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SG Ratingen testet Spieler nach positivem Ergebnis bei Filip Lazarov

Handball, Regionalliga Nordrhein : Erste Corona-Tests bei der SG sind negativ

Nachdem Filip Lazarov einen positiven Befund auf das Virus erhalten hatte, hat Handball-Regionalligist SG Ratingen seine Spieler testen lassen. Generell gehe man das Thema schon lange sensibel an, sagt Geschäftsführer Bastian Schlierkamp.

Vergangene Woche Montag war Handball-Regionalligist SG Ratingen wieder ins Training eingestiegen, am Freitag dann über das Wochenende ins Trainingslager im niederländischen Burgh-Haamstede gefahren. Dort nicht dabei war Filip Lazarov. Der nordmazedonische Rückraumspieler hatte am Donnerstag eine E-Mail von der Fluggesellschaft erhalten, dass auf seinem Rückflug aus dem Urlaub ein Mitreisender positiv auf das Coronavirus getestet worden war. „Wir haben ihn gleich am Donnerstag, als er uns per Mail darüber informiert hat, zum Test geschickt“, sagt SG-Geschäftsführer Bastian Schlierkamp.

Nachdem Lazarov erst vergeblich versucht hatte, sich am Flughafen Düsseldorf testen zu lassen, erfolgte das dann beim Hausarzt – mit einem positiven Ergebnis auf das Virus. Der 35-Jährige hat auch leichte Symptome, es gehe ihm aber „grundsätzlich gut“, sagt Schlierkamp, der zugeben muss: „Ja, wir haben Filip vorher gesehen und so weiter. Aber da springen die Gesundheitsämter gar nicht drauf an. So eine Nachricht reicht noch nicht einmal aus, um sich testen zu lassen.“

Das hat die SG inzwischen bei den Spielern ihrer ersten Mannschaft nachgeholt, laut Schlierkamp habe auch keiner Symptome. Die ersten neun von neun Ergebnisse, darunter von Kapitän Alexander Oelze, Rückraumspieler Sam Schäfer und Zugang Robert Markotic, waren negativ – wie im Übrigen auch bei Lazarovs Frau und Sohn. SG-Trainer Ace Jonovski, der selbst einen Tag früher als Lazarov aus dem Urlaub in Nordmazedonien zurückgekehrt war, glaubt deshalb auch, dass das Testergebnis falsch sein könnte: „Filip hat in Mazedonien einen Test gemacht, der war negativ. Hier macht er einen – und der ist positiv. Aber er küsst seine Frau und sein Kind jeden Tag hundert Mal, und die beiden sind negativ getestet. Das ist schon komisch.“ Lazarov selber teilte am Mittwochmittag mit: „Bis zum 16. August haben wir Quarantäne-Lösungen für meine Familie erhalten. Ich habe noch nichts schriftlich, mir wurde aber telefonisch mitgeteilt, dass meine Quarantäne am 8. August endet. Mein Kollege bei der Arbeit ist ebenfalls negativ getestet worden. Ich freue mich, das Training bald wieder aufnehmen zu können und alle Spieler bislang negativ getestet sind.“

Dass Lazarov tatsächlich erkrankt ist, ist also unsicher, eine schriftliche Bestätigung des Testergebnisses seitens des Gesundheitsamtes steht ja weiterhin aus. Das findet Schlierkamp wiederum seltsam, immerhin habe sein Klub „ganz transparent in alle Richtungen gearbeitet, die Arbeitgeber und das Gesundheitsamt informiert – obwohl vom Gesundheitsamt noch nichts Schriftliches eingetroffen ist“. Wie Lazarov, der seit erwähntem Donnerstag nicht mehr arbeiten war, sind auch seine Mannschaftskameraden nicht zur Arbeit gegangen, solange nicht sicher ist, dass es keine Infektion gibt.

Schlierkamp erinnert daran, dass sein Klub schon sehr sensibel mit dem Thema „Corona“ umgegangen sei, als das noch gar nicht so groß in Europa war. So war Kreisläufer Max Eugler Anfang des Jahres von seinem Studiensemester in Asien zurückgekehrt, hatte sich aber zunächst einmal zwei Wochen vom Team ferngehalten, um eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus, das damals vor allem Asien und noch nicht die ganze Welt betraf, auszuschließen. Und das, obwohl die SG ihn auf dem Feld dringend hätte brauchen können. Doch erst am 1. März gab Eugler sein Comeback im Spiel bei MTV Rheinwacht Dinslaken, zwei Wochen später war das Coronavirus dann aber eine Pandemie und die Handball-Saisons wurden erst unter- und dann abgebrochen. Und später war Jonovski als Vorsichtsmaßnahme zu Hause geblieben, weil ein Schüler der Schule, an der der Trainer arbeitet, Corona-positiv hätte sein können. Jonovski wurde am Dienstag erneut getestet.

An der Gefahr einer Infektion hat sich nichts geändert, auch wenn Kontaktsport in Hallen wieder erlaubt ist. So gibt es auch Bedenken bei einigen Handballern, was Testspiele und eine darauffolgende Saison für Folgen haben können. Dem Vernehmen nach hat zum Beispiel die Reserve des Drittligisten Longericher SC, die in der Oberliga Mittelrhein spielt, bereits angekündigt, keine Testspiele bestreiten zu wollen. Schlierkamp sagt dazu: „Ich stelle es unseren Mannschaften generell frei, ob sie Testspiele machen wollen oder nicht.“ Ob die eigentlich für dieses Wochenende vereinbarten Testpartien seines Regionalliga-Teams gegen Remscheid und Opladen stattfinden können, liegt nicht in der Hand der SG, sondern hängt von den weiteren Ergebnissen der Corona-Tests ab.