SG Ratingen verliert in der Regionalliga beim TV Korschenbroich 26:34

Handball : Korschenbroich kauft SG den Schneid ab

Die SG Ratingen verliert beim TV Korschenbroich 26:34 und kann den Rückstand auf den Tabellenzweiten der Handball-Regionalliga nicht verkürzen – im Gegenteil. Der beste Angriff der Liga vergibt zu viele Chancen und verwirft fünf Siebenmeter. Für das vehement vorgetragene Saisonziel Aufstieg ist das ein klarer Rückschlag.

Mit der Empfehlung von vier Siegen in Folge und dem besten Angriff der Regionalliga Nordrhein waren die Handballer der SG Ratingen zum TV Korschenbroich gereist und wollten dort mit einem Sieg ihre Rest-Chance auf den Aufstieg wahren. Daraus wurde so gar nichts, vor allem das Torhütergespann der Hausherren zog dem besten Angriff den Zahn, am Ende stand eine klare 26:34 (13:16)-Niederlage. Für das vehement ausgegebene Ziel Aufstieg war das ein herber Rückschlag, statt Tabellendritter zu werden und den Rückstand auf Korschenbroich auf Rang zwei auf einen Zähler zu minimieren, finden sich die Ratinger als Tabellensechster nun im breiten Mittelfeld wieder.

Früh deutete sich an, dass es ein Spiel der Torhüter werden könnte, und da hatte zunächst SG-Keeper Nils Thorben Schmidt die Nase gegenüber Felix Krüger im TVK-Tor vorne: Beim Stand von 2:2 nach knapp sechs Minuten verzeichnete Schmidt schon seine vierte Parade. Der 25-Jährige schien die Basis für einen Erfolg zu legen, als Rechtsaußen Etienne Mensger zum 5:4 einwarf (10. Spielminute). Doch es sollte die einzige Führung der SG im Spiel bleiben. Denn weder in der Verteidigung – insbesondere auf der halbrechten Position – noch im Angriff kamen die Ratinger so richtig ins Rollen, so dass es nach dem 5:5 nicht einmal mehr zum Ausgleich reichte. Der TVK spielte schneller, variabler und aggressiver im Angriff und hatte hinter einer beweglichen Abwehr in Krüger und später Max Jäger ein Duo, das zu den besten der Liga gehört. „Am Ende haben wir das Torhüterduell gewonnen“, fand TVK-Trainer Dirk Wolf, und sein Gegenüber, Ace Jonovski, bemängelte: „Wenn du gegen solche Torhüter so eine Wurfquote hast wie wir, wird es ganz schwer.“

Tatsächlich waren die beiden besten Ratinger Schützen auch diejenigen, die am meisten verwarfen: Alexander Oelze traf zwar siebenmal, scheiterte aber auch ebenso oft, Filip Lazarov hatte bei acht Toren fünf Fehlversuche. Und beide vergaben dabei Siebenmeter: Oelze scheiterte gleich dreimal vom „Punkt“, Lazarov zweimal – das war in diesem Spiel durchaus ein entscheidender Faktor, denn die Schiedsrichter Matthias Hallmann und Lars Lieker verhängten insgesamt beachtliche 21 Strafwürfe in einem sehr fairen Spiel. Sie ahndeten halt sehr konsequent, wenn ein Abwehrspieler mit dem Fuß im Kreis stand, und so gab es aufseiten der Gäste zehn und für die Gastgeber elf Siebenmeter. Während Oelze und Lazarov davon aber die Hälfte ausließen, verwandelte David Biskamp beim TVK zehn Versuche und wurde so mit insgesamt 14 Treffern bester Werfer der Partie. „Das macht ja auch Spaß“, sagte der Linksaußen über die Strafwürfe. „Da holt man sich auch Selbstvertrauen für die anderen Würfe aus dem Spiel, wenn die reingehen.“

Das Gegengefühl hatten die Ratinger, die zwar immer mal wieder herankamen (15:16/33. Minute, 18:21/40., 24:28/51.), sich dann aber immer wieder Fehlwürfe bei klaren Chancen leisteten und ihre Abwehr einfach nicht dicht bekamen. Da konnte dann irgendwann auch Schmidt nichts mehr machen, der nach einem harten Kopftreffer von Aaron Jennes aus kurzer Distanz, bei dem auch ein Stück seines Zahns abbrach, zehn Minuten raus musste. „Wir kriegen 34 Tore, das ist ein Problem von uns allen in der Defensive, auch von mir“, sagte der Keeper. „Egal, wie heute verteidigt wurde, es gab Siebenmeter. Aber Korschenbroich macht die Bälle halt rein, wir vergeben zu viele Chancen. Das ist natürlich ein Rückschlag für uns, ändert aber nichts an unserer Marschroute, dass wir von Spiel zu Spiel gucken und Woche für Woche gewinnen wollen“, ergänzte Schmidt. Der Wille war seinem Team auch in Korschenbroich nicht abzusprechen, der Empfehlung von vier Siegen in Folge und dem besten Angriff wurde es aber nicht gerecht.