Lokalsport: SG-Trainer Khan ist nach Pokalsieg sauer

Lokalsport : SG-Trainer Khan ist nach Pokalsieg sauer

Trotz des 29:20-Erfolges beim Verbandsligisten TSV Kaldenkirchen platzt dem Coach des Löwenrudels der Kragen.

Auf der Rückfahrt aus Kaldenkirchen, ein Dörfchen kurz vor der niederländischen Grenze, dürfte bei der Mannschaft der SG Ratingen so richtig frostige Stimmung geherrscht haben. 29:20 gewann der Nordrheinligist sein Pokalspiel beim ansässigen TSV, einem Verbandsligisten. Es war der erste Pflichtspielsieg des Löwenrudels seit November 2016. Doch für Trainer Khalid Khan glich die Leistung der Mannschaft eher einem Offenbarungseid - und das tat der Übungsleiter seinen Spielern deutlich kund. "Wenn wir nächste Woche zum Liga-Start so spielen wie in Kaldenkirchen, sind wir Kanonenfutter", sagte Khan. "Wir haben keine Bereitschaft gezeigt, das Abwehrverhalten war desolat, es waren keine Emotionen im Spiel." Und das wohlgemerkt nach einem Neun-Tore-Sieg.

Das Ergebnis interessierte Khan überhaupt nicht. "In der ersten Halbzeit haben zehn gute Minuten gereicht, um uns auf sieben, acht Tore abzusetzen. Das haben wir dann nur noch verwaltet", sagte der Coach. "Die Mannschaft muss aber verstehen, dass es nur mit 60 Minuten Maximalleistung geht. Ich werde mir ganz genau anschauen, wer auch in Zukunft gebraucht wird."

Einzig zwei Spieler erreichten laut Trainer Normalform: Timo Worm, der zehn Tore erzielte, und Torhüter Jascha Schmidt. "Die beiden haben eine gute Leistung gezeigt", sagte Khan. "Ich bin mir allerdings bewusst, dass die Mannschaft deutlich mehr kann, als sie gezeigt hat. Es sind alles intelligente, gute Jungs. Ich bin zuversichtlich, dass die Spieler daraus gelernt haben und es besser machen werden."

Geschäftsführer Bastian Schlierkamp war zwar nicht mit nach Kaldenkirchen gereist, hatte sich aber mit dem Trainer besprochen. "Ich kann Khalid verstehen, wenn er da mehr einfordert", sagte Schlierkamp. "Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass wir viele Verletzte hatten, keinen gelernten Kreisläufer dabei. Trotzdem muss man das deutlicher gewinnen."

Khalid Khan nutzte die Pokalpartie noch einmal, um über die Favoritenrolle zu sprechen, die sein Team von der Konkurrenz in der Liga zugeschanzt bekam. "Wer glaubt, dass wir die Liga dominieren werden, hat keine Ahnung vom Handball", sagte Khan. "Wir haben einen kompletten Umbruch hinter uns. Wir werden ein Vierteljahr brauchen, bis wir stabil sind und die von mir gewünschte Spielweise etabliert haben. Wir werden erst einmal nichts mit den Spitzenteams zu tun haben. Aber in den letzten Wochen hat die Mannschaft viele Fortschritte gemacht - auch wenn das Spiel in Kaldenkirchen erst einmal ein Rückschlag war."

Die Liga geht für die SG am Sonntag, 10. September, bei der Zweitvertretung der HSG Neuss/Düsseldorf los. "Die Spieler bekommen das Wochenende noch einmal frei, danach absolvieren wir vier Trainingseinheiten", sagte Khan. "Ich kann die Jungs aber nur vorbereiten. Alles andere liegt in der Hand der Spieler."

SG Ratingen Schmidt, Ferne; Jacobs (5), Breuer (1), Maesch (2), Dobrolowicz (2), Schütte (6/3), Nitzschmann, Steppke (1), Worm (10), Jonoveski (2).

(RP)
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