer Ben Schütte in der letzten Minute zum 29:27 zog den Gästen den Zahn, auch auf den erneuten Anschlusstreffer hatten die Ratinger in Person von Christian Mergner noch eine Antwort. Und so fiel der letzte Siebenmeter für die Krefelder nicht mehr groß ins Gewicht – vergeben wurde er eh.

Die Frage ist, ob und wie lange Jonovski durch seine neuerliche Verletzung ausfällt. Und wie sich das Löwenrudel weiter präsentiert. „Ich habe der Mannschaft schon gesagt, wenn wir so wie heute im nächsten Spiel in Siebengebirge auftreten, gibt das eine klare Niederlage“, sagte Khan.

Das Löwenrudel ist nun Tabellenführer – nun muss es nur noch wie einer auftreten.

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