SG Ratingen tritt in der Regionalliga Nordrhein beim TSV Bonn an

Handball : Verlieren verboten für die SG Ratingen

Um die Zielvorgabe von Geschäftsführer Bastian Schlierkamp zu erfüllen, muss Handball-Regionalligist SG Ratingen alle Spiele in diesem Jahr gewinnen – sowohl in der Liga als auch im HVN-Pokal. Zunächst geht es zum TSV Bonn. Nils Thorben Schmidt ist nun die klare Nummer eins.

Vier Spiele stehen für die SG Ratingen in der Handball-Regionalliga in diesem Jahr noch aus, und wenn sie das von Geschäftsführer Bastian Schlierkamp vorgegebene Ziel erreichen will, muss sie alle gewinnen: Acht Punkte sollen in diesem Jahr noch her, zudem der Sieg im Verbandspokal, in dem die Ratinger den Liga-Konkurrenten SG Langenfeld am Dienstag, 3. Dezember (20.30 Uhr), im Halbfinale empfangen und in einem möglichen Finale auf einen klassentieferen Gegner (TV Angermund aus der Oberliga, SG Überruhr aus der Verbandsliga) treffen würden. Heißt für den Rest des Jahres 2019: Verlieren verboten für die SG Ratingen.

Am Samstag geht es in der Regionalliga Nordrhein erst einmal zum TSV Bonn, dem Tabellensechsten (siehe Info-Kasten). Und das „Löwenrudel“, als das sich die SG selbst bezeichnet, ist noch kleiner geworden, denn nach Linkshänder Jan Kerssenfischer, der wegen „unüberbrückbarer Differenzen hinsichtlich des Reha- und Wiedereinstiegsplanes“ seinen Vertrag Anfang Oktober aufgelöst hatte, verließ in Petre „Divi“ Angelov am Montag bereits der zweite Spieler aus dem ohnehin schmalen Kader den Klub. Der mazedonische Torwart hatte es nicht geschafft, sich und seine Familie wie gewünscht in Deutschland zu integrieren und hat nun dem Heimweh nach Mazedonien nachgegeben.

So ist Nils Thorben „Toto“ Schmidt der einzige Torwart aus dem Ratinger Regionalliga-Kader, vermutlich erhält er am Samstag Unterstützung von Leo Loose aus der Verbandsliga-Reserve. „Ich komme mit beiden, die uns helfen werden, egal ob Leo oder Benny Karmaat, gut aus“, sagt Schmidt und ergänzt: „Beide werden ihre Leistung bringen, wenn sie gebraucht werden.“ Vorrangig geht es aber um seine Situation. „Ja, es ist eine gestiegene Verantwortung, aber ich weiß, wie das ist. Ich war beim Longericher SC letztes Jahr auch die Nummer eins. Ich gehe da ganz entspannt mit um“, sagt der 25-Jährige.

Ähnliches gilt auch für seinen Trainer, Ace Jonovski: „Wir haben mit Toto noch einen sehr guten Torwart, und wenn wir Benny oder Leo dazunehmen, ist auf der Position immer noch eine gute Qualität vorhanden“, sagt der Mazedonier, der den Abgang seines Landsmannes natürlich nicht kaltgelassen hat: „Sicher bin ich da ein bisschen traurig, aber die Familie geht vor“, sagt Jonovski.

Im jüngsten Spiel gegen den TV Rheinbach (26:28) hatten sich Schmidt und Angelov das Spiel aufgeteilt, jeder stand eine Halbzeit im Tor. „Klar ist es bei zwei starken Torhütern so, dass man beide bei der Stange halten muss. Aber unabhängig davon, wer mein Partner im Torhütergespann ist, ist es bei mir dieses klassische Sportler-Ding, dass ich natürlich so viel wie möglich spielen will“, sagt Schmidt. Daher sei die Vorbereitung nun auf die Partie in Bonn „ganz schön“ gewesen, denn: „Ich kann mich schon frühzeitig darauf einstellen, dass ich anfange, das ist dann nicht so eine Wunderkiste“, sagt der Student.

In Bonn hat Schmidt noch kein Punktspiel absolviert, Jonovski hat die SG aber wieder genau auf den Gegner eingestellt. Darum kann der Torwart berichten: „Uns erwartet eine taktisch sehr gute Mannschaft mit einer offensiven Abwehr. Es soll außerdem relativ unangenehm sein, da zu spielen.“ Jonovski ergänzt: „Ich kenne die Mannschaft seit drei Jahren, die verändert sich kaum. Jeder kennt da jeden, die sind sehr kompakt und können jede Abwehr spielen.“ Damit ist für Schmidt klar: „Wir müssen über den Kampf kommen. Das müssen wir in unserer Situation sowieso. Und wenn wir wieder einmal auf der Siegerstraße sind, dann läuft es in der Saison auch wieder.“ Verlieren ist ab sofort ja ohnehin verboten.