SG Ratingen verliert gegen TuSEM Essen II 25:30

Heimpleite zum Jahresende : Akku der SGR ist komplett leer

Der Handball-Regionalligist unterliegt TuSEM Essen II in der Schlussphase noch 25:30.

AlsTabellenführer in die Winterpause gehen? Daraus wurde nichts für die SG Ratingen. Im Gegenteil: Der Handball-Regionalligist verlor sein letztes Heimspiel des Jahres gegen das zuvor sieben Spiele sieglose TuSEM Essen II durch einen kompletten Einbruch in der Schlussphase mit 25:30 (16:15) und muss die Rückrunde von Rang drei oder vier, abhängig vom Nachholspiel des TSV Bonn gegen Dinslaken, bestreiten.

Dabei war bis zur 40. Minute eigentlich alles in Ordnung. Die SGR lieferte ein ordentliches Spiel ab, war meist in Führung gegen bissige Essener. Der Rückraum mit Filip Lazarov, Marco Bauer und Lukas Plaumann traf ordentlich. 20:18 stand es, zweimal kam Etienne Mensger frei zum Wurf, konnte die Führung jedoch nicht ausbauen.

Essen kam nun näher, ging plötzlich erstmals in Führung. Plötzlich stand es 24:24 mit noch zwölf zu spielenden Minuten. Und dann war es vorbei: Ratingen gelang in der gesamten Schlussphase nur noch ein Treffer, die Gäste zogen Tor um Tor davon. „Es ging einfach nicht mehr, die Jungs sind am Ende“, sagte Khan, der seiner Mannschaft keinen wirklichen Vorwurf machen wollte. „Die Einstellung der Spieler war in Ordnung. Natürlich haben wir in der Schlussphase massenhaft Fehler produziert. Aber das ist doch verständlich.“

So war das Duell mit den Essenern in gewisser Weise ein Abziehbild der bisherigen Saison: Nur drei „echte“ Rückraumspieler mussten das gesamte Aufbauspiel der Ratinger bestreiten. Auf der rechten Seite stand in Mensger über 60 Minuten nur ein Außen zur Verfügung. Und in der Abwehr verletzte sich Defensiv-Chef Ace Jonovski in der ersten Hälfte erneut an den Adduktoren und konnte später kaum noch mitwirken.

So war absehbar, dass Richtung Spielende die Kräfte fehlen würden. „Wir haben dann viele falsche Entscheidungen getroffen“, sagte Khan. Tore fielen keine mehr, der Kreis wurde eng gedeckt – und trotzdem oft angespielt. Zu allem Überfluss verletzte sich auch Yannik Nitzschmann erneut am gerade erst genesenen Fuß – eine Diagnose des starken Linksaußen steht noch aus.

Fünf Wochen haben die Löwen jetzt Zeit, ihre Wunden zu lecken. Wunden, die erneut durch eine von vielen schweren Verletzungen überschatteten Hinrunde entstanden sind. Marcel Müller, Jan Kerssenfischer, Ole Völker – die Hälfte des Rückraums stand in der Schlussphase der ersten Saisonhälfte nicht mehr zur Verfügung, dazu kamen die Ausfälle von Nitzschmann und Jonovski. In einer solchen Besetzung ist das Thema „Aufstieg“, bei allem vorhandenen Talent, auf Dauer kaum zu stemmen.

Zuletzt konnte das Löwenrudel die personellen Mängel oft noch durch Kampfgeist und Routine ausbügeln. Doch gegen Essen war der Akku einfach leer. Das Rudel schleppt sich in die Winterpause, um dort wieder zu Kräften zu kommen und im neuen Jahr – mit notwendigen Verstärkungen und einem wieder aufgeladenen Akku – noch einmal oben die Tabellenspitze anzugreifen.

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