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SG Ratingen verliert bei Regionalliga-Tabellenführer TuS Opladen 25.31

Handball : SG Ratingen ist in Opladen chancenlos

Die 25:31-Niederlage beim weiter verlustpunktfreien Tabellenführer der Handball-Regionalliga ist ein mächtiger Rückschlag im Meisterrennen für die Ratinger, die dem TuS Opladen in allen Belangen unterlegen sind und völlig verdient verlieren.

Spielertrainer Ace Jonovski hatte gewarnt, Trainer Marcel Müller ebenso – vor allem vor dem Tempospiel des TuS Opladen in der Handball-Regionalliga. Doch es half nichts. Die SG Ratingen war beim Tabellenführer chancenlos und verlor mit 25:31 (13:17) noch nicht einmal so hoch, wie es die Zwischenstände von 2:8 (13. Minute), 4:12 (18.), 13:21 (35.) oder 18:26 (46.) suggeriert hatten. Und dabei war Opladen ein Drittel der Spielzeit in Unterzahl, weil die Regelauslegung des jungen Schiedsrichtergespanns Daniel und Sebastian Halbach sehr kleinlich war. Neun zu sieben Zweiminutenstrafen sind zu viel für ein recht faires Spiel, wobei die Rote Karte, die Opladens Hendrik Rachow nach einem Griff in den Wurfarm von Sam Schäfer sah, berechtigt war. Sie machte die 20 Minuten TuS-Unterzahl voll.

Gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit übertrieben es die Schiedsrichter aber, als sie den Hausherren in viereinhalb Minuten drei Zeitstrafen gaben. Indes – und das ist einer der Vorwürfe, die sich die SG machen muss – nutzten die Ratinger das nicht aus. Im Gegenteil: Zweimal leistete sich Filip Lazarov, der mit fünf Toren in Halbzeit eins stark begonnen hatte, im Überzahl-Angriff einen Fehlpass, Opladen nutzte seine Gegenstöße und stellte auf 21:13. Da war alles, was die Gäste vor der Pause investiert hatten, um sich in die Partie zu kämpfen, schon wieder Makulatur.

Zudem verzweifelten die Ratinger nun an Eric Prützel im Opladener Tor: Erst verwarf Alexander Oelze zwei Strafwürfe in Folge, dann scheiterten der völlig freie  Rechtsaußen Etienne Mensger und Yannik Nitzschmann per Siebenmeter am Keeper, der am Ende gegen Lazarov den vierten Strafwurf in Hälfte zwei gegen den dritten Schützen parierte. Da halfen der SG weder die Abwehrumstellung von einer 6:0- auf eine 5:1- und 4:2-Deckung noch die Leistungssteigerung von Torwart Petre „Divi“ Angelov, Spannung kam nicht mehr auf. Die Opladener beendeten das Spiel, wie sie es begonnen hatten: mit einem Tor und viel Jubel. Den hatten sie schon vor der Partie in der Kabine genutzt, um sich heiß zu machen, nach Abpfiff feierte sich der Spitzenreiter weiter.

Die Laune der Gäste war da naturgemäß eine gänzlich andere. „Opladen war einfach eine Nummer zu stark für uns“, sagte Trainer Müller resigniert. „Ich glaube auch nicht, dass wir gewonnen hätten, wenn wir weniger Fehler gemacht hätten. Das war eine Mischung aus Überlegenheit des Gegners und Niedergekämpft-Werden, deswegen ist die Niederlage auch so bitter. Opladen hat ganz klar unsere Schwächen aufgedeckt.“ Und die hatte der Trainer hier gesehen: „Wir schaffen es nicht, während des Spiels Ruhe und Disziplin reinzubringen und Phasen, in denen man überlegen ist, auszubauen oder in Phasen, die anders laufen, mit der Zeit zu spielen. Die Kreativität war ein riesengroßes Manko heute und unser Angriff-Abwehr-Wechsel eine Katastrophe.“ Ernüchternd, ehrlich.

Gleiches gilt für Kai Funke, der Kreisläufer saß mit leerem Blick auf der Bank und sagte: „Wir haben völlig verdient verloren.“ Mensger ergänzte: „Wir waren in allen Belangen unterlegen“ und fügte über seinen Positionskollegen, Opladens Peer Pütz, an: „Als der Rechtsaußen den Dreher unten angetäuscht und dann den Leger über den Kopf von Divi gemacht hat, wusste ich: Denen gelingt heute alles, uns nichts. Das war der Gnadenschuss.“ Und der fiel schon rund zehn Minuten vor dem Ende. Die SG war schlichtweg chancenlos.

Vom selbst formulierten Ziel Aufstieg in die Dritte Liga sind die Ratinger nun weit entfernt mit 5:7 Punkten. „Das war natürlich ein klarer Rückschlag“, sagte Müller und ergänzte: „Wir müssen ab jetzt unsere Hausaufgaben perfekt machen und darauf spekulieren, dass andere Mannschaften Punkte lassen.“ Eine unbefriedigende Ausgangslage.